Triathlon: Bundesliga
Tri Finish schickt 17 Legionäre ins Rennen – ein Neuer für W+F

Münster -

Tri Finish Münster setzt in der im Juni beginnenden Bundesliga-Saison auf die volle Legionärspower. 17 von 20 gemeldeten Athleten kommen aus dem Ausland, acht von ihnen sind neu. Eine Nummer kleiner geht Lokalrivale W+F Münster die Sache an und stellt lediglich 14 Sportler.

Mittwoch, 17.04.2019, 17:18 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 17:58 Uhr
Völlig ausgepowert: Seth Rider geht in sein drittes Jahr bei Bundesligist Tri Finish Münster. Im Fokus hat der Amerikaner auch die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.
Völlig ausgepowert: Seth Rider geht in sein drittes Jahr bei Bundesligist Tri Finish Münster. Im Fokus hat der Amerikaner auch die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Foto: Peter Leßmann

Ein großer Kader birgt nicht selten Zündstoff. Zu viel Quantität gepaart mit guter Qualität ist ein Becken für Konflikte. Trainer und Spieler aus populären Disziplinen wissen um die Problematik – und suchen sich, wenn möglich, den Weg des geringsten Widerstands. In Sportarten, die ihr Dasein eher am Rande fristen, und doch Trends setzen, ist das Szenario weniger aufreibend. Im Triathlon zum Beispiel mag man es liebend gern üppig in Sachen Mannschaftsstärke. Und das meist frei von jeglichen Disharmonien. Warum? Weil Dreikämpfer Individualisten sind, mitunter eigene Interessen verfolgen und nicht ihren Hauptreiz auf das Team legen. Gerade im Leistungssport genießen internationale Rennen wie der Europa-Cup Priorität. Ja, der eine oder andere Ausdauerbolzen träumt von Olympia – und startet, wenn überhaupt, nur ein- oder zweimal in der Bundesliga für seine Mannschaft. Weicon Tri Finish profitiert seit Jahren von diesem Umstand. Für die am 1. Juni im Kraichgau beginnende Saison hat der ambitionierte Verein in den vergangenen Wochen wieder fleißig seine Kontakte in die Welt spielen lassen, den Kader zusammengestellt. Und siehe da: 20 Athleten gehören zum Kern. Acht davon sind neu. Die Welle der Internationalisierung schwappt weiter.

Die Namen haben durchaus Klang: Idan Apsimon (Israel), Henry Bramwell-Reeks, Fergus Roberts (beide England), Jean-Paul Burger (Namibia), Joan Colino Colomarde (Spanien), Sam Laidlow, Jocelyn Mourier (beide Frankreich) und Milan Tomin (Serbien) sind erstmals für Münster in der Eliteliga gemeldet. „Das Oberhaus ist für diese Jungs nicht so uninteressant“, sagt Martin Epkenhans , Sportlicher Leiter. Für ihn zählt Deutschland neben Frankreich und den Niederlanden zu den stärksten Ligen der Welt. Neun weitere Legionäre hat er mit den Niederländern Marco Akershoek, Menno Koolhaas und Marco van der Stel, den Engländern Barclay Izzard, Tyler Smith und Jack Willis, Seth Rider (USA), Thomas Sayer (Frankreich) und Tim Van Hemel (Belgien) in der Hinterhand. Ja, es ist inzwischen Usus, dass Bundesligisten Athleten aus aller Herren Länder verpflichten, um konkurrenzfähig zu sein. „Das ist der Weg“, sagt Epkenhans. Und verdeutlicht: „Unser Sponsor ist auch weltweit tätig.“ Luca Heerdt, Yannic Stollenwerk und Patrick Dirksmeier machen die 20 voll – und sorgen zumindest für einen Hauch von lokalem Anstrich.

Breit aufgestellt zeigt sich auch der städtische Konkurrent von Wasser + Freizeit. 14 Dreikämpfer stark ist dort das Aufgebot – aber nur einer ist neu: der Niederländer Joey van’t Verlaat. Seine Landsleute Marco Vernooij, Pim Vernderbosch und Jan-Roelf Heerssema haben ihn nach Münster gelotst. Die regionalen Kräfte Jonas und Cedric Osterholt, Robin Willemsen, Eric Bennemann, Paul Völker, David Wetzel, Stefan Stroick, Quentin Staudinger, Ynze Keulstra und Jannik Feder komplettieren die Gruppe. Im Aufstiegsjahr 2018 hatte W+F sensationell Rang neun belegt – und damit die Vorherrschaft in der westfälischen Domstadt übernommen. Tri Finish finishte als Zehnter.

Gewöhnungsbedürftig ist: Die Brust bleibt frei. Es gibt keinen Namensgeber mehr. Das Team um die Sportliche Leitung mit Patrick Hoffmann startet künftig als W+F Münster Bundesliga-Team – und sprintet so gegen den Mainstream.

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