Segeln: Regatta auf dem Aasee
Auch Olympia-Teilnehmer an ihren Grenzen

Münster -

Der Aasee mag klein sein, beschaulich ist er nicht – zumindest nicht, wenn es schneit und stürmt. Eines der kleinsten Segelreviere Deutschlands wurde am Wochenende zu einer großen Herausforderung – sogar für Olympia-Segler.

Mittwoch, 17.04.2019, 17:06 Uhr aktualisiert: 18.04.2019, 11:14 Uhr
Ruppige Winde und Schneefall stellten die Regatta-Teilnehmer am ­Wochenende vor knifflige Aufgaben.
Ruppige Winde und Schneefall stellten die Regatta-Teilnehmer am ­Wochenende vor knifflige Aufgaben. Foto: Matthias Pape

Segeln ist Sport, darauf können sich passionierte Segler so gerade noch einlassen, obwohl Segeln für sie eigentlich deutlich mehr ist: Alles zwischen Hochleistung und Tiefenentspannung im Einklang mit der – und nicht im Kampf gegen die – Natur. Es ist ein Lifestyle, eine Passion. Wellen, Wind und Wasser bis zum Horizont – das ist jetzt die Stelle, an der Münsters Aasee die Segel streichen und klein beigeben muss. Ganz klein. Dennoch lässt sich die Faszination auch oder gerade auf einem der kleinsten Reviere Deutschlands perfekt ausleben.

Am Wochenende waren 26 Teilnehmer aus dem ganzen Land zu Gast und erlebten den kleinen Aasee in seiner ganzen Pracht. „Alle vier Jahreszeiten an einem Tag“, fasste Regattaleiter Matthias Pape vom veranstaltenden SC Münster das anspruchsvolle und selektive Wettfahrtgeschehen zusammen.

Für die Regatta der 2.4mR-Klasse, der weltweit einzigen Bootsklasse, in der Segler mit und ohne körperliche Behinderungen ohne Wertungsausgleich gegeneinander antreten können, waren die Teilnehmer bis zu 550 Kilometer angereist, um Punkte für die im Herbst stattfindende Deutsche Meisterschaft auf dem Essener Baldeneysee zu sammeln. Prominentester Athlet war einmal mehr der zweifache Olympia-Teilnehmer Ulli Libor , der jeweils im Flying Dutchman 1968 in Mexiko Silber und 1972 in Kiel Bronze gewann. 1984 war er Mannschaftsleiter der deutschen Segler in Los Angeles, vier Jahre später in Seoul.

Der Mann ist mit allen Revieren der Welt vertraut – und inzwischen gern und regelmäßig zu Gast auf dem Aasee. Am Wochenende belegte Libor hinter dem ebenfalls international erfahrenen Karl Dehler Rang zwei – dicht gefolgt vom ersten Münsteraner im Wettbewerb. Andreas Greufe vom SCM schaffte den Sprung aufs Treppchen, Clubkamerad Andreas Ruetter belegte Rang sechs, Burkhard Hermes (10.), Wolfgang Grupe (12.), Jürgen Schwittai (16.) und Christoph Kuhlmann (18.) nutzten ihren Heimvorteil ebenfalls zu guten Platzierungen – bei Kälte und ruppigem Wind. Bedingungen, die die Teilnehmer auf dem kleinen See vor große Herausforderungen stellten.

Der Tross zieht jetzt weiter zur nächsten Regatta auf dem Müggelsee bei Berlin. Am Start natürlich auch die Münsteraner, die sich mit der Aasee-Expertise in jedem Revier des Landes problemlos behaupten können.

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