Rad: „Agravis-Cup – 88-mal um die Marktallee“
„Die Leute bei Laune halten“ – Gideon Schwarze freut sich auf das Rennen

Münster -

Die besten deutschen Amateurfahrer werden sich am Freitag in Hiltrup in die Kurven legen. Das traditionelle Radrennen steigt nach der Neuauflage 2016 zum vierten Mal, diesmal unter dem Namen „Agravis-Cup“.

Mittwoch, 12.06.2019, 16:06 Uhr aktualisiert: 12.06.2019, 20:44 Uhr
Erst Mountainbiker, dann dem Rennrad verfallen: Gideon Schwarze war ein Verfechter für die Neuauflage des legendären Radrennens im Herzen Hiltrups.
Erst Mountainbiker, dann dem Rennrad verfallen: Gideon Schwarze war ein Verfechter für die Neuauflage des legendären Radrennens im Herzen von Hiltrup. Foto: RSV Münster

Exakt 791 Meter misst die Strecke, das hat Rudi Wegmann verraten. Viele Jahre hat der Papa von Ex-Profi Fabian beim Klassiker „Rund um die Marktallee“ in der Verantwortung gestanden. Das Traditionsrennen in Hiltrup ist nach kurzer Unterbrechung geblieben, die Entscheidungsträger sind mitunter neu. Am Freitag hebt sich der Vorhang für die erste Auflage des Agravis-Cups , der den Elbers-Cup nur namentlich abgelöst hat. 88-mal geht es wieder durch die gute Stube des Stadtteils. Redaktionsmitglied André Fischer sprach mit Gideon Schwarze , seit 2006 Vorsitzender des ausrichtenden RSV Münster, über das besondere Flair dieses Amateurrennens.

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Schwarze: (leicht gestresst, aber mit einem Lächeln) Das hat mir gerade noch gefehlt.

Sorry! So kurz vor dem Radrennen bimmelt das Telefon in einer Tour, was?

Schwarze: Das Rennen steht, alles safe. Aber ich habe ja auch noch einen richtigen Job. Und da brennt es gerade in so einer kurzen Woche manchmal extrem. (Schwarze ist in leitender Funktion in dem elterlichen Unternehmen Wach- und Schließgesellschaft tätig.)

Herr Schwarze, wir müssen trotzdem reden.

Schwarze: (lacht – und schleicht auch aus dem Büro) Gerne.

Sie waren eine treibende Kraft, als es darum ging, dem Radrennen im Jahr 2016 neues Leben einzuhauchen. Was hat Sie damals angespornt?

Schwarze: Zu den Fundamenten eines Radsportvereins gehören für mich zwei elementare Dinge: ein eigenes Rennen als Plattform zu bieten und Nachwuchs zu generieren. Du musst die Leute bei Laune halten. Wir haben das Glück, dass wir gut aufgestellt sind, viele Befürworter und Gönner haben. Das macht vieles einfacher, auch die Zusammenarbeit mit dem Sportamt klappt hervorragend.

Allerorts brechen Radrennen weg. Sie sind bewusst gegen den Trend geschwommen.

Schwarze: Das ist richtig. Wir haben gottlob den finanziellen Background für unser Konzept. Das ist nicht überall so. Nur eines ist klar: Deutschland braucht diese Rennen für Amateure, wenn wir hier wettbewerbsfähig bleiben wollen. Unser Schirmherr Fabian Wegmann, Marcel Kittel, Tony Martin und Co. sind damit groß geworden.

Blöd nur, dass die Austragung am Freitag mit den nationalen Titelkämpfen der U 23 und U 19 am Samstag kollidiert.

Schwarze: Als wir das Rennen ausgeschrieben haben, waren die Deutschen Meisterschaften noch nicht terminiert. Das ist natürlich schade, aber leider nicht zu ändern. Der eine oder andere Fahrer wird sich nun lieber mit der nationalen Elite messen.

Aber das Fahrerfeld hat trotzdem klangvolle Namen zu bieten. Wie zum Beispiel ...

Schwarze: ... Bahnrad-Weltmeister Lucas Liß. ­Alexander Nordhoff und Vorjahressieger Hendrik Eggers sind ebenso dabei. Und der erfahrene Vladi Riha. 50 Fahrer haben für das Hauptrennen gemeldet.

Bei der U 19 hat ein Schützling des RSV gute Karten aufs Podium.

Schwarze: Hannes Wulfert fährt eine grandiose Saison, er ist gerade Zweiter im Zeitfahren bei den Landes-verbandsmeisterschaften geworden. Er hat das Zeug dazu, ganz oben zu landen. Mit Jonas Messerschmidt und Sven Schöne haben wir außerdem zurzeit zwei starke Bundesliga-Fahrer am Start, die am Freitag verhindert sind.

Nachwuchsprobleme gibt es also keine?

Schwarze: Wir sind der einzige Radsportverein in Münster, der die Jugendlichen gezielt fördert. Dementsprechenden Zuwachs haben wir, seitdem wir uns die Jugendarbeit auf die Fahnen geschrieben haben. Und wenn die Jungs gut genug sind, irgendwann einmal in die Welt auszuwandern, werden wir sie nicht aufhalten. Finanziell sind einem irgendwann Grenzen gesetzt. Der Stolz, die Jungs ausgebildet zu haben, überwiegt dann.

Die Strecke im Herzen von Hiltrup ist eine rasante Hochgeschwindigkeitsrunde. Auf was freuen Sie sich bei dem Rennen?

Schwarze: Das Rennen lebt vor allem von seiner Nähe zum Publikum – und das 88-mal. Da wird mit jeder Kurve neue Spannung aufgebaut. Das ist einzigartig. Auch wenn ich mitunter sehr beschäftigt bin, werde ich jede einzelne Runde genießen. Und wenn wir dann noch einen Lokalmatador auf dem Treppchen haben, wäre das die Krönung.

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