Fußball: Tribünengespräch
Shuttleservice hilft nicht – beim 1. FC Gievenbeck herrscht plötzlich Alarm

Münster -

Beim 1. FC Gievenbeck ist Feuer unter dem Kessel. Die erste Mannschaft ist meilenweit entfernt von den Leistungen alter Tage. Und die Reserve kassierte am Sonntag zum zweiten Mal zweistellig. Eine Geldstrafe wurde Roxels Trainer Sebastian Hänsel aufgebrummt.

Montag, 09.09.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 19:40 Uhr
Michael Füstmann staunte in Burgsteinfurt nicht schlecht. Zunächst über die nette Geste seines Trainerkollegen, dann über die Torflut, die sein Team mit 0:16 förmlich wegspülte.
Michael Füstmann staunte in Burgsteinfurt nicht schlecht. Zunächst über die nette Geste seines Trainerkollegen, dann über die Torflut, die sein Team mit 0:16 förmlich wegspülte. Foto: fotoideen.com

Vor einem Jahr hing der Himmel im Sportpark noch voller Geigen. Die erste Mannschaft des 1. FC Gievenbeck war stolzer Oberligist und sehr passabel gestartet, die Reserve in der Bezirksliga lag auch auf Kurs. Unabhängig von zwischenzeitlichen wirtschaftlichen Fragezeichen haben sich vor allem die Dinge auf dem Platz zum Negativen verändert. Gerade an diesem Wochenende wurde es richtig bitter für den Club.

Die Erste, inzwischen Westfalenligist, verlor 1:6 in Vreden. Trainer Benjamin Heeke klang danach fast etwas desillusioniert. „Wir sind nicht mehr das Gievenbeck , das alle aus den letzten Jahren kannten.“ Als Beleg führte er nur drei Siege aus den vergangenen elf Monaten an. Wer mag da widersprechen? Klar, es gab viele Abgänge (gerade in der Abwehr), da sind akut zahlreiche Verletzte – aber doch ist der aktuelle elfte Platz weit unter dem FCG-Anspruch.

„Wir können uns da nur selbst wieder rausholen. Vielleicht hilft es uns ja, dass wir jetzt nicht mehr als Titelanwärter wahrgenommen werden“, so Heeke. „Leider gelingt auch den Älteren bei uns gerade fast nichts. Und für sie, die ja schon wesentlich höher gespielt haben, ist der Zustand nur schwer zu akzeptieren.“

Was auch für die Zweite gelten mag. Zum zweiten Mal kassierte die Bezirksliga-Vertretung mit dem 0:16 beim SV Burgsteinfurt zweistellig. Dabei fing der Spieltag so positiv an. Als Christoph Klein-Reesink davon hörte, dass zumindest ein Teil des FCG-Trosses per Bahn anreisen würde, meldete sich der SVB-Coach am Vortag bei seinem Gievenbecker Kollegen Michael Füstmann, organisierte anschließend einen Shuttle-Service. Die Gästespieler mussten sich somit nicht zu Fuß auf den Weg vom Bahnhof zum Sportgelände machen. „Das war Fairplay, einfach eine sehr feine Geste“, hatte Michael Füstmann ein Lob für seinen Gegenüber parat.

Gesprochen wird auch weiterhin beim Schlusslicht. Bereits nach der Partie beim Tabellenführer tauschten sich Trainer und der Sportliche Leiter Carsten Becker aus. Fortgesetzt wird der Austausch am Dienstag. „Wir können und wollen es nicht einfach laufen lassen. Aber wir wussten, was auf uns zukommt. Jetzt müssen wir nach Lösungen suchen“, sagt der Coach und ist weit von Resignation entfernt.

Gefunden werden muss auch ein Weg für die interne Kommunikation. Bei einer Vielzahl unterschiedlicher Nationalitäten hapert es hier und dort an der Verständigung. „Der eine oder andere versteht Dinge nicht sofort oder überhaupt richtig. Da muss auch übersetzt werden“, räumt Füstmann ein. Dass dies wohl nicht von heute auf morgen zu lösen ist, weiß er. Dass es Geduld und Gespräche in einer völlig umformierten Truppe erfordert, ebenso.

Eine Saisonpremiere bringt hingegen Sebastian Hänsel ins Gespräch. Wohl als erster Trainer der Spielzeit sah er die Rote Karte. „Ich werde schon mal laut. Am Sonntag gab es aber keinen Grund für einen Verweis“, so der Coach. Eine Bemerkung in der Schlussphase wertete der Unparteiische hingegen als rotwürdig und brachte dem BSV-Coach den Tribünenplatz, nicht aber wie befürchtet eine Sperre ein. „Für einen Innenraumverweis bleibt es nach wie vor bei einem Ordnungsgeld. In diesem Fall beträgt es 100 Euro“, klärte Staffelleiter Gerhard Rühlow auf. Im Wiederholungsfall verdoppelt sich die Strafe.

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