Fußball: 3. Liga
Preußen auch in Rostock wieder chancenlos

Rostock -

Die Auswärtsauftritte des SC Preußen bleiben trostlos. Das 0:1 bei Hansa Rostock war nicht nur eine hochverdiente Niederlage, sondern bereits die dritte am Stück in der Fremde. Schlaflose Nächte bereitet die Misere Trainer Sven Hübscher aber nicht.

Sonntag, 01.09.2019, 15:06 Uhr aktualisiert: 01.09.2019, 17:12 Uhr
90 Minuten bei 30 Grad im Schatten bescherten den Preußen ein Gegentor und folgerichtig keinen Punkt in Rostock: Erschöpft und frustriert machte sich die Truppe nach dem Schlusspfiff auf den Weg zu den etwa 100 mitgereisten Fans
90 Minuten bei 30 Grad im Schatten bescherten den Preußen ein Gegentor und folgerichtig keinen Punkt in Rostock: Erschöpft und frustriert machte sich die Truppe nach dem Schlusspfiff auf den Weg zu den etwa 100 mitgereisten Fans Foto: Sebastian Sanders

Irgendwann fing sogar Jens Härtel an, sich ein wenig Sorgen zu machen. Der Trainer von Hansa Rostock absolvierte am Samstag bereits sein achtes Drittliga-Spiel gegen den SC Preußen Münster – die sieben Vorgängermodelle konnte der 50-Jährige samt und sonders für sich und sein jeweiliges Team, zumeist der 1. FC Magdeburg, entscheiden. Doch am Samstag musste er bis zur 77. Minute warten, bis auch diese achte Auseinandersetzung die vorhersehbare Richtung nahm. Hansa-Stürmer Aaron Opoku hämmerte das Leder aus fünf Metern Entfernung in die Maschen des Preußen-Tores und bescherte dem Spiel das Ergebnis, das es unzweifelhaft verdient hatte.

Münster kam in seinem vierten Auswärtsspiel dieser Spielzeit nie auch nur in die Nähe eines Erfolgserlebnisses. Der überragende Max Schulze Niehues bewahrte den SCP lange vor dem Rückstand – und am Ende immerhin vor einer Klatsche. Ein schwacher Trost für den Keeper, der auch auf das Extralob des gegnerischen Trainers gerne zugunsten eines Punktes verzichtet hätte. „Schulze Niehues war überragend“, so Härtels Kommentar zur leider unvollendeten Schnapper-Gala im SCP-Gehäuse.

Vier Fragen an Nico Brandenburger

Nico Brandenburger wurde nach 75 Minuten mitten in die Drangperiode der Gastgeber eingewechselt und musste als erstes das Tor der Tages für die Rostocker miterleben.Wenn man 70 Minuten von außen zusehen muss, wie der Druck auf das eigene Team ständig zunimmt, wird einem da nicht angst und bange?Brandenburger: Angst ist das falsche Wort. Man will dann unbedingt reinkommen und helfen, hinten die Tore zu verhindern.Mit welchem Auftrag hat Trainer Hübscher sie auf den Platz geschickt?Brandenburger: Hinten absichern und natürlich auch, um nach vorne ein bisschen mehr zu machen.Dann fällt der Gegentreffer. Gab es einen Plan B?Brandenburger: Nein, aber das änderte ja nichts. Fakt ist, wir wollten eh ein Tor erzielen – und beim Rückstand umso mehr.Die Chance haben Sie dann in der allerletzten Minute, wie knapp ging der Kopfball vorbei?Brandenburger: Zentimeter – und wenn ich den Ball aufs Tor bringe, dann ist der nicht zu halten. Schade, aber das passte irgendwie zum Spiel.

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„Ich bin nicht zufrieden“, lautete dagegen die prägnante Kurzzusammenfassung dieser Partie von Sven Hübscher, der einerseits in Rostock „den verdienten Sieger“ sah, andererseits aber vor allem den maßgeblichen Beitrag seiner Schützlinge zu diesem Ergebnis bemängelte. „Ich habe vorher Spiel gesagt, dass dieses Spiel gewonnen wird von der Mannschaft, die es mehr will – und das waren wir diesmal nicht.“ Warum nicht? Schulterzucken! „100 Prozent Konzentration, 100 Prozent Leidenschaft, das will ich auf dem Platz sehen. Mit 97 Prozent kann man so ein Spiel nicht gewinnen.“

Hansa Rostock – SC Preußen Münster

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  • Maurice Litka bekommt es mit gleich drei Rostockern zu tun.

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  • Mit Köpfchen: Kai Bülow kommt vor Kevin Rodrigues Pires an den Ball.

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  • Preußen-Coach Sven Hübscher.

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  • Münsters Okan Erdogan gegen Rostocks Osmann Atilgan.

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  • Rufat Dadashov im Duell mit Nico Rieble.

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  • Sehen Sie im Folgenden viele weitere Impressionen aus Rostock.

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Ob der SCP an diesem Samstag tatsächlich nur um gerade mal drei Prozent an einem Erfolgserlebnis vorbeigeschrammt ist, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden. Es ist nur zu verständlich, dass durch die Trainerbrille der zu Recht nicht anerkannte Treffer von Maurice Litka nach 49 Minuten möglicherweise doch mit etwas Glück und gutem Willen hätte zählen dürfen, und dass der Rostocker Einwurf vor dem Tor des Tages vielleicht eine Fehlentscheidung war. Doch objektiv(er) betrachtet, war Luca Schnellbachers Hand vor der vermeintlich Führung definitiv am Ball – und Rostocks Tor in einer wahren Chancenflut längst überfällig.

Keine Rotation

Sven Hübscher schickte in Rostock die Elf auf den Platz, die auch gegen Uerdingen startete. Neuzugang Alexander Rossipal kam noch nicht zum Einsatz – vermutlich aber schon am Mittwoch, wenn es im Kreispokal gegen den SV Rödinghausen geht.

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Während Schulze Niehues hüben im Akkord die Bälle aus der Gefahrenzone boxte, grätschte und pflückte, schob drüben Keeper Markus Kolke 90 Minuten lang Kurzarbeit. Münsters Sturm fand an diesem Samstag an der Ostsee schlichtweg nicht statt – eine Parallele zu den anderen drei chancenarmen Saisonauftritten in der Fremde drängte sich auf, ist aber laut Sven Hübscher kein chronisches Leiden: „Ich kann das nicht verstehen, dass man jetzt die Auswärtsspiele der letzten drei Jahre hervorholt und eine Serie draus ablesen will. Dieser Vergleich macht keinen Sinn.“ Seine Botschaft: in schwaches Spiel? Ja. Eine chronische Auswärtsschwäche? Nein.

Schwierige Anreise

Da halfen auch die beiden Trinkpausen während der Partie nicht. Nach 90 Minuten bei knapp 30 Grad im Schatten waren die Preußen-Spieler komplett trocken gelegt. Entsprechend lange dauerte es, ehe sich Julian Schauerte und Luca Schnellbacher so weit erleichtert hatten, dass bei der anschließenden Dopingprobe endlich der Messstrich erreicht war. Anderthalb Stunden nach Schlusspfiff konnte der Mannschaftsbus die lange und stimmungsarme Rückfahrt in Angriff nehmen. Bereits die Anreise hatte sich zu einer Geduldsprobe entwickelt. Durch Baustellen und diverse Staus brauchte der Preußen-Bus acht Stunden bis an die Ostsee.

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Auch der Beinahe-Mann-des-Tages sieht keinen negativen Trend: „Wir wollten das ganz anders. Nach vorne haben wir den Plan nicht so umgesetzt, wie wir das vor hatten“, so Schulze Niehues, der möglicherweise tatsächlich den besten Blick auf das Geschehen hatte, das sich meist direkt vor seinen Augen abspielte. „Aber das Gute ist: Das können wir abstellen, und daran kann man arbeiten.“

Dauergast Fascher

Marc Fascher bleibt den Preußen verbunden. Der Aufstiegstrainer von 2011 war auch am Samstag wieder Tribünengast beim Auftritt in Rostock. Zum einen, weil er im Auftrag des SV Darmstadt 98 den Fußballnorden als Scout observiert –  zum anderen aus alter Verbundenheit. „Darum gehört Münster auch noch zu meinem Gebiet – und da gibt es ja auch den einen oder interessanten Spieler.“ Wen genau Fascher da im Visier hatte, war in den folgenden 90 Minuten allerdings nur schwer zu erkennen.

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Der Preußen-Schlussmann hatte die Arbeit schon während der Partie aufgenommen, als er seine Vorderleute immer wieder lautstark auf Stellungsfehler hinwies. Sekunden vor dem Abpfiff stürmte Münsters letzter Mann mit in den gegnerischen Strafraum und sah aus kürzester Entfernung in der dritten und letzten Minute der Nachspielzeit die beste Chance seines Teams: Nico Brandenburger nahm nach einem Eckstoß mit dem Kopf Maß und beförderte den Ball um wenige Zentimeter am Rostocker Tor vorbei. Es wäre der Treffer gewesen, der die Prozentrechnung auf den Kopf gestellt hätte. Der Schlusspfiff besiegelte kurz darauf den schwarzen Tag des SC Preußen, Härtels Münster-Bilanz blieb dagegen blütenweiß.

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