Rudern: Jung und erfolgreich
Olympia heißt der Plan von Bentja und Tjorven Schneider

Münster -

Volle Kraft voraus: Wenn Bentja und Tjorven Schneider ins Ruder-Boot steigen, dann gibt es keine halben Sachen. Die Geschwister haben mit gerade mal elf und 13 Jahren ein ganz klares Ziel: Die Olympischen Spiele.

Samstag, 02.03.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2019, 10:49 Uhr
Medaillen-Sammeln als Hobby: Tjorven (l.) und Bentja Schneider haben ihre ersten Meriten im Rudersport errungen – und zeigen sie stolz.
Medaillen-Sammeln als Hobby: Tjorven (l.) und Bentja Schneider haben ihre ersten Meriten im Rudersport errungen – und zeigen das Edelmetall stolz. Foto: privat

Maria und Susanne (Riesch), Lars und Sven (Bender) oder Vitali und Wladimir (Klitschko) – das sind nicht wahllos ausgesuchte Namen. Das sind die Vornamen von Geschwistern, die ziemlich erfolgreich Sport treiben. In einiger Zeit könnten zu dieser Liste zwei weitere Namen kommen. Bentja (11) und Tjorven (13) Schneider. Die beiden Schwestern aus Hiltrup sind auf dem besten Weg, eine erfolgreiche Ruderkarriere zu starten. Und das kommt nicht von ungefähr. Oft liegt der Sport in der Familie – und auch den Schneiders liegt das Rudern im Blut. Die Eltern Dagmar (47) und Jan (43) sind seit vielen Jahren auf dem Wasser unterwegs.

Als Tjorven acht Jahre alt war, durfte sie endlich das erste Mal allein rudern. Mit einem Seil hatte der Papa sie immer wieder zum Ufer zurückgezogen. Auch bei Bentja dauerte es dann nicht mehr lange, bis die Neugierde sie packte. Die Anmeldung beim Akademischen Ruder Club (ARC) zu Münster, wo auch schon Mama und Papa trainierten, war deshalb schnell ausgefüllt. Seitdem sitzen die Mädels mindestens dreimal in der Woche in ihren Booten oder – wenn das Wetter nicht mitspielt – zu Hause auf dem Ergometer und üben. „Wir haben schon echt Glück“, sagt Tjorven. „Nach der Anmeldung hat uns Papa trainiert. Wir hatten oft Einzeltraining oder in kleinen Gruppen, dadurch konnten wir natürlich besser und schneller lernen.“ So ließen auch die ersten Erfolge nicht lange auf sich warten. Tjorven sicherte sich beim Kinderbundeswettbewerb 2017 im Zweier Silber, 2018 folgte Bronze im Einer. Die elfjährige Bentja darf zwar noch nicht an Bundeswettbewerben teilnehmen, aber vor wenigen Wochen belegte sie den ersten Platz bei den deutschen Ergometer-Meisterschaften in Essen.

Wer nun glaubt, die Schwestern hätten keine Zeit mehr für andere Hobbys, der irrt. Bentja besucht die 7. und Tjorven die 8. Klasse des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Hiltrup. „An unserer Schule sind wir in der Schach-AG und Teil der Juniorband. Das ist ein super Ausgleich zu dem anstrengenden Training beim Rudern, und es macht total Spaß“, sagt Bentja. Zusätzlich gehen die aktiven Schwestern noch zweimal in der Woche zum Taekwondo. Trotz allem bleibt noch Zeit für Freunde. „Klar ist es manchmal stressig, aber ich mag das. Sobald ich zu Hause sitze und nichts zu tun habe, ist mir langweilig. Die meisten meiner Freunde treffe ich aber eh beim Rudern“, so Tjorven. Die Ruderwelt ist klein. Viele der Konkurrentinnen sind deshalb auch Freundinnen. „Man hat das gleiche Ziel und wir pushen uns gegenseitig. Das ist eher familiär. Wir kennen uns in ganz Deutschland und sehen uns bei den Wettkämpfen immer wieder, das ist toll“, erklärt Bentja.

Große Pläne für die Zukunft haben die Schneider-Schwestern schon geschmiedet: Olympia 2028. Das wär’s natürlich. Dass das nicht einfach wird, weiß auch Tjorven: „Uns werden viele nervenaufreibende Jahre, anstrengende Trainingseinheiten und wenig Freizeit bevorstehen.“ Aber das nehmen die beiden gern in Kauf, das Ziel dabei immer klar vor Augen.

Am schwierigsten beim Rudern sei es, den inneren Schweinehund zu überwinden. Egal ob im Training oder bei Wettkämpfen. „Rudern gehört zu den anstrengendsten Sportarten, die es gibt. Und jedes Mal kurz vor dem Start frage ich mich, wieso ich das eigentlich mache. Nach 100 Metern brennt der ganze Körper. Aber das Gefühl, wenn man im Ziel ankommt, ist einfach mit nichts Anderem zu vergleichen“, sagt Bentja, „dafür lohnt es sich immer wieder.“

Und es gibt noch eine dritte im Bunde der Schneider-Schwestern: Jonna steht ebenfalls schon in den Startlöchern. Die Achtjährige bestreitet diesen Sommer ihren ersten Wettkampf und hat die Leidenschaft fürs Rudern für sich entdeckt. Die Konkurrenz in der eigenen Familie schläft also nicht ...

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