Fußball: 3. Liga
Preußen geben gegen Aalen die Antwort auf die Torarmut

Münster -

Nicht schlecht, nicht schlecht! Preußen Münster fand eine schnelle Reaktion auf die immer lauter werdenden Rufen nach mehr Torgefahr. 4:0 gegen den VfR Aalen – keine Fragen mehr offen. Basis war allerdings auch eine gute Abwehrarbeit.

Sonntag, 03.03.2019, 15:42 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 17:23 Uhr
Die Preußen-Party-Fraktion: René Klingenburg (l.) ist nach seinem Eröffnungstor kaum von Niklas Heidemann einzufangen,
Die Preußen-Party-Fraktion: René Klingenburg (l.) ist nach seinem Eröffnungstor kaum von Niklas Heidemann einzufangen. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Debatten der letzten Tagen drehten sich um fehlende Durchschlagskraft und Pech mit Schiedsrichter-Entscheidungen. Mit dem 4:0 (1:0) gegen den VfR Aalen hat Preußen Münster Punkt eins vorerst abgehakt, und auch mit einem Pfiff des Referees hatte der Gastgeber ausnahmsweise mal richtig Dusel. Beim Stand von 1:0 gab Justus Zorn einen völlig korrekten Abstauber von Matthias Morys (24.) nach einem Kopfball von Luca Schnellbacher nicht.

Dieser glückliche Umstand schmälerte die starke Vorstellung aber keineswegs. Trainer Marco Antwerpen hob Einstellung, Spieleröffnung und Konterabsicherung hervor und hatte wirklich nicht viel zu meckern. Siebenmal blieb der SCP in den jüngsten acht Spielen torlos, das änderte sich schlagartig. Und so schnell lassen sich Statistiken drehen. Fünf von sechs Partien beendeten die Adler 2019 ohne Gegentreffer, drei Mal am Stück sind sie nun ungeschlagen. Der Blick geht definitiv wieder nach oben. „Wir sind früh in Führung gegangen, das war Gold wert“, so der Coach. Es bleibt dabei: Macht Münster das 1:0, gibt es für die Konkurrenz in dieser Saison nichts zu holen.

SC Preußen Münster - VfR Aalen

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Tor und Torjubel zum 1:0 durch Klingenburg

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Schulze Niehues

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Tor und Torjubel zum 1:0 durch Klingenburg

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Morys gegen Akono

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Akono gegen Luca Schnellbacher und Morys

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Tor und Torjubel zum 1:0 durch Klingenburg

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Tor und Torjubel zum 1:0 durch Klingenburg

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Klingenburg

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Tor und Torjubel zum 1:0 durch Klingenburg

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Cueto gegen Nicolas Sessa

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Klingenburg gegen Schoppenhauer und Papadopoulos

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  • SC Preußen Münster - VfR Aalen - Rühle gegen Schoppenhauer

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Rückkehrer René Klingenburg jagte die Kugel nach Martin Kobylanskis Ecke und Schnellbachers zu kurzer Kopfabwehr ins Netz (7.). Die Hausherren waren aktiver, ballsicherer, abgeklärter. Und der Torschütze drehte mächtig auf. Er bediente Lucas Cueto „blind“, der Sascha Traut düpierte und per Chip nur die Latte traf (27.), und er schoss nach Doppelpass mit Tobias Rühle seinen Kollegen Cyrill Akono vor der Torlinie an (32.).

Kittner kitzelt Nebenmann Scherder

Nach dem 0:0 in Uerdingen hatte Simon Scherder noch mehr Torgefahr nach Standards durch die eigene Innenverteidigung gefordert und damit sich und Ole Kittner in die Pflicht genommen. Schwupps, gelang dem Nebenmann der erste Saisontreffer. „Wir haben am Freitag extra noch mal Ecken und Freistöß trainiert“, erzählte der Kapitän. „Es tat allgemein gut, dass wir auf diese Weise getroffen haben.“ Allerdings legte er auch den Finger in eine anderen Wunde. „Hinten hatten wir teilweise Probleme bei gegnerischen Standards, da waren wir nicht aktiv genug. Zum Glück ist Max da immer zur Stelle.“ Keeper Schulze Niehues spielte einmal mehr stark.

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Eng wurde es für die Preußen nur kurz vor und nach der Pause. Ole Kittner prüfte nach Trauts Freistoß seinen eigenen Keeper Max Schulze Niehues (45.+1) in einer Phase, als der Gast über Standards Druck entwickelte. Und Petar Sliskovic ließ nach Kittner-Fehler und Morys-Flanke die Mega-Chance fahrlässig liegen (50.). Als der Ausgleich drohte, schlug aber Cuetos Stunde. Und wie! Erst nahm er Rühles Ablage sehenswert auf, narrte Aalens gesamte Viererkette und nagelte das Leder unter die Latte (62.). Dann drückte er nach Fabian Menigs Einwurf und Philipp Hoffmanns Kopfballverlängerung vor Traut den Ball ins Netz (67.). Jetzt war alles gelaufen. Kittner köpfte sogar noch einen Freistoß von Kevin Rodrigues Pires ein (81.) und machte den höchsten Saisonsieg perfekt, den der Vorbereiter (88.) und Philipp Müller (89.) als Joker noch hätten ausbauen können.

Zwei Neue im Team

4-2-3-1? 4-3-3? Münsters neues System lässt sich verschieden auslegen. In der Spieleröffnung forderte Trainer Marco Antwerpen diesmal sogar eine „flache Vier“ im Mittelfeld und bekam sie zumeist. An zwei Stellschrauben drehte er im Vergleich zum 0:0 in Uerdingen. René Klingenburg begann vor der Abwehr nach abgelaufener Sperre wieder und verdrängte Kevin Rodrigues Pires nach Monaten mal wieder auf die Bank. Vorne kam Cyrill Akono für Philipp Hoffmann ins Team, Tobias Rühle rückte aus dem Sturmzentrum nach rechts. Das Duo, das aus der Startelf gerutscht war, zeigte nach der Einwechslung aber gute Aktionen.

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„Wir haben unsere Angriffe durchgezogen und uns auch sonst an fast alle Dinge gehalten“, sagte Antwerpen. Sein Team ließ den Tabellenletzten in der Tat mit seiner größten Stärke eiskalt abblitzen. Über die gefürchteten Umschaltaktionen kam Aalen nie zum Zug. „Das war wichtig, das war genau so geplant. Wir waren extrem gut eingestellt. Der hohe Sieg tut uns gut und wertet das 0:0 in Uerdingen richtig auf“, referierte der Coach, der nicht vergaß, dass der Gast noch 90 Minuten aus dem Nachholspiel gegen Unterhaching (4:1) am Mittwoch in den Knochen hatte. Es war dennoch vor allem das Verdienst einer taktisch gut abgestimmten Mannschaft, in der die Mittelfeldkämpfer und -renner Sandrino Braun und Klingenburg Schlüsselrollen einnahmen.

Die zwei folgenden freien Tage hatte Antwerpen laut eigener Auskunft ohnehin vorgesehen. Er verbietet auch keinem Profi, sich am Rosenmontag kostümiert in der Stadt blicken zu lassen. „Sind ja alle alt genug“, grinste er. Die Vorstellung am Samstag bestätigte zumindest schon mal eine fußballerische und mentale Reife.

 

Einzelkritik: SC Preußen Münster - VfR Aalen

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  • Max Schulze Niehues: Der Keeper befindet sich weiter in guter Form. Wenn er gebraucht wird, ist er da. Verhinderte mit einem super Reflex kurz vor der Pause Ole Kittners Eigentor. Kleinere Schwächen mit dem Fuß waren kaum der Rede wert. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig: Steckte keinen Deut zurück, obwohl es gegen sein stark abstiegsgefährdetes Ex-Team ging. Hinten ohne Fehl und Tadel. Das dritte Tor leitete der Rechtsverteidiger mit einem langen Einwurf ein. Note: 3,0

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner: Fast ein Eigentor, ein paar Abspielfehler und unnötige Fouls - aber am Ende doch ein Matchwinner mit seinem ersten Saisontreffer und als Chef der Abwehr, die zum fünften Mal im sechsten Match des Jahres zu null spielte. Note: 3,0

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder: Stabilster Part der Viererkette. Der Kapitän antizipierte oft hervorragend, hatte immer die Lufthoheit und schaltete Matthias Morys weitgehend aus.  Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann: Gutes Zusammenspiel mit Lucas Cueto auf der linken Seite, trieb immer wieder das Geschehen über die Außenbahn an. Taktisch hat der Linksverteidiger in der Rückrunde noch mal zugelegt, auch wenn seine Aktionen diesmal nicht von Erfolg gekrönt waren. Note: 3,0

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • René Klingenburg: Der Boss ist wieder da und führte sich gleich mit einem Tor ein. Willenskraft pur. Manchmal einen Tick zu wild im Zweikampf, aber das flößte Aalen Respekt ein. Hatte sogar noch einen weiteren Treffer auf dem Fuß und bereitete Cuetos Lattenschuss vor. Note: 2,0

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun: Seit der Umstellung auf 4-2-3-1 blüht der Routinier auf. Unglaublich viele Ballgewinne, viel Leidenschaft, starke Zweikampfführung, dazu gute Pässe in die Spitze - was will man mehr? Note: 1,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle: Umtriebig wie eh und je, wenn auch nicht immer glücklich. Trotzdem strahlt er immer etwas aus, beschäftigt den Gegner. Diesmal mit dem wichtigen Assist vor dem 2:0. Danach war auch schon Schluss. Note: 3,0

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Nicht immer mit dem letzten Temposprint, aber seine Ballgewandtheit tat den Preußen gut. Die Auszeiten, die sich der Pole ab und an gönnt, verhindern eine bessere Einstufung. Doch kämpferisch hält er mittlerweile immer mit. Note: 3,0

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto: In Uerdingen deutete er eine gute Verfassung an, nun wurde er zum Mann des Tages. Eine klasse Einzelleistung brachte das wichtige 2:0, seine Handlungsschnelligkeit das dritte Tor. Anfangs manchmal überhastet, aber immer präsent. Etwa mit einem Lattentreffer. Note: 1,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono: Ging viele Wege in der Spitze, bedrängte die Aalener Abwehr und versuchte hier und da einen Elfmeter zu bekommen. Selbst zum Abschluss kam er nicht. Pech, als er Klingenburgs Schuss blockte. Note: 3,0

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Guter halbstündiger Jokereinsatz mit der Kopfballverlängerung vor dem 3:0 und einigen langen Sprints auf der rechten Seite. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires: Flutschte diesmal aus der Startelf, zeigte sich dann aber nach der Einwechslung mit guten Standards und dem einen oder anderen Abschluss. Vorbereiter des 4:0 durch Kittner. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller: Ein paar Spurts und ein paar nette Ballaktionen waren noch drin in den letzten Minuten. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe

 

Drei Fragen an Lucas Cueto

Die Gelbe Karte für das Ausziehen des Trikots beim 2:0? „Hoffentlich im Jubel untergegangen“, so Matchwinner Lucas Cueto. „Es musste einfach raus“, sagte er nach seinem ersten Drittliga-Doppelpack.

Können Sie die Momente heute genießen?

Cueto: Klar, wir haben uns endlich mal belohnt – und ich konnte etwas dazu beitragen. Das ist wunderbar.

Können Sie die beiden Treffer schildern?

Cueto: Beim ersten Tor schiebt Tobias Rühle mir den Ball ideal in den Lauf, ich komme im Tempo, nehme ihn mit, lege ihn mir auf links und schließe ab. Beim zweiten spekuliere ich, dass der Ball verlängert wird und stehe richtig. Etwas Pech hatte ich vorher, als der Ball an die Latte geht. Ein Tick zu hoch.

Klingt das 4:0 deutlicher als es letztlich war?

b Ja, die Aalener sind richtig gut. Ich weiß nicht, warum sie unten stehen, sie haben super Einzelspieler. Aber unsere Tore sind zum passenden Zeitpunkt gefallen.

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