Badminton: Turnier in Israel
Probezeit im gelobten Land – SC Münster 08 schweift in die Ferne

Münster -

Das wird eine besondere Reise: Jasper Lange und Robin Mertins vom SC Münster 08 machen sich Mitte März auf zu einem internationalen Turnier nach Israel. Khai Dam, ihr Trainer, wird sie begleiten.

Donnerstag, 28.02.2019, 15:12 Uhr aktualisiert: 28.02.2019, 17:10 Uhr
Bereit für das Abenteuer Israel: (v.l.) Trainer Khai Dam, Robin Mertins und Jasper Lange
Bereit für das Abenteuer Israel: (v.l.) Trainer Khai Dam, Robin Mertins und Jasper Lange Foto: Peter Leßmann

Der Weg ist das Ziel – Roadtrip. In den Osterferien werden sich Jasper Lange und Robin Mertins mit drei anderen Kumpels mal ein wenig abnabeln von daheim. Dafür wollen sie extra ein Wohnmobil mieten, gen Niederlande düsen. „Vielleicht nach Texel“, wirft Robin ein. Jasper schaut unsicher. „Holland ist groß.“ Sie müssen reden. Aber wo immer sie landen und stranden: Es ist der erste Urlaub der 17-jährigen Freunde. Ob das gutgeht? „Klar“, glaubt Robin. Noch Fragen? Die Probezeit steht den Jungs erst bevor. Vom 14. bis 16. März nehmen die beiden Badminton-Spieler des SC Münster 08 an einem internationalen Turnier in Münsters Partnerstadt Rishon LeZion (Israel) teil. Vermutlich als einzige Delegation aus Deutschland. Welche Ehre.

Der Antrag auf Schulbefreiung ist gestellt – und bewilligt. Dem Abenteuer steht nichts im Wege. „Wir werden viel Spaß bekommen“, sagt Khai Dam. Der Trainer. Und der Dritte im Bunde, der den kleinen Tross aus Münster begleitet. Für den gebürtigen Vietnamesen ist es genau wie für Jasper das zweite Mal, dass er ins gelobte Land reist. „Eine wunderschöne Erfahrung.“ Denn: Mittlerweile ist es schon fast eine alte Gepflogenheit, dass Nullacht einmal im Jahr zwei bis drei Jugendliche aus dem Verein zum Kräftemessen in den südlichen Teil des Großraums Tel Aviv-Jaffa entsendet.

Jasper war 2017 dort, hat Menschen und Region ganz nah kennenlernen dürfen – den faszinierenden Kontrast zwischen Altertum und Moderne. Eine Begegnung ist ihm total präsent: „Ein älteres Ehepaar hatte mich damals angesprochen und gefragt, woher ich komme. Als ich Deutschland antwortete, meinten sie nur: We love you“. Worte, die ihm ein wenig die Angst vor der Reise in den konfliktbehafteten Nahen Osten nehmen. „Beim Anflug auf Tel Aviv siehst du überall Scharfschützen, die auf Dächern postiert sind. Und in der Stadt ist die Militärpräsenz hoch.“ Sicherheit ist oberstes Gebot. Allein die Kontrollen am Flughafen seien bisweilen nervig. „Das dauert mitunter eine ganze Weile, bis du durch bist“, erinnert sich Dam. Das dürfte jetzt nicht anders sein.

Sportlich geht es Jasper und Robin darum, ihre Vereinsfarben bestmöglich zu vertreten. Im Einzel und Doppel treten sie an – und könnten teils schon nach einem K.o.-Spiel die Segel streichen. Gut 4300 Kilometer für ein möglicherweise nur zweimaliges Vergnügen? „Ja“, sagt Robin. „Dessen sind wir uns bewusst. Wir freuen uns trotzdem.“

Vor allem auf den Rundreisetag, der stressig ist, aber den beiden die Kultur eines anderen Landes näher bringt. Zumindest nehmen sie sich die Zeit dafür. In den Osterferien dürfte die nämlich knapp werden. Beim Roadtrip durch das Nachbarland werden wohl andere Prioritäten gesetzt. Frei nach dem bewährten Motto: Der Weg ist das Ziel.

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