Rad: Deutschland-Tour und Sparkassen-Münsterland-Giro
Fabian Wegmann: „Viel mehr geht nicht“

Münster -

Drei Wochen Urlaub neigen sich am Freitag dem Ende entgegen. Auf Münsters Ex-Profi Fabian Wegmann warten daheim einige Aufgaben. Am 29. August startet die Deutschland-Tour, deren Sportlicher Leiter der 39-Jährige ist.

Donnerstag, 22.08.2019, 18:06 Uhr aktualisiert: 22.08.2019, 19:15 Uhr
Co-Kommentator bei der Tour de France für die ARD: Fabian Wegmann. Der Ex-Profi aus Münster kommt auch heute noch rum.
Co-Kommentator bei der Tour de France für die ARD: Fabian Wegmann. Der Ex-Profi aus Münster kommt auch heute noch rum. Foto: Roth/Augenklick

Wasser im Keller ist grausig genug. Wenn dazu wochenlang die Trocknungsgeräte in einer Tour laufen und einen Höllenlärm verursachen, hebt das nicht gerade die Stimmung in den Ferien. Kurzerhand ist Familie Wegmann ausgeflogen, um die Zeit produktiv zu überbrücken. Mit dem Camper. Über Freiburg, Österreich und Kroatien steuerte Papa Fabian das Gefährt in Richtung Slowenien. „Wunderschön“, sagt der ehemalige Radprofi. Am Freitag wird der Tross wieder daheim erwartet. Auf den 39-Jährigen wartet neben den Aufräumarbeiten im Neubau viel Arbeit. Als Sportlicher Leiter der 2018 neu aufgelegten Deutschland-Tour ist er jetzt gefordert. Am Donnerstag, 29. August, startet die viertägige Rundfahrt durch vier Bundesländer in Hannover. 703 Kilometer liegen vor den Radsport-Assen.

Die Schleife durch Frankreich ist gerade ein paar Tage her, da pflügen die besten Fahrer der Welt durch die Republik. Julian Alaphilippe, der die französische Nation lange Zeit verzückt hat, ist ebenso dabei wie Caleb Ewan, der Sprintsieger von Paris. Dazu gesellt sich unter anderem die neue deutsche Hoffnung Emanuel Buchmann, der sensationell Vierter und mit viel Lob überschüttet wurde. „Ein Klassefeld“, freut sich Wegmann, der für die Streckenführung der Deutschland-Tour verantwortlich zeichnet. Und im Vorjahr ob der Resonanz überrascht war: 15 Word-Tour-Teams dürfen starten, 17 wollten. „Zweien mussten wir eine Absage erteilen. Unfassbar“, verrät er. Parallelen zum Sparkassen-Münsterland-Giro tun sich auf. „Boss“ Rainer Bergmann hatte unlängst preisgegeben, mehr Anfragen denn je zu haben. Für Wegmann, Botschafter und Rennleiter des Spektakels hier vor der Haustür, ein Luxus: „Viel mehr geht nicht.“

Bei den vier Etappen durch das Herz Deutschlands ist die Region ausgeblendet. Nach dem Auftakt in der niedersächsischen Hauptstadt wird am 1. September in Erfurt (Thüringen) der Nachfolger von Vorjahressieger Matej Mohorič (Slowenien) gekürt. Halberstadt in Sachsen-Anhalt, das hessische Marburg, Göttingen und Eisenach sind die weiteren Etappenorte. Dass Münster schon bald in der Lostrommel ist, glaubt Wegmann nicht. „In naher Zukunft wohl kaum.“ Mit einer Veranstaltung dieser Größenordnung sind Vollsperrungen verbunden. Ob die Stadt und deren Anwohner das ein zweites Mal verkraften?

Das Medieninteresse ist groß. Die vier Etappen werden live im TV im Öffentlich-Rechtlichen übertragen. Auch die Zuschauer dürften das Event an der Strecke und im Zielbereich zahlreich verfolgen. 2018 zog es mehr als 125 000 Begeisterte zu den Rennen. Tendenz steigend. „Die Deutschland-Tour könnte zu einem Zugpferd werden“, glaubt Wegmann, der sich schnell wieder zu Hause einleben wird. Auch der Münsterland-Giro rückt mit großen Schritten näher. Ja, die Region hat ihren eigenen Quotenbringer, der magnetisiert.

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