Tennis: Münster-Circuit
Niklas Börger geht, der Münster-Circuit bleibt

Münster -

Wenn der Kapitän das Schiff verlässt, dann ist der Kahn im Normalfall schon auf dem Weg zum Meeresgrund. Niklas Börger hat einen anderen Ausstand vor Augen: der Macher des Münster-Circuits verabschiedet sich nach 16 Jahren aus Münster, lässt sein Turnier aber fahrtüchtig zurück ...

Dienstag, 10.09.2019, 18:22 Uhr aktualisiert: 11.09.2019, 11:48 Uhr
Niklas Börger verlässt Münster, „sein“ Turnier aber bleibt der Stadt erhalten.
Niklas Börger verlässt Münster, „sein“ Turnier aber bleibt der Stadt erhalten. Foto: Picasa

Nach der 16. Auflage ist Schluss. Wie Niklas Börger bereits im vergangenen Jahr angekündigt hatte, wird der Initiator und Organisator des Münster-Circuit seine Aufgaben ruhen lassen. Der vergangene Sonntag mit dem Endspiel der 2019er-Turniers war sein letzter Tag. „Die Ordner stehen weit weg, der Wettbewerb ist für mich abgeschlossen“, sagt Börger, der aus beruflichen Gründen den Aufwand nicht mehr betreiben kann und will. „Vielleicht hätte ich diesen Schritt schon vor zwei, drei Jahren gehen sollen. Nun aber war es an der Zeit, ich habe gemerkt, dass mir etwas die Motivation fehlte“, erklärt der 34-Jährige, der für das Land NRW Sportgroßveranstaltungen vorbereitet und organisiert (wie die Ruhr Games) und derzeit mit einem Team in Düsseldorf an der möglichen Olympia-Bewerbung von Rhein-Ruhr arbeitet.

Startschuss im Jahr 2003

2003 hatten Börger und Daniel Onnebrink die Idee, in Münster ein nationales Preisgeld-Turnier aufzuziehen, da die Tennis-Landschaft der Stadt nur noch mit wenigen zukräftigen Veranstaltungen aufwartete. „Wir wollten ein Turnier mit Wohlfühlcharakter und gutem Sport anbieten. Und ich denke, dass uns das gelungen ist“, erzählt Börger. Angefangen auf der Anlage des TC 66 Wolbeck und dann nach dem Umzug 2008 zum TC Handorf etablierte Börger, der in den vergangenen Jahren den Wettkampf in Eigenregie durchzog, mit viel Beharrlichkeit und einer Menge Herzblut den Münster-Circuit. Das Turnier hatte Flair und Charakter, die Handorfer Anlage hat ihren Charme. „Über all die Jahre waren hier sehr gute Spieler wie Mark Joachim, Christopher Koderisch oder Kim Möllers. Zu einigen hat man über die Jahre dann auch Beziehungen aufgebaut, viele waren Stammgäste“, sagt Börger. Einige Asse kamen zehnmal oder öfter zum Circuit, Koderisch ist mit 14 Teilnahmen der Rekordhalter – und mit drei Turniersiegen gemeinsam mit Möllers ebenfalls spitze.

Die Ordner stehen weit weg, der Wettbewerb ist für mich abgeschlossen.

Niklas Börger

Und Koderisch, Möllers und Co. bekommen weiter die Chance, sich in die Siegerliste des Münster-Circuit einzutragen. „Wir wollen weitermachen und das Turnier sogar aufstocken“, sagt Handorfs Vorsitzender Günter Hansen. 5000 statt 3000 Euro soll das Preisgeld dann betragen, mehr Ranglistenpunkte sollen vergeben werden. Auch der Termin soll gleich bleiben, offiziell ist aber noch nichts. „Das ist ein ganz tolles Turnier mit sehr guter Resonanz, das wollen wir als Verein fortführen. Wir stellen nun ein Organisationsteam auf“, so Hansen.

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