Fußball: 3. Liga
Erste Preußen-Schlappe: Zebras rupfen die Adler

Duisburg -

Das hat noch gefehlt: Remis zum Auftakt, Sieg am zweiten Spieltag – und jetzt die erste Schlappe. Beim MSV Duisburg hat es den SC Preußen erwischt – frontal. Mit 0:2 ging eine Partie verloren, bei der Münster nie für ein Erfolgserlebnis in Frage kam.

Mittwoch, 31.07.2019, 21:24 Uhr aktualisiert: 31.07.2019, 22:03 Uhr
Duisburgs Tim Albutat setzt sich hier gegen Lucas Cueto und Kevin Rodrigues Pires durch – kurz nach der Halbzeit traf er zur MSV-Führung.
Duisburgs Tim Albutat setzt sich hier gegen Lucas Cueto und Kevin Rodrigues Pires durch – kurz nach der Halbzeit traf er zur MSV-Führung. Foto: Jürgen Peperhowe

Gerade mal vier Tage hielt bei Preußen Münster die Freude über eine gute Ausbeute aus den ersten beiden Partien. Inmitten der englischen Woche ereilte den Drittligist mit dem 0:2 (0:0) beim MSV Duisburg ein eklatanter Rückschlag. Das Resultat, immerhin gegen einen Aufstiegsanwärter, war weit weniger beunruhigend als die 90-minütige deutliche Unterlegenheit. Es hätte also wesentlich klarer ausfallen müssen.

Trainer Sven Hübscher war trotz der Pleite bemüht, nicht schon jetzt Alarm zu schlagen. „Der Gegner hat viel Qualität, viele Zweitliga-Spieler drin. Da sollten wir nichts überdramatisieren. Wenn die Lehre ist, dass wir Zweikämpfe gewinnen müssen, dann nehmen wir das an. Und über das System müssen wir sowieso nicht reden, wenn wir in diesem Punkt unterlegen sind.“

Konstrukt wackelte

Münster im 4-2-3-1 etwas defensiver als zuletzt beim 2:0 gegen Jena, die Meidericher bemüht, dem Publikum gerecht zu werden. Rufat Dadashov prüfte zunächst Keeper Leon Weinkauf (10.) aus der Distanz, keiner ahnte, dass es der einzige Torschuss des Tages für den SCP bleiben sollte. Auf der anderen Seite wurden die Hausherren oft über die Außen gefährlich.

Erst verzog Connor Krempicki mit der Hacke (11.), dann legte er für Vincent Vermeij perfekt auf, doch der Angreifer bugsierte den Ball am leeren Tor vorbei (14.). Glück für die Preußen. Doch das Manko blieb: Sobald es über die Flügel ging, brannte es im Sechzehner. Lukas Daschner bot sich nach Vermeij-Ablage die Großchance, doch Torhüter Max Schulze Niehues parierte (20.). Defizite auch im Stellungsspiel, fehlende Präzision und Entschlossenheit, dazu die umtriebigen Duisburger – all das war verantwortlich für die Unterlegenheit von Schwarzweißgrün.

MSV Duisburg - SC Preußen Münster

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  • Schulze Niehues vom SCP hält den Ball auf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hübschner, Trainer vom SCP, und Lieberknecht, Trainer vom MSV Duisburg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tim Albutat gegen Schulze Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tim Albutat gegen Heidemann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cueto gegen Lukas Boeder

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heidemann gegen Tim Albutat

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tim Albutat gegen Cueto und Pires

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Wagner gegen Moritz Stoppelkamp

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Trainer Lieberknecht

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cueto gegen Ben Balla

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hübscher mit Metzelder

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Christoph und Malte Metzelder

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hübscher

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hübscher

    Foto: Jürgen Peperhowe

Vorne war einzig Dada­shov seinen Gegenspielern physisch gewachsen, hinten wackelte das Konstrukt ein ums andere mal (gerade links). Allen voran Simon Scherder stemmte sich mit einer wahren Flut an Grätschen aber dagegen. Gut für den SCP, dass die Zebras zwar nicht ihren Mut, aber ein wenig Zielstrebigkeit einbüßten. „Sie hätten dennoch führen müssen mit all ihrer Wucht“, gestand Hübscher.

Nach der Pause begab sich Fridolin Wagner wieder vermehrt zwischen die Innenverteidiger, um dem phasenweisen Sturmlauf der Gastgeber im 3-4-3 Herr zu werden. „Wir hatten gerade angefangen mitzuspielen, stabiler zu werden“, so der SCP-Coach. Half aber nichts. Zunächst sahen die Preußen einen Freistoß von Moritz Stoppelkamp am Kasten vorbeizischen (47.), kurz darauf war der überfällige Rückstand aber da.

Jo­shua Bitter flankte, Daschner scheiterte noch an Schulze Niehues und am Pfosten, doch Tim Albutat drückte den Abpraller über die Linie (49.). Die Adler? Allenfalls interessierte Zuschauer in der Szene. Ähnlich war es fünf Minuten später, als Schulze Niehues per Reflex gegen Stoppelkamp rettete (54.). Machtlos wäre er beim nächsten Versuch des MSV-Routiniers gewesen (58.), da fehlte nur eine Winzigkeit.

Wechsel gingen nicht auf

Selbst wenn das Bemühen mit dem Rückstand leicht zunahm, war der Gast in jeder Disziplin einen gehörigen Tick schwächer als der Gegner, speziell in der Körperlichkeit. „Und bei den zweiten Bällen“, wie Nico Brandenburger einräumte. 

Drei Fragen an Simon Scherder

Nicht nur einmal warf sich Simon Scherder in die Versuche der Duisburger. Ohne Ertrag. Das 0:2 wertete auch er als Schritt zurück.

Von allem zu wenig?

Scherder: Irgendwie ja. Wir haben absolut verdient verloren. Anfangs haben wir unsere Schwierigkeiten noch mit etwas Glück aufgefangen. Das 1:0 hat uns dann aber komplett den Stecker gezogen. Danach hatten wir vorne viel zu wenig Ideen. Hinten war es auch nicht gut.

Gerade über die Flügel hat der MSV immer wieder für Gefahr gesorgt. Wo lag das Problem?

Scherder: Wir wollten den Gegner ja eigentlich schon vorher auf außen stellen, haben aber oft den entscheidenden Zweikampf dort verloren. Und leider hatten die Duisburger auch das Zentrum immer echt gut besetzt.

Wo steht der SCP nun nach drei Spielen?

Scherder: Wir müssen vor allem Konstanz reinkriegen in unsere Spiele. Gegen Jena hat unser Plan am längsten funktioniert, aber es ist ein Punkt, an dem wir arbeiten müssen.

...

Auch die Wechsel gingen nicht auf. Ein Daschner-Zuckerpass auf Stoppelkamp leitete dann die Entscheidung ein. Der Torschütze ließ zuvor noch Scherder stehen (70.). Daschner hätte per Kopf noch einen draufsetzen können (75.), ebenso Ahmet Engin (90.+1). Doch auch so hatte jeder gesehen, dass die Münsteraner noch einen langen Weg zur Stabilität vor sich haben.


MSV: Weinkauf – Bitter, Boeder, Compper, Sicker – Ben Balla (71. Engin), Albutat – Stoppelkamp, Daschner (87. Mickels), Krempicki – Vermeij (85. Sliskovic)

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Kittner, Scherder, Heidemann (87. Mörschel) – Wagner, Brandenburger (66. Erdogan) – Özcan, Rodrigues Pires, Cueto (68. Schnellbacher) – Dadashov

Schiedsrichter: Kempkes (Thür)

Tore: 1:0 Albutat (49.), 2:0 Stoppelkamp (70.)

Gelb: Ben Balla

Zuschauer: 15 505

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