Fußball: 3. Liga
0:0 wird zum Standardergebnis des SC Preußen Münster

Duisburg -

Die Null steht: Vorne steht sie, hinten steht sie – und dann enden die Spiele, wie sie enden müssen: Nämlich 0:0. In Duisburg und da gegen den KFC Uerdingen sicherte sich der SC Preußen mit der dritten Nullnummer des Jahres einen verdienten Punkt.

Montag, 25.02.2019, 21:08 Uhr aktualisiert: 25.02.2019, 22:19 Uhr
Sicherer Rückhalt im Preußen-Tor: Maximilian Schulze-Niehues.
Sicherer Rückhalt im Preußen-Tor: Maximilian Schulze-Niehues. Foto: Jürgen Peperhowe

Nach oben schielen oder nach unten blicken? Seit Wochen stellt sich für Preußen Münster diese Frage. Sie blieb auch am Montagabend unbeantwortet. Durch das 0:0 beim Millionen-Team des KFC Uerdingen bleiben die Adler im Mittelfeld, der Sicherheitsabstand in beide Richtungen veränderte sich nicht wesentlich. 

Vorzeigbares Remis

Das Remis an der Wedau darf dennoch als Erfolg verbucht werden, auch wenn die Hausherren ein Chancenplus besaßen. Der Mannschaftsauftritt im neuen System war stimmig, die Einstellung top. Auffällig: Die Trends der Vorwochen fanden Bestätigung. Es war schon das dritte torlose Spiel in diesem jungen Jahr.

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Die Gäste legten auch einen forschen Start hin. Sie attackierten früh, versuchten die Routine des Gegners mit Tempo zu bekämpfen. Lucas Cueto , erstmals in diesem Jahr in der Startelf, begann furios und hatte den schnellsten Abschluss (4.), als Torhüter René Vollath zur Ecke klärte. „Wir wollten viel Ballbesitz, Druck rausnehmen. Das hat anfangs gut funktioniert“, sagte SCP-Trainer Marco Antwerpen.

Auf der anderen Seite jagte  Osayamen Osawe einen Warnschuss ans Außennetz (17.), der Favorit wirkte dennoch zunächst verunsichert. Es war deutlich zu erkennen, dass Münster genau hier ansetzen wollte. Doch manchmal kamen die Ballgewinne vielleicht sogar zu überraschend, oftmals erkannten die Spieler gar nicht, wie viel Raum sich da gerade auftat.

Einzelkritik: KFC Uerdingen - SC Preußen Münster

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  • Max Schulze Niehues: In der Anfangsphase musste der Keeper einige Male nachfassen, wirkte nicht ganz sicher. Dazu oft mit Rückpässen konfrontiert. Auf der Linie zeigte er einige blitzsaubere Paraden. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig: Der Rechtsverteidiger rieb sich wie gewohnt auf, hatte Spaß daran, Stefan Aigner zu nerven. Immer wieder am Boden nach harten Duellen, vorne jedoch lange ohne Präsenz. Seine beste Offensivaktion hatte er sich für die Schlusssekunde aufgehoben. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner: Abgeklärt und ruhig im Abwehrzentrum. Da gab es wenig zu meckern. Der Chef hatte alles im Griff und in einigen Situationen, die er nicht ausgelöst hatte, auch das nötige Glück. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder: Frühes Foul an Osayamen Osawe, das sogar auch mit Straf- statt Freistoß hätte geahndet werden können. Dazu sofort gelbbelastet, biss sich der Kapitän irgendwie doch rein in die Partie und rettete manches Mal mit einem langen Bein und viel Einsatz. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann: Der Linksverteidiger bewies durchaus Offensivdrang und war Weltmeister Kevin Großkreutz keinesfalls unterlegen. Hinten einige Male alleingelassen, aber mit viel Kampfgeist ausgestattet. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun: Starker Zweikämpfer vor der Abwehr, wertvolle Ballgewinne, aber eben auch -verluste, die in seiner Position immer Gefahr bedeuten. Den Steilpass in die Schnittstelle traut er sich zu selten zu, vielleicht weil diese Versuche auch oft misslingen. Doch seine Kernaufgabe als Abräumer erfüllte der 30-Jährige hervorragend. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires: In der ersten Halbzeit fast als “verdeckter Ermittler” unterwegs. Als Ballverteiler eher mit dem Querpass als mit einer Initialzündung. Auch er gab die Kugel mehrfach zu leichtfertig ab. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Zu Beginn ließ er sich oft tief fallen, um das Spiel anzukurbeln. Als Uerdingen die Kontrolle an sich riss, tauchte der Pole etwas ab. Auch die Standards bewirkten nicht viel. Doch er wollte unbedingt eine Reaktion auf zuletzt schwächere Auftritte zeigen und steigerte sich nach der Pause, war an den gefährlichsten Szenen beteiligt. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Stand auf verlorenem Posten, in Luftduellen ohne Chance, seine Laufwege führten oft ins Nichts. Im Spiel nach hinten vereinzelt noch zu nachlässig. Die Laufbereitschaft war aber gut. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle: Unglaublich viele Meter, nicht jeder davon war effektiv. Natürlich war das Spiel mit dem Rücken zum Tor nicht gerade dankbar für ihn, doch immerhin beschäftigte er die KFC-Innenverteidigung ganz gut. Wurde später häufiger abgekocht. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto: Erstmals seit dem 15. Dezember wieder in Anfangself und gleich top-motiviert. Quirlig und temporeich war er, aber nicht immer robust genug, um daraus Kapital zu schlagen. In der Defensive sehr bemüht. Im zweiten Durchgang legte er noch mal eine Schippe drauf. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono: Erste Einwechslung, doch keine echte Möglichkeit, sich zu beweisen. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller: Auch der zweite Joker blieb wirkungslos. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov: Holte sich noch mal Gelb ab, war ab und an dabei, als es brannte. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe

Wo es bei den Preußen hakte

Probleme hatte Schwarzweißgrün in der Konterabsicherung. Als der ansonsten ungemein wertvolle Sandrino Braun den Ball in der eigenen Hälfte an Connor Krempicki verlor, kam Maximilian Beister in eine super Position und setzte den Ball an den Pfosten (21.). Zwei Minuten später lenkte Keeper Max Schulze Niehues einen Osawe-Kopfball aus dem Eck – und auf einmal war der Aufsteiger drin im Spiel. Dominic Maroh hatte nach einer Ecke ebenfalls die Führung vor den Füßen liegen (25.). Die allerbeste Chance aber ließ Krempicki aus, der den Ball – wieder nach einem Gegenstoß –  eher zufällig in die Beine gespielt bekam, plötzlich völlig frei stand und ihn dann am kurzen Pfosten vorbei schob (34.). „Uerdingen wurde aktiver, wir haben uns oft selbst in Schwierigkeiten gebracht“, so Antwerpen. Die Partie hatte sich mit der Zeit gewendet, der Gastgeber übernahm den Taktstock und drängte die Preußen weiter nach hinten.

Es wurde enger für den Außenseiter, doch immerhin spielte die Zeit für ihn. Denn das Publikum wurde mit jeder missglückten Aktion ungeduldiger und ließ das die Profis auch hören. Ärger gab’s mal wieder wegen eines verweigerten Elfmeters. Assani Lukimya führte die Kugel schon gut sichtbar mit der Hand im eigenen Sechzehner, ein Pfiff aber blieb aus (41.). „Das war entscheidend. Punkt“, fand Antwerpen. Der Frust war verständlich. Im direkten Gegenzug entschärfte Schulze Niehues Marohs Kopfball.

KFC Uerdingen - SC Preußen Münster

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  • Die Mannschaften betreten den Platz in Duisburg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Und hier einige Spielszenen: Menig gegen Osayamen Osawe.

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  • Kittner gegen Osayamen Osawe.

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  • Cueto gegen Assani Lukimya.

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  • KFC-Trainer Norbert Meier und SCP-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Adriano Grimaldi musste von der Tribüne aus zuschauen. 

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  • Kittner gegen Osayamen Osawe.

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  • Rühle gegen Assani Lukimya.

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  • Dadashov am Ball, doch die Krefelder halten dagegen.

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  • Dadashov am Ball.

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  • Da kann man auch schon mal ungeduldig werden: Antwerpen macht den Preußen Dampf.

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  • Gelbe Karte für Dadashov von Schiedsrichter Wolfgang Haslberger.

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  • Connor Krempicki gegen Menig, Dadashov und Braun.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen-Trainer Marco Antwerpen.

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  • Braun gegen Connor Krempicki.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heidemann gegen Maximilian Beister.

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  • Maximilian Beister gegen Sandrino Braun.

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  • Stefan Aigner klärt vor Akono und Scherder.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Fehlende Torgefahr

Der Torwart musste auch nach der Pause gegen Osawe retten (54.). Uerdingens Versuche wurden zunächst nicht weniger, auch wenn oft der vorletzte Pass nicht kam. Münster stellte nun vermehrt auf lange Bälle um. Das größte Defizit lag eine Stunde lang aber wie in den gesamten letzten Monaten in der fehlenden Torgefahr. Martin Kobylanski suchte ab und zu aus der Distanz nach einer Lücke, doch die beste Gelegenheit ergab sich nach einer Flanke des Polen, die Cueto per Kopf vor Kevin Großkreutz erwischte, aber eben auch knapp am Kasten vorbei setzte (62.). Kobylan­ski nahm plötzlich Fahrt auf, nach einem Konter scheiterte er erst an Vollath (65.).

Schulze Niehues musste jedoch auch immer wieder eingreifen, gegen Krempicki etwa (72.), beim Freistoß von Patrick Pflücke wäre er machtlos gewesen, da hatte der SCP Glück (76.). Es fehlten Zentimeter. Eine echte Schlussoffensive aber bot der Aufstiegsanwärter nicht mehr an. Die Münsteraner ließen sich gerne Zeit – und hätten mit der letzten Aktion – ein Distanzschuss von Fabian Menig, der knapp daneben ging – noch fast das Siegtor erzielt (90.+5). „Ich glaube, wir können zufrieden sein“, so Kobylanski. „Mit dem Resultat, mit unserer Leistung.“ Kapitän Simon Scherder ordnete die Partie sachlich ein: „Wir waren in den ersten 20 Minuten gut drin, haben den Gegner hinten reingepresst, dann aber zu viele zweite Bälle verloren. Vorne fehlte wieder die Durchschlagskraft. Und trotzdem war das ein gutes Spiel. Mit etwas Glück hätten wir sogar gewinnen können.“ Stimmt. Nur der letzte Punch, den die Preußen den zuletzt so wankelmütigen und oft spät einbrechenden Krefeldern in der Schlussphase verpassen wollten, saß nicht.


KFC: Vollath – Großkreutz, Maroh, Lukimya, Dorda – Konrad – Krempicki, Matuschyk – Aigner (70. Pflücke), Osawe, Beister SCP: Schulze Niehues – Menig, Kittner, Scherder, Heidemann – Braun, Rodrigues Pires (81. Dadashov) – Kobylanski – Hoffmann (75. Müller), Rühle (63. Akono), Cueto Schiedsrichter: Wolfgang Haslberger (St. Wolfgang) – Tore: keine – Zuschauer : 4000 – Gelb : Matuschyk, Osawe / Scherder, Braun

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