Volleyball: Bundesliga Frauen
USC-Altlasten wiegen trotz Anstrengungen weiter schwer

Münster -

Die Finanzen des USC Münster bleiben ein großes Thema. Die Lage ist weiter ernst, doch die Verantwortlichen arbeiten ehrgeizig und durchaus mit kleinen Erfolgen daran, sie zu verbessern. Selbst wenn sie für das vergangene Geschäftsjahr eine leichte Unterdeckung verkündeten.

Dienstag, 10.09.2019, 05:48 Uhr aktualisiert: 10.09.2019, 07:17 Uhr
Präsident und als Finanzchef auch Herr der Zahlen: Martin Gesigora. Der Steuerberater ist seit knapp einem Jahr Chef des USC.
Präsident und als Finanzchef auch Herr der Zahlen: Martin Gesigora. Der Steuerberater ist seit knapp einem Jahr Chef des USC. Foto: Peter Leßmann

Die Bundesliga bleibt für den USC Münster ein hartes Brot. Nach wie vor ächzt der Club unter enormen Altlasten. Zweimal in dieser Dekade stürzten tiefrote Bilanzen die Unabhängigen in mächtige Turbulenzen. Eine wirkliche und grundlegende Sanierung wird aus eigener Kraft nicht zu schaffen sein. Dabei ist dem Verein das Bemühen, die Situation zu verbessern, nun wahrlich nicht abzusprechen. Mit großen Hebeln wurde in der jüngeren Vergangenheit an allen Schrauben gedreht. Es bleibt eine Herkulesaufgabe. Präsident Martin Gesigora beschrieb den Weg als „steinig. Es ist schon eine große Herausforderung, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Eine Tilgung der Verbindlichkeiten verlangt dramatische Anstrengungen.“ Und ist wohl nur zu schaffen, wenn es gelingt, die Einnahmen zu erhöhen.

Sparmaßnahmen beim Personal

Nach einem Gewinn von knapp 27 000 Euro in der Spielzeit 2017/18 schloss der USC das vergangene Geschäftsjahr mit einer Etatunterdeckung von etwa 11 000 Euro ab. Das war zumindest nahe an der angestrebten schwarzen Null. Eine Transfereinnahme konnte diesmal nicht in den Büchern verzeichnet werden. In der Saison zuvor hatte der Wechsel von Nationalspielerin Hanna Orthmann nach Italien dem Erstligisten eine Ablösesumme von 20 000 Euro in die Kasse gespült.

Die Lage bleibt somit ernst – trotz wiederum reduzierter Ausgaben. Allein im Segment Personal sparte der USC im Vergleich zum Vorjahr über 51 000 Euro an Kosten ein. Insgesamt gab er an dieser Stelle 630 000 Euro aus. Damit war der Rückgang im Bereich der Haupteinnahmequellen (Sponsorengelder und Spenden) von 964 000 auf 916 000 Euro einigermaßen abzufedern. In den Haushaltsplan 2019/20 stellte Münster 612 000 Euro an Personalausgaben ein. Weitere Kürzungen sind kaum möglich, ohne massiv Konkurrenzfähigkeit einzubüßen. Von den Möglichkeiten des Spitzentrios der Liga – Stuttgart, Schwerin und Dresden – ist der USC mehrere 100 000 Euro entfernt.

Sinkende Einnahmen

Stand 30. Juni 2019 drücken den neunfachen Deutschen Meister, der seinen letzten Titel vor 14 Jahren gewann, Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von 629 000 Euro. Im laufenden Geschäftsjahr plant der USC auf der Einnahmenseite mit 1,151 Millionen Euro. Das sind 90 000 Euro weniger als im abgelaufenen. Beim Ansatz von 1,137 Millionen Euro auf der Ausgaben-Position würde ein Überschuss von 14 500 Euro erzielt.

Kommentar: Seriöse Arbeit

Im zweiten Jahr hintereinander hat der USC seine Kosten im Griff. Er arbeitet ordentlich, pflegt die schwarze Null, zumindest deren Nähe. Das ist seriös – und wären da nicht die Sünden der Vergangenheit, könnte es sich der Club möglicherweise sogar leisten, gezielt und bedacht in einen Angriff auf die Bundesliga-Spitze zu investieren. Doch die Daumenschrauben drücken, für Illusionen ist es nicht die Zeit. Vielleicht für Visionen – die Lage ist schließlich nicht gänzlich hoffnungslos. Noch aber gilt es, das Projekt „Jugend forscht“ zu stützen und zu forcieren. Damit ist kein Titel zu gewinnen, aber im besten Falle das Halbfinale zu erreichen. Es wäre sehr wertvoll für die Reputation in der Stadt und ein wichtiges Signal für bestehende und potenziell neue Sponsoren. Ein guter Saisonstart könnte der jungen Mannschaft Flügel wachsen lassen und auch im Umfeld des Clubs für frischen Schwung sorgen.

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