Fußball: Oberliga
Neuer Sportlicher Leiter beim 1. FC Gievenbeck – Becker steht für klare Worte

Münster -

Der neue Job ist eine echte Herausforderung für Carsten Becker. Als Sportlicher Leiter des 1. FC Gievenbeck muss der 47-Jährige die kommende Saison planen – und das mit weiterhin arg beschränkten Mitteln. Warum ihm das nichts ausmacht, erklärt der Ex-Profi einleuchtend.

Mittwoch, 15.05.2019, 16:28 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 22:34 Uhr
Früher eher im Sportdress am Spielfeldrand, künftig vielleicht auch mal im Sakko: Carsten Becker
Früher eher im Sportdress am Spielfeldrand, künftig vielleicht auch mal im Sakko: Carsten Becker Foto: Johannes Oetz, Kay Böckling

Zur verschlossenen Sorte gehörte Carsten Becker noch nie. Ob früher als Preußen-Profi oder später als Trainer des TuS Altenberge und des VfL Wolbeck – der inzwischen 47-Jährige war immer ein Mann für klare Worte. Seit eineinhalb Wochen hat er nun einen neuen Posten. Und der hat es in sich. Sportlicher Leiter beim 1. FC Gievenbeck . Kurz gesagt, bei dem Club, dessen Flaggschiff gerade aus der Oberliga abgestiegen ist, dessen Finanzen sich in den vergangenen Jahren weiter nicht verbessert haben, aber dessen Tafelsilber auch eine extrem erfolgreiche und engagiert betriebene Nachwuchs-Abteilung ist.

Ein Blatt vor den Mund nimmt Becker noch immer nicht. „Natürlich ist das Wirtschaftliche ein anstrengendes Thema, das sich auch nicht binnen zwei Jahren beenden lässt. Aber vielleicht kann ich ja mit ein paar Kontakten helfen, wen zu aktivieren.“ Sein eigentliches Feld aber ist der Sport. Erste und zweite Mannschaft, dazu die A-Jugend. „Es ist eine ehrenamtliche Tätigkeit. Ich kann mir meine Zeit, das haben die ersten beiden Wochen gezeigt, einteilen.“ Erste Wegmarken sind gesetzt, auch dank der guten Vorarbeit von Vorgänger Stephan Zurfähr.

Gerade für die Westfalenliga ist der Verein recht weit. „Es ist das Besondere am FCG, keiner bleibt oder geht wegen Kohle. Da muss man allen Jungs dankbar sein“, sagt Becker. „Dass die Saison mit dem Abstieg enden kann, wusste ich. Das eine Jahr aber war lehrreich, außerdem haben wir x-mal gehört, dass wir eine der wenigen Mannschaften haben, die auch Fußball spielen.“

Trainerposten abgelehnt

Seit 13 Jahren schon wohnt Carsten Becker in Gievenbeck. Seine beiden Söhne begannen natürlich beim FCG mit dem Kicken. Daher unterstützte der Ex-Profi ab und an in der U 10 und U 11 den Trainingsbetrieb mit den Schwerpunkten Koordination und Technik. Diverse Anfragen von Abteilungschef Christian Wielers zu Trainerposten schlug er aus. „Als Coach wollte ich nicht mehr arbeiten, als ich einmal aus diesem Fußballrhythmus raus war.“ Jetzt hat ihn das Geschäft wieder.

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Ausland oder Studium sind die Gründe, warum Maximilian Franke, Thomas Teupen und Constantin Rieger gehen, Yasin Altun zieht es in die Regionalliga nach Lippstadt. „Er kann jederzeit wiederkommen“, sagt Becker. Einen zweiten Keeper sucht er, weil Henning Reichel womöglich zum TuS Hiltrup geht. Feldspieler sind natürlich auch willkommen.

17 Akteure, also alle anderen, haben zugesagt. Allerdings wiegt der Weggang von Co-Trainer Janis Hohenhövel (zu Preußen) schwer, der gerade in der Trainingsarbeit wichtig war. Fast nebenbei bestätigt Becker noch mal, dass Benjamin Heeke weiter Chefcoach ist. Keine Überraschung, so läuft das eben im Sportpark. Assistent Jens Wissing bleibt auch an Bord. Für die U 19, die auf dem Weg in die Westfalenliga ist, heißt das Trainertrio Omid Asadollahi, Charles Kamdjeu und Pascal Will (alle bisher U 17).

Die vielleicht größte Baustelle ist die U 23, und hier beißt sich Becker ebenfalls nicht auf die Zunge. „Da muss sich der Verein den Vorwurf gefallen lassen, sich zu spät um Spieler und Trainer gekümmert zu haben. Wir können keinem böse sein, der lieber in einer Ersten oder bei seinem Heimatverein spielen will. Da müssen wir uns was einfallen lassen.“ Mittelfeldspieler David Niehues bemüht sich um den kleinen Stamm der Verbliebenen. Aus der Jugend, aber auch der Dritten und Vierten soll der Kader notfalls erweitert werden. „Viele Jungs dort sind hochklassig ausgebildet. Wir können uns nicht drauf verlassen, dass immer mal Studenten vorbeikommen und brauchen jetzt erst mal einen Trainer. Ein Himmelfahrtskommando ist das nicht. Wer Mut hat – nur zu“, so Becker, der die „persönliche Patenschaft“ für die Reserve übernehmen will. Ein Rückzug aus der Bezirksliga war nie ein Thema. „Es wäre ja grob fahrlässig das wegzuwerfen“, so der neue Sportchef. „Aber ich will auch nicht zu sehr drauf rumhacken. Wir kriegen das hin.“ Seine erste Herkulesaufgabe ist gefunden.

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