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Bitterer und skurriler Abstieg des TC Union – Hintertür geöffnet?

Münster -

Sportlich abgestiegen – dieses Ergebnis stand am Montag unterm Strich für den des TC Union Münster. Ein Sieg gegen Leverkusen ließ das Team Samstag hoffen, die Niederlage am Montag in Hamburg führte aufgrund des seltsamen letzten Erstliga-Spieltags zum bitteren Resultat. Etwas Hoffnung bleibt aber.

Montag, 10.06.2019, 18:58 Uhr aktualisiert: 11.06.2019, 17:10 Uhr
Einmal tief Luftholen: Manon Kruse sicherte dem TCU mit Melanie Klaffner am Samstag im Doppel das 5:4 gegen Leverkusen und gewann auch am Montag einen wichtigen Satz beim Club an der Alster. Ob Union als Drittletzter weiter Zweitligist bleibt, ist noch offen.
Einmal tief Luftholen: Manon Kruse sicherte dem TCU mit Melanie Klaffner am Samstag im Doppel das 5:4 gegen Leverkusen und gewann auch am Montag einen wichtigen Satz beim Club an der Alster. Ob Union als Drittletzter weiter Zweitligist bleibt, ist noch offen. Foto: fotoideen.com

Es war das Wochenende der knappen Entscheidungen und ganz sicher nichts für schwache Nerven. Am Samstag hatte der TC Union Münster die Weichen für den sechsten Klassenerhalt in Serie gestellt, das bis fast zum letzten Ballwechsel spannende 5:4 (3:3) gegen den RTHC Bayer Leverkusen ließ die Hoffnung auf den Zweitliga-Verbleib steigen. Diese aber wurde in einem kuriosen wie abstrusen Bundesliga-Finale gleich wieder zerstört, da sich nach einigen Irrungen und Wirrungen der TK BW Aachen neben dem DTV Hannover in die Nordstaffel des Unterhauses verabschiedete, aus dem nun wiederum drei Teams absteigen.

Zu diesem Trio gehört auch der TCU, der zum Abschluss 1:8 (0:6) beim Club an der Alster unterlag – aber als Drittletzter über einen Umweg 2020 doch noch Zweitligist sein könnte. „Es wird gemunkelt, dass der DTB die 2. Bundesliga von sieben auf acht Mannschaften aufstocken will. Aber das müssen wir abwarten. Aktuell gehen wir davon aus, dass wir im nächsten Jahr der Regionalliga West angehören“, sagte Münsters Trainer Thomas Heilborn, der ein sehr turbulentes Pfingstwochenende erlebte.

Da war zunächst das 5:4 gegen Leverkusen, ein Duell auf Augenhöhe zweier direkter Konkurrenten. Nastja Kolar (6:4, 7:6 gegen Carolina Alves), Franziska Etzel (6:2, 6:3 gegen Janneke Wikkerink), Ria Dörnemann (6:1, 6:4 gegen Alina Wessel) und Tina Kötter (2:6, 6:3, 10:5 gegen Katharina Rath) gewannen ihre Einzel und sorgten für eine 4:2-Führung, die Melanie Klaffner/Kruse mit dem 2:6, 6:3, 10:6 in den zweiten Unioner Saisonsieg verwandelten. Kolar/Etzel (1:6, 7:6, 8:10 gegen Romy Kölzer/Alves) sowie Dörnemann/Kötter (7:5, 3:6, 6:10 gegen Lena Hofmann/Wessel) verpassten weitere Zähler – mit Blick auf das am Montag folgende Zweitliga-Finish hätten sich diese Niederlagen fast noch gerächt.

Denn während Union ohne Kolar und Klaffner beim 1:8 an der Elbe erwartungsgemäß keine Chance hatte, duellierten sich Leverkusen und der THC von Horn und Hamm beim 5:4 bis zum Matchball des letzten Doppels. Klar war zu diesem Zeitpunkt, dass der Verlierer als Vorletzter definitiv abgestiegen ist. Es traf den THC aus Hamburg, der als schlechteste Mannschaft aus dem Trio mit 4:8 Punkten in der Endabrechnung zwei Sätze hinter Münster liegt.

Nur gut, dass Dörnemann/Anne Kurzweil gegen Ester Pataki/Michelle Korpys (6:3, 6:2) beim Club an der Alster den Ehrenpunkt holten sowie Dörnemann im Einzel (2:6, 6:4, 5:10 gegen Kamilla Bartone) und Manon Kruse/Franziska Etzel im Doppel (1:6, 6:3, 6:10 gegen Lisa Matviyenk/Bartone) wichtige Sätze gewannen. „Was die Mädels gegen Leverkusen und in Hamburg geleistet haben, war große Klasse. Alle haben gefightet, das kann man für manchen Bundesligisten nicht sagen“, meinte Heilborn, dem so einige schwache Aufstellungen diverser Erstligisten sauer aufstießen. Letztlich erwischte es Aachen, das mit einem Matchpunkt weniger als Waldau Stuttgart künftig wieder Zweitligist ist – und die erhoffte Klassenerhalts­party des TC Union verhinderte. Zumindest vorerst, denn eine Hintertür scheint ja noch offen zu sein.

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