Golf: Nationalmannschaft
Trainer Terwort zwischen Nationalteam und Basisarbeit

Münster -

Michael Terwort zählt zum Trainerstab der deutschen Golf-Nationalmannschaft. Doch genauso großen Spaß bereitet ihm die Basisarbeit mit jungen Talenten. Die verrichtet er aktuell beim GC Tinnen – und dort möchte er noch auch noch lange bleiben.

Mittwoch, 11.09.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 12.09.2019, 15:18 Uhr
Trainerteam beim GC Tinnen: David Wilmes (von links), Robert Schön und Michael Terwort. Letztgenannter ist auch bei den Übungseinheiten mit dem Nachwuchs im Einsatz.
Trainerteam beim GC Tinnen: David Wilmes (von links), Robert Schön und Michael Terwort. Letztgenannter ist auch bei den Übungseinheiten mit dem Nachwuchs im Einsatz. Foto: Jürgen Christ

Nun also wieder Münster, Golfclub Tinnen. Was für ein Sprung. Gerade noch in Palm Springs schaute Michael Terwort als Mitglied des Trainerstabs der deutschen Nationalmannschaft nach dem Wohl der besten Amateur-Spielerinnen. Es ging um die Qualifikation zur Teilnahme an der weltbesten Profi-Serie für Proetten der Ladies Professional Golf Association (LPGA). Die Nottulnerin Sophie Hausmann gehört zum elitären Zirkel, aus dem in drei aufeinanderfolgenden Turnieren die Besten den Sprung auf die große Bühne im nächsten Jahr packen können. Hausmann hat es in die zweite Quali-Stufe nach Venice/Florida (12. bis 17. Oktober) geschafft.

Zurück in Tinnen stand für den 47-jährigen Terwort wieder ganz normales Jugendtraining auf dem Programm. „Das macht den Reiz aus“, sagt er. Mal im absoluten Spitzenbereich tätig sein, dann wieder Basisarbeit, gerne auch Coach von Anfängern, garniert mit Trainingswochen für Fortgeschrittene. Ein bunter Mix.

„60 bis 70 Tage im Jahr bin ich mit dem Nationalteam unterwegs“, umreißt er eines seiner Standbeine im Golf. Er unterstützt dann Bundestrainer Stephan Morales, wie zuletzt in Palm Springs ist er im Einsatz. Terwort, Spezialist im Bereich Taktik und kurzes Spiel, ist ein Handlungsreisender des Golfsports. Als Nationalspielerin Leonie Harms im vergangenen Jahr die British Open der Amateure gewann, war er mit dabei. Ein Riesenerfolg für alle Beteiligten. Das ist wohl die Sonnenseite.

Terwort, der beim GC Tinnen gemeinsam mit David Wilmes und Robert Schön den Trainingsbetrieb leitet, hat auch schon „die Bayern des Golfsports“, wie er es nennt, betreut. Er war von 2012 bis 2016 Cheftrainer beim GC St. Leon-Rot, zweimal wurde er hier Deutscher Mannschaftsmeister mit dem Frauen-Team. Heimisch geworden sei er dort mit seiner Gattin und dem Hund aber nicht.

Ganz anders in Münster, hier wurde er auch geboren, in Tinnen ist er „angekommen“. Er meint das positiv. Und: „Das ist ein ganz normaler Club, die Arbeit macht einfach Spaß.“ So hat er sich das vorgestellt. Leon-Rot war die ganz große Golf-Welt, extrem ambitioniert, Tinnen mit seinen 27 Bahnen als achtgrößter Club in NRW ist da wohl anders. Wenn man bei Terwort auf die Zwischentöne achtet, dann scheint das wohl auch irgendwie – Stand heute – besser für ihn. Ihm gefällt Hiltrup.

Sportlich glaubt Terwort, dass der Verein vorankommen wird. Wenn am Wochenende die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft in der weiblichen AK 16 stattfindet, ist der Club „nur“ Ausrichter. Ins Turnierfeld hat es dagegen der GLC Nordkirchen geschafft. Der Coach nimmt es pragmatisch und fordert zum Zuschauen auf: „Gutes Golf zu sehen, ist immer Benefit.“

Terwort und seine Mitstreiter wollen die Jugendklassen in Zukunft wieder komplett besetzen, immerhin spielte die AK 18 der Jungen 2017 und 2018 im DM-Finale mit. Nur das eigene Spiel muss hinten anstehen. „Eigentlich spielen wir Trainer viel zu wenig.“ Sechs, sieben Runden im Jahr, mehr sitzen nicht drin. Vielleicht ändert sich das ja nun beim GC Tinnen.

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