Fußball: Integration
Spielerische Verständigung zwischen Geflüchteten und Preußen-Talenten

Münster -

Eine besondere Begegnung organisierten am Montag zwei junge Münsteraner und die Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung. Erst lernten Jungkicker des SC Preußen etwas über Erlebnisse und Alltag von Geflüchteten, dann ging es gemeinsam zum Fußballspielen auf den Ascheplatz.

Montag, 12.08.2019, 17:36 Uhr aktualisiert: 13.08.2019, 15:02 Uhr
Mannschaftsfoto: Die U-13-Kicker des SC Preußen (grüne Trikots) und die Geflüchteten, die sich gemeinsam in bunt gemischten Teams dem fußballerischen Vergleich stellten.
Mannschaftsfoto: Die U-13-Kicker des SC Preußen (grüne Trikots) und die Geflüchteten, die sich gemeinsam in bunt gemischten Teams dem fußballerischen Vergleich stellten. Foto: Uwe Niemeyer

Für die einen war es eine ungewohnte Übungseinheit, für die anderen eine abwechslungsreiche Unterrichtsstunde. Heraus kam ein fußballerisches Vergnügen und eine spielerische Verständigung. Keine Selbstverständlichkeit bei acht beteiligten Nationen. Doch Fußball verbindet. Daran ließen die U-13-Junioren des SC Preußen Münster und die Kursteilnehmer der Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung (Geba) keinen Zweifel.

Dabei gab der Sport nicht den Anstoß für diesen Doppelpass. Vielmehr hatten Roman Ueberfeld , Dozent bei der Geba, und sein früherer Mannschaftskamerad bei Borussia Münster, Julian Fuhrmann , eine Idee. „Das Thema Geflüchtete ist brandaktuell und wichtig. Wir wollten auf der einen Seite den Nachwuchsfußballern eine Möglichkeit bieten, sich damit zu beschäftigen, bevor sie älter werden und das Thema akut wird“, so Ueberfeld. Durchaus angebracht. Die Kicker, allesamt Gymnasiasten, räumten ein, im Unterricht noch keine Erfahrung damit gemacht zu haben. Auf der anderen Seite bot sich für die Geflüchteten im Alter zwischen 19 und 55 Jahren, die teils auch ihre Kinder mitgebracht hatten, eine Abwechslung. „Es ist eine Chance, auf andere Gedanken zu kommen“, so Juliane Schollmeyer, Standortkoordinatorin der Geba, zu der außergewöhnlichen Aktion.

32 Wochen läuft dort eine von der Agentur für Arbeit geförderte Maßnahme, die täglich von 8 Uhr bis weit in den Nachmittag stattfindet. Hier erfahren die Geflüchteten, deren Zukunft oft noch ungewiss ist, Grundlegendes über Deutschland, können sich beruflich orientieren und erlernen oder verbessern auch die Sprache. Einmal pro Woche geht es auch sportlich zu.

Die Teilnehmer kommen nicht allein aus Münster, reisen teilweise täglich auch aus benachbarten Kreisen an. Nicht alle haben zuvor eine Schule besucht. „Wir verstehen uns als Alternative zu den Integrationskursen“, klärt Schollmeyer auf.

Die zehn Jungadler, die von Fuhrmann trainiert werden, besuchten zunächst die Unterrichtsstunde. Dort lauschten sie den Erzählungen über Gründe und Umstände der einen oder anderen Flucht. Aufmerksam hörte auch Michael Suh zu. Der Preußen-Kicker ist in Münster geboren, seine Eltern sind zuvor aus Kamerun geflüchtet.

Auf dem anschließenden Fußmarsch der rund 40-köpfigen Gruppe vom Institut am Ludgerikreisel zur Sentruper Höhe wurden erste Kontakte geknüpft, auf der staubigen Asche dann kombiniert. Auf zwei Kleinfeldern ging es – in bunt gemischten Teams – auf Torejagd. Mit spielerischer Verständigung.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6845573?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F
Polizei Münster erteilt Auskunft
Polizeipräsidium Münster
Nachrichten-Ticker