Fußball: Westfalenliga
Hiltrups Carsten Winkler: „Nicht so der emotionale Typ“

Münster -

Jahrzehnte war Carsten Winkler als Spieler und Trainer beim TuS Hiltrup aktiv. Mit dem letzten Spieltag in der Westfalenliga endet nun (vorerst) das Engagement des Coaches, der sich künftig anderen, weit wichtigeren Aufgaben widmen möchte.

Freitag, 24.05.2019, 17:20 Uhr aktualisiert: 24.05.2019, 18:17 Uhr
15 Jahre Spieler, 14 Jahre Trainer – und ab Sonntagnachmittag nur noch interessierter Zuschauer: Für Carsten Winkler beginnt mit dem Saisonfinale des TuS Hiltrup eine neue Zeitrechnung.
15 Jahre Spieler, 14 Jahre Trainer – und ab Sonntagnachmittag nur noch interessierter Zuschauer: Für Carsten Winkler beginnt mit dem Saisonfinale des TuS Hiltrup eine neue Zeitrechnung. Foto: fotoideen.com

Rund 35 Jahre lang war Carsten Winkler auf den Fußballplätzen der Region zu finden. Beim TuS Hiltrup spielte und trainierte der 40-Jährige am längsten, nämlich fast drei Jahrzehnte. Dass nun Schluss sein soll, kündigte der Lehrer lange vorher an. Und auch, wenn er es im Gespräch zu verbergen versucht: Wehmut ist in den letzten Tagen beim TuS Winklers treuer Begleiter.

Nach 29 Jahren, 15 als (Jugend-)Spieler, 14 als Trainer: Da geht man doch nicht ohne eine Träne im Knopfloch oder?

Winkler: Stimmt, aber ich bin ja nicht so sehr der emotionale Typ. Als ich vor neun Jahren als Jugendtrainer und Spieler ging, war es für mich, als ende ein Abschnitt in meinem Leben. Das ist so lange her. Nun als verantwortlicher Trainer ist es anders. Diese Aufgabe endet nun. Schade ist es trotzdem, weil es eine richtig geile Truppe ist, die nun ausein­anderbricht.

Sie wechselten vor drei Jahren aus der Landes- ( BSV Roxel ) in die Westfalenliga. Ein großer Sprung?

Winkler: Kein bisschen. Ich habe versucht, gut vorbereitet zu sein, hatte immer einen roten Faden beim Training. Aber: Ich hatte auch noch nie so gute Spieler wie jetzt. Beim BSV waren wir – Spieler und Trainer – ja noch etwa ein Alter. Da sind Freundschaften entstanden. Beim TuS habe ich auch einen guten Draht zu den Spielern, aber es war ja eben mehr ein Trainer-Spieler-Verhältnis.

Sie haben beim TuS Höhen und Tiefen erlebt, beispielsweise 2017 als der Blick zwischenzeitlich nach unten ging.

Winkler: Tabellenplätze, Auf- und Abstiege sind Zahlen und Nummern. Darüber definiere ich mich nicht. Es steht viel mehr die Entwicklung von Spielern im Vordergrund. Und nicht zuletzt: Gerade im Amateursport gibt es ja auch eine soziale Ebene. Wir verbringen Stunden miteinander, auf dem Platz und in der Kabine. Das sind bleibende Erinnerungen. Aber es stimmt auch: Bitter, wenn du da oben in der Tabelle kratzt, aber es wieder nicht schaffst. In Erinnerung bleiben auch immer die Derbys, da haben wir uns ja meist gut geschlagen.

Gibt es einen persönlichen Tiefpunkt, den Sie erleben mussten?

Winkler: (Überlegt lange) Eher nicht. Unser Ziel war, in drei Jahren etwas aufzubauen. Im ersten lernst du die Menschen kennen, im zweiten sollte der Kader verbessert und ergänzt werden, aber da und im dritten Jahr sind wir schon an unsere Grenzen gestoßen. Das heißt, die Idee war gar nicht zu realisieren bei diesen Rahmenbedingungen. Das ist kein Vorwurf an niemanden. Aber das, was wir uns vorgenommen haben, war nicht zu vollziehen. Die Jungs haben das Beste daraus gemacht und – Hut ab! – sie haben alles gegeben.

Sie verlieren nun – pardon – Ihren Lebensmittelpunkt. Wie sieht denn künftig Ihr Alltag aus – ganz ohne Fußball?

Winkler: Stimmt. Ich war immer der erste auf dem Platz und der letzte, der gegen 23.30 Uhr ging. Am Donnerstag war zum Beispiel trainingsfrei, ein komisches Gefühl. Da muss ich mich wohl umgewöhnen. Ich hatte immer Spaß mit den Jungs, aber wir sind ja nicht aus der Welt. Und: Meine Frau und ich erwarten unser erstes Kind, beruflich stehen einige Änderungen an. Also passte es eigentlich ganz gut, dass ich dem TuS im September abgesagt habe und im November die Nachricht von der Schwangerschaft kam. So akribisch war das aber nicht geplant ...

Wird man Sie irgendwann wieder auf dem Platz sehen?

Winkler: Ich schaue mir schon ein paar Spiele an, sozusagen als neutraler Beobachter mit Kinderwagen. Vielleicht kommt ja später noch einmal ein Angebot.

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