Fußball: 3. Liga
Pleite in Lotte bedeutet für Preußen eine verpasste Chance

Lotte -

Platz vier, ja sogar der dritte Rang wären wieder in Sichtweite gewesen für die Preußen. Wenn sie das Nachbarschaftsduell bei den SF Lotte gewonnen hätten. Kein Muss, zweifellos, die fehlende Ausbeute schmerzte nach dem 0:1 sowieso weniger als die Art und Weise. Nun blickt alles auf das Derby gegen Osnabrück.

Dienstag, 12.02.2019, 14:38 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 17:17 Uhr
Jeron Al-Hazaimeh, der später sein Trikot mit dem Ex-Kollegen Martin Kobylanski tauschte, gewinnt auch diesen Zweikampf gegen Rufat Dada­shov (r.).
Jeron Al-Hazaimeh, der später sein Trikot mit dem Ex-Kollegen Martin Kobylanski tauschte, gewinnt auch diesen Zweikampf gegen Rufat Dada­shov (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Diese eine Szene, und das schien eben schon in der achten Minute gut zu erahnen, war vorentscheidend. „Wir waren auf lange Bälle eigentlich vorbereitet. Daher sollte ich eine Art Libero spielen“, schilderte Max Schulze Niehues das einzige Tor bei der 0:1 (0:1)-Niederlage des SC Preußen als Gast der SF Lotte .

Der Torwart sah aber den später allseits gelobten Gerrit Wegkamp den langen Schlag weiterleiten sowie Sandrino Braun, der einen schwarzen Abend erlebte, die Kugel unglücklich abbremsen und sie gleichzeitig Toni Jovic in den Lauf legen. „Da war ich schon unterwegs aus dem Kasten, aber letztlich einen Schritt zu spät“, so Münsters Keeper.

Lotte bis auf drei Zähler an Preußen ran

Was folgte, war der befürchtete Abnutzungskampf, den die abgeklärt verteidigenden, temporeich konternden und robust im Eins-gegen-eins auftretenden Hausherren wie so oft für sich entschieden. Wie enttäuscht SCP-Coach Marco Antwerpen war, zeigte sich auch darin, dass er sich über die eher destruktive Spielweise der Sportfreunde ärgerte oder deren großzügige Transfers im Laufe der Saison wie Torschütze Jovic, Wegkamp („eine unglaubliche Präsenz“) oder die noch nicht eingesetzten Justin Eilers und Thomas Blomeyer thematisierte.

Einzelkritik: Sportfreunde Lotte - SC Preußen Münster

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  • Tormann Max Schulze Niehues, Note 3, vielleicht nicht ganz schuldlos am 0:1. Hatte ansonsten vor der Pause nicht viel zu tun. Auch nach dem Wechsel war der SCP-Schlussmann immer auf der Höhe, hatte aber kaum Möglichkeiten, sich auszuzeichnen.

    Foto: WN, SCP
  • Innenverteidiger Sandrino Braun, Note 5, wackelte einige Mal bedenklich, hatte viele Probleme, verschuldete das 0:1. Wackelte dann weiter, weil er ein klares Tempodefizit gegenüber Toni Jovic hatte.

    Foto: WN, SCP
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3,5, machte sein Ding ohne viel Aufhebens. Vielleicht war er auch beim 0:1 beteiligt, weil er im Vorfeld ein Kopfballduell nicht gewann. Alle Preußen mit seinem Defensiveinsatz, und das Spiel wäre vielleicht nicht verloren gegangen.

    Foto: WN, SCP
  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 3, spielte solide und räumte in seinem Bereich konsequent auf. Hatte kurz vor dem Ende die Chance zum Ausgleich, einer der Besseren beim SCP.

    Foto: WN, SCP
  • Mittelfeldspieler Fabian Menig, Note 3,5, mühte sich wie immer redlich. Eigentlich passte die intensive Partie zu seinem Spielstil, hatte aber zu wenig konsequente Mitstreiter an seiner Seite.

    Foto: WN, SCP
  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 4, hatte ungewohnt viele Abspielfehler vor der Pause. Sollte dem Preußen-Spiel Kontur geben, schaffte es aber nicht. Konnte seine spielerische Qualität nicht auf den Platz bringen.

    Foto: WN, SCP
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 5, trat vor dem Wechsel viel zu wenig in Erscheinung, wurde als Impulsgeber bei Standardsituationen vermisst. Nach dem Wechsel wurde es nicht besser, ein schwacher Auftritt nach der Gala gegen Kaiserslautern.

    Foto: WN, SCP
  • Mittelfeldspieler Niklas Heidemann, Note 3, knüpfte zunächst nicht an die guten Leistungen der letzten Wochen an, Mitte der ersten Halbzeit mit einem Abschluss nach einem Konter. Wurde dann immer stärker, gehörte zu den Aktivposten beim SCP.

    Foto: WN, SCP
  • Angreifer Philipp Hoffmann, Note 3, war der gefährlichste im Bunde der Offensivkräfte, warf sich voll rein. Läuferisch stark, wagte sich an Abschlüsse, alles sehr ordentlich.

    Foto: WN, SCP
  • Angreifer Rufat Dadashov, Note 4,5, übernahm ab und an die Klingenburg-Rolle und ließ sich ins Mittelfeld zurückfallen. Hatte seine beste Szene kurz vor der Pause, als seine Vorarbeit fast zum Ausgleich geführt hätte. Ansonsten „klemmte“ er zu wenig Bälle, ihm machte die aggressive Deckungsarbeit der Hausherren zu schaffen.

    Foto: WN, SCP
  • Angreifer Cyrill Akono, Note 4, war lange Zeit total abgemeldet. Tauchte erst kurz vor der Pause auf, kam aber einen Schritt zu spät, um das 1:1 zu erzielen. Musste dann raus, vielleicht ein Fehler, Münster fehlte dann erst recht die Optionen im Angriff.

    Foto: WN, SCP
  • Einwechselspieler Tobias Rühle, Note 3,5, kam für Cyrill Akono zu Beginn der zweiten Halbzeit und versuchte sich in die Partie reinzuarbeiten. Gab den einen oder anderen Impuls, das reichte aber in der schwachen SCP-Offensive nicht zur Trendwende.

    Foto: WN, SCP
  • Einwechselspieler Philipp Müller, keine Note, ersetzte Rufat Dadashov. Großen Eindruck machte er nicht, passte sich schnell dem Preußen-Niveau an.

    Foto: SC Preußen Münster
  • Einwechselspieler Lucas Cueto, keine Note, ersetzte Fabian Menig. Hatte zumindest einen Abschluss, verlor aber auch ein, zwei Mal praktisch körperlos den Zweikampf.

    Foto: WN, SCP

Münster hingegen brachte zwar drei Offensive von der Bank – jedoch ohne Wirkung. Tobias Rühle, Philipp Müller, Lucas Cueto – alles eher kleine, wuselige Angreifer, die im Dickicht der gegnerischen Abwehr untergingen. Ein Zielspieler der Marke Wegkamp fehlt eben im Kader. Dass Youngster Cyrill Akono zur Pause raus musste, kommentierte der Coach so: „Ich hätte auch viele andere aus Mittelfeld und Abwehr auswechseln können.“

Fakt ist, dass sich das einstige Schlusslicht Lotte dem einstigen Spitzenreiter SCP in der Tabelle bis auf drei Zähler angenähert hat. Hätten die Preußen gewonnen, wären sie auf drei Zähler an Rang vier und fünf am Relegationsplatz drei drangewesen. Eine große verpasste Chance. Als SFL-Coach Nils Drube später sagte, dass er erstmals seit Wochen die Grundordnung (auf 4-3-3) umgestellt und sich am Gegner orientiert habe, tröstete das Antwerpen nicht.

Protest gegen die Montagsansetzung

Er sah „unerwartete Fehler“ bei Ole Kittner und auch Braun, ein körperlich und vor allem zahlenmäßig unterlegenes Mittelfeldzentrum mit Martin Kobylanski und Kevin Rodrigues Pires und letztlich keinerlei Akzente, um die gegnerische Deckung auszuhebeln. Wie sehr an einem solchen Abend etwa René Klingenburg fehlte, war fast schon müßig zu betonen. Insgesamt mangelt es zu oft an Ideen, wenn Kobylanski keinen besonderen Tag hat. „Wir müssen die Dinge jetzt aufarbeiten und uns am Samstag anders präsentieren“, so Antwerpen.

Sportfreunde Lotte - SC Preußen Münster

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  • Enttäuschung nach Spielschluss

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Braun, Scherder, Schulze Niehues, Müller und Kettner

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kobylanski

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nils Drube und Marco Antwerpen

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  • Antwerpen

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  • Scherder gegen Drinkuth

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  • Nils Drube

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Scherder gegen Drinkuth

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  • Antwerpen

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Pires gegen Al-Hazaimeh und Toni Jovic

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  • Akono gegen Matthias Rahn

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  • Schulze Niehues

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  • Nils Drube

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  • Scherder gegen Toni Jovic und Gerrit Wegkamp

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  • Akono gegen Matthias Rahn

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 1:0 durch Jovic gegen TW Schulze-Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kittner gegen Gerrit Wegkamp

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 1:0 durch Jovic gegen TW Schulze-Niehues

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  • Sportfreunde Lotte - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dadashov gegen Al-Hazaimeh

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dadshov gegen John Adam Straith

    Foto: Jürgen Peperhowe

Ja, keine fünf Tage nach diesem Nachbarschaftsduell steht das nächste auf dem Programm. Und das besitzt nicht nur für die Zuschauer einen noch höheren Stellenwert. Der VfL Osnabrück reist zum Derby als Spitzenreiter an und auch wieder ab. „Wir müssen die Niederlage jetzt schnell abhaken“, sagte Schulze Niehues. „Es wird eine kurze Woche, und wir sollten gut regenerieren.“

Zumindest die Unterstützung von den Rängen wird beim Drittliga-Evergreen – immerhin schon das 16. Aufeinandertreffen am Stück – eine andere sein. In Lotte schwiegen die über 1000 Preußen-Fans größtenteils aus Protest gegen die Montagsansetzungen. Und am Ende auch aus Frust.

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