Reiten: CHIO in Aachen
Ingrid Klimkes besonderer Samstag in der Soers – Langehaneberg rehabilitiert sich

Münster -

Es waren nicht nur ihre Sieg in der Einzel- wie Teamwertung der Vielseitigkeit, die Ingrid Klimke am Samstag strahlen ließen. Auch später im Parcours sowie unter den Spezialisten im Viereck sorgten die Ergebnisse für gute Laune. Diese war bei Helen Langehanenberg am Samstag auch wieder etwas besser.

Sonntag, 21.07.2019, 17:04 Uhr aktualisiert: 22.07.2019, 09:44 Uhr
Nicht nur mit Hale Bob, sondern auch mit Weisse Düne und Franziskus war Ingrid Klimke beim CHIO erfolgreich.
Nicht nur mit Hale Bob, sondern auch mit Weisse Düne und Franziskus war Ingrid Klimke beim CHIO erfolgreich. Foto: dpa

Ingrid Klimke war am Samstag beim CHIO in Aachen eine ganz besonders gefragte Frau. Vielseitigkeit, ein Team-Wettkampf sowie Dressur – für die Reitmeisterin ging es beim Weltfest des Pferdesports Schlag auf Schlag.

Am Vormittag war sie mit Hale Bob durch das Gelände der Soers geflogen, hatte damit dem deutschen Team zum Sieg im Nationenpreis verholfen und ganz nebenbei die Einzelwertung gewonnen. „Der Geländeritt war eine Wucht. Es war schwer, in der Zeit zu bleiben. Daher habe ich versucht, jeden Meter zu sparen. Das hat geklappt, Bobby war super“, sagte Klimke, die zwei Sekunden vor der Richtzeit ins Ziel ritt. Kaum dort angekommen, waren ihre Familie und Wilhelm Holkenbrink erste Gratulanten, das Händeschütteln und Schulterklopfen hörte auch in der Folge kaum auf.

Am meisten Ruhe hatte Klimke wohl im Sattel, in den sie noch zweimal stieg. Erst beim Lavazza-Preis, einem Team-Dreikampf für einen Vielseitigkeits- und einen Springreiter sowie für einen Gespann-Fahrer – auch den gewann sie im Sattel von Weisse Düne sowie an der Seite der Schweizer Pius Schwizer und Jerome Vautaz. Für die Siegerehrung aber blieb keine Zeit, flugs ging es für die 51-Jährige rüber ins Viereck. Mit Franziskus bestritt sie die Vier-Sterne-Kür unter Flutlicht und krönte als Zweite (78,945 Prozent) hinter der Dänin Catherine Dufour mit Cassidy (83,460) den ganz speziellen Tag. „Wir sind überglücklich nach Hause gefahren.“

Weniger glücklich verliefen die Tage in Aachen für Helen Lange­hanenberg (RV St. Georg Münster) – trotz des Mannschaftssiegs im Nationenpreis. Am Donnerstag hatte sie ihr Hengst Damsey im Grand Prix im Stich gelassen und eine schwache Leistung gezeigt. „Er ist eben kein Tennisschläger, das macht diesen Sport aber auch aus. Das war nicht unser Tag, da hat die Chemie nicht gestimmt“, hatte Lange­hanenberg am Donnerstag im Gespräch mit dem Internetportal „ClipMyHorse“ gesagt. Doch am Samstag im Special rehabilitierte er sich, auch wenn ihm der letzte Esprit fehlte. 75,043 Prozent können sich für die Umstände sehen lassen. „Man darf nicht vergessen, dass er eine lange Saison mit dem Weltcup-Finale hinter sich hat“, meinte Langehanenberg, deren Name aber auf der am Sonntag veröffentlichten Longlist für die EM in Rotterdam fehlt.

Eine Woche nach dem Titelgewinn bei der Nachwuchs-EM lief es diesmal für Philipp Schulze Topphoff nicht optimal. Im Finale des U-25-Springpokals, für das sich zuvor die 20 Besten auf vier Stationen qualifiziert hatten, kam er mit dem erst acht Jahre alten Alphajet bei drei Abwürfen nur auf Rang 15. Der U-21-Europameister aber hatte nur wenig Zeit, sich zu ärgern: Schon am Sonntag bestritt er mit Cooper (Platz sechs) und Casandra (Rang acht) das abschließende S-Springen in Herbern.

Ein starkes Ergebnis gab es für Gerrit Nieberg (RV St. Hubertus Wolbeck). Mit Ben wurde er Dritter im Finale der Youngster-Tour.

Sieg für Vielseitigkeitsteam

Die deutsche Mannschaft hat am Samstag die Vielseitigkeit beim CHIO in Aachen gewonnen. Das Quartett um Europameisterin Ingrid Klimke mit Hale Bob setzte sich nach dem abschließenden Geländeritt trotz eines Ausfalls vor Neuseeland und Australien durch. Die Team-Reiterin Josefa Sommer musste aufgeben, weil ihr Pferd Hamilton ein Hufeisen verloren hatte. „Wir sind wieder zurück“, kommentierte der Bundestrainer den Sieg. Im Vorjahr hatte das deutsche Team, zu dem noch Michael Jung mit Star Connection und Andreas Dibowski mit Corrida gehörten, nur Rang fünf belegt. Einen bedeutenden Anteil am Teamerfolg hatte Klimke, die auch die Einzelwertung gewann – als erste Reiterin zum dritten Mal. Nach den ersten zwei Teildisziplinen hatte die Münsteranerin mit Hale Bob auf dem dritten Rang gelegen – um dann im Gelände richtig aufzudrehen. Als eine von nur drei strafpunktfreien Reitern kam die 51-Jährige zwei Sekunden vor der Richtzeit ins Ziel und rutschte damit auf Platz eins. „Ich bin überglücklich, Bobby hat es toll gemacht. Es lief wie am Schnürchen“, so Klimke, die vor Jung mit Chipmunk gewann.

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