Reiten: Vielseitigkeit
Zehnte Europameisterschaft für Ingrid Klimke in Luhmühlen

Münster -

Zum zehnten Mal bereits nimmt Ingrid Klimke an einer Europameisterschaft der Vielseitigkeitsreiter teil. Mit Hale Bob hofft sie, wieder ganz vorne mitmischen zu können. Schließlich geht das Duo in Luhmühlen als Titelverteidiger ins Rennen.

Dienstag, 27.08.2019, 15:46 Uhr aktualisiert: 27.08.2019, 16:41 Uhr
Ingrid Klimke und Hale Bob sind bestens vorbereitet auf die am Donnerstag startende Europameisterschaft in Luhmühlen.
Ingrid Klimke und Hale Bob sind bestens vorbereitet auf die am Donnerstag startende Europameisterschaft in Luhmühlen. Foto: imago-images

„Ihre Route wird berechnet.“ Diese Ansage aus dem Navigationssystem wurde Ingrid Klimke bei ihrer Abreise nach Luhmühlen nicht angesagt, der Streckenfinder blieb aus. „Den Weg kennt der LKW fast schon alleine“, sagt die gut gelaunte Münsteranerin, die wohlbehalten und ohne Probleme das bestens bekannte Turniergelände in der Lüneburger Heide erreicht hat. „Die Anreise war top, die Stimmung ist bestens“, vermeldet Klimke. Man merkt, die Europameisterschaft im Vielseitigkeitsreiten (29. August bis 1. September) kann losgehen.

Der kontinentale Wettstreit hat für die 51 Jahre alte Reitmeisterin vom RV St. Georg Münster eine besondere Note. Zum zehnten Mal startet Klimke bei einer EM – erstmals als Titelverteidigerin. 2017 im polnischen Strzegom hatte Klimke ihren ersten und langersehnten Einzeltitel gewonnen, mit Hale Bob hatte sie die versammelte europäische Konkurrenz hinter sich gelassen. Emotionale Momente waren das damals, die sie zu gerne noch einmal erleben möchte.

Gute Voraussetzungen

Die Voraussetzungen scheinen gut zu sein. Reiterin und Pferd sind top-fit, das abschließende Trainingslager in Warendorf verlief sportlich nach Plan, stimmungstechnisch passt es im Team von Bundestrainer Hans Melzer ohnehin. „Alle sind hervorragend motiviert und in Schuss“, sagt Klimke, die mit Hale Bob am Dienstag im Dressurviereck bereits für die erste Disziplin – Klimke startet am Donnerstag oder Freitag – übte.

Für das Paar ist es die dritte gemeinsame EM (Team-Gold 2015 und Einzeltitel 2017), zudem war es 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit Mannschaftssilber sowie vor Jahresfrist bei den Weltreiterspielen in Tryon (USA) mit Einzel-Bronze erfolgreich. Zusätzlichen Druck verspürt Klimke als Titelverteidigerin nicht, das Wissen um die gute Form ihres verlässlichen Partners sorgt für Vorfreude und Zuversicht. Schließlich meisterte ihr 14-jähriger Wallach die Generalprobe beim CHIO in Aachen mit Sternchen – Sieg in der Einzelkonkurrenz sowie mit der deutschen Equipe. Zwei klare Statements, die Klimke auch bei der EM setzen will.

Dabei werden sie und Hale Bob sich im Luhmühlener Gelände, dessen Charakteristik beiden liegt, auf eine Neuerung einstellen müssen. Der britische Kursdesigner Mike Etherington-Smith lässt im Vergleich zur DM – im Juni wurde Klimke dort mit Asha Zweite – die mit vier Wasserhindernissen gespickte Strecke in entgegengesetzter Richtung reiten und verleiht ihr so eine andere Optik. „Es wird sicherlich Kombinationen geben, die man so noch nicht geritten ist. Das macht die Spannung aus“, sagt Klimke, die beim Geländeritt am Samstag im Sattel ihrem ureigenen Navi vertrauen wird.

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