American Football: Oberliga
Blackhawks stoßen Mammuts von der Spitze

Münster -

Wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. Durch den 24:7-Derbysieg der Münster Blackhawks über Stadtrivale Münster Mammuts, sichern sich die Düsseldorf Bulldozer Platz eins der NRW-Liga. Das muss aber nicht so bleiben – da sind sich Mammuts und Blackhawks einig.

Sonntag, 08.09.2019, 17:02 Uhr aktualisiert: 08.09.2019, 20:08 Uhr
Blackhawks-Quarterback Nils Korella in Aktion, er zog gekonnt die Fäden. Kurz vor dem Wechsel gab auch Alexander Fuchs (kl. Foto) sein Comeback. Hier entgeht er knapp dem Zugriff von Mammut Sebastian Köhne.
Blackhawks-Quarterback Nils Korella in Aktion, er zog gekonnt die Fäden. Foto: Peter Leßmann

Endgültig ließ sich die Frage noch nicht klären, wer in Sachen Football in Münster den Helm auf hat, aber zumindest an diesem Samstag sorgten die Münster Blackhawks auf eigenem Geläuf für glasklare Verhältnisse und stutzen die Hinrunden-Überflieger aus der Nachbarschaft wieder auf Augenhöhe zurück. Mit einem 24:7 (14:7)-Erfolg behielten sie beide Zähler an der Sentruper Höhe und warfen dem Rivalen auf dem Weg zu Titel und Aufstieg einen gewaltigen Knüppel zwischen die Beine. Es war die zweite Niederlage in Serie für das Team von Chefcoach Sascha Krotil – ab sofort sind die Münsteraner auch in der Tabelle wieder Nachbarn. Die Mammuts auf Rang zwei (5:2), die Blackhawks mit einer 4:3-Bilanz auf Schlagdistanz Dritter.

Düsseldorf profitiert

Nutznießer des Zweikampfs um die münsterischen Stadtkrone war am Samstag das Team der Düsseldorf Bulldozer , das durch ein hauchdünnes 7:6 gegen Remscheid Amboss die Tabellenspitze eroberte. Nicht Endgültiges in Sachen Meisterschaft, wie Krotil bei aller Enttäuschung über die uninspirierte und fehlerhafte Vorstellung im Derby festhielt: „Da ist noch nichts entschieden.“ Die Momentaufnahme von der Sentruper Höhe muss in der bevorstehenden Trainingswoche verarbeitet und gelöscht werden, denn schon am kommenden Wochenende gibt es beim Gipfeltreffen in Düsseldorf die Chance, Platz eins zurückzuerobern.

Blackhawks nehmen Fahrt auf

Die Spitze ist für Teamsprecher Alexander Naretz und seine Blackhawks nach wie vor kein Thema, sie denken weiterhin von Spiel zu Spiel – sollte das im Saisonfinale auch heißen, weiter von Sieg zu Sieg zu denken, nähme man das gerne mit. Ob dann gegebenenfalls auch noch einmal das Saisonziel umformuliert würde? Naretz schweigt – und lächelt. Allemal nehmen die Blackhawks in dieser zur Übergangssaison erklärten Spielzeit weiter Fahrt auf.

Überraschend kam der Sieg auch am Samstag nicht. Bilal Khalil hatte sein Team perfekt auf das Derby eingestellt und alle Kräfte mobilisiert, während sich der Spieltagskader von Sascha Krotil aus akuter Personalnot heraus nahezu von alleine aufgestellt hatte.

Besserer Start für Mammuts

Dennoch setzten die Gäste das erste Ausrufezeichen an der Sentruper Höhe. Als die rund 2500 Zuschauer noch nach dem besten Blick auf das Spielfeld suchten, stand Len Havermann schon goldrichtig, blockte einen Punt der Blackhawks und hechtete mit dem Ball in die Endzone der Hausherren. Ein Start nach Maß für die Mammuts. Doch die Platzherren schüttelten sich nur kurz und schlugen noch im ersten Viertel zurück: Quarterback Nils Korella bediente Marius Strunk, der die Hawks ebenfalls auf die Anzeigetafel brachte, das zuverlässige Schussbein von Moritz Niederhofer besorgte den Rest: Beim Stand von 7:7 wurden erstmals die Seiten gewechselt. Das Spiel lief allerdings weiter geradlinig Richtung Heimsieg. Humann Pour-Haidani stellte bis zur Halbzeit auf 14:7, direkt nach der Pause erhöhte erneut Strunk auf 21:7 – jeweils mit Unterstützung von Niederhofer, der zuverlässig die Zusatzpunkte aktenkundig machte und mit seinem Fieldgoal im Schlussviertel den Heimsieg endgültig unter Dach und Fach brachte. Von den Mammuts kam an diesem Samstag nach dem Blitzstart Gegenwehr nur noch in homöopathischen Dosen. „Verlieren kann man, aber nicht so“, sagte Krotil nach der Partie. „Wir haben den Blackhawks den Sieg auf dem Silbertablett serviert.“ Einfallslose Offensivaktionen und technische Fehler in der Defense öffnete den kompromisslosen Gastgebern Tür und Tor.

Wir haben den Blackhawks den Sieg auf dem Silbertablett serviert.

Sascha Krotil

Einen besonderen Augenblick erlebte das Derby Sekunden vor der Halbzeit, als nach fast einjähriger Verletzungspause Blackhawks-Quarterback Alexander Fuchs sein Blitz-Comeback feiern durfte. Ein 10-Yards-Lauf, ein trockener Pass – mehr musste er beim Kurz-Einsatz nicht zeigen, um beste Erinnerungen und viel Vorfreude zu wecken. Fuchs und auch der TV-bekannte Ninja-Warrior Tony Tu sind wieder fit und spitze Pfeile im Köcher der Blackhawks, die urplötzlich gemeinsam mit den Stadtrivalen ein Wörtchen um den Titel mitzureden haben. Sollte am Ende Düsseldorf das Rennen machen, bliebe Münster mehr als ein kleiner Trost – oder um es mit Stadionsprecher Dennis Essmann zu sagen: „Wir freuen uns schon auf das nächste Münster-Derby im nächsten Jahr.“ Auch keine schlechte Perspektive.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6910068?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F
Bürgerbus kollidiert mit Auto
Vier Schwerverletzte: Bürgerbus kollidiert mit Auto
Nachrichten-Ticker