Basketball: 2. Liga Pro B
70:67 in Stahnsdorf – WWU Baskets feiern „Sieg des Willens“

Münster -

Bis zur letzten Sekunde mussten die WWU Baskets Münster zittern, erst dann war der perfekte Einstieg in die Saison sicher. Mit 70:67 gewann der Vizemeister des Vorjahres beim Aufsteiger TKS 49ers in Stahnsdorf und trotzte dabei einer Menge Widrigkeiten.

Sonntag, 22.09.2019, 19:14 Uhr aktualisiert: 23.09.2019, 12:10 Uhr
Pure Entschlossenheit: Malcolm Delpeche (l.) war mit elf Punkten hinter Jan König (18) zweitbester Scorer und sammelte dazu beim 70:67-Erfolg in Stahnsdorf noch 14 Rebounds.
Pure Entschlossenheit: Malcolm Delpeche (l.) war mit elf Punkten hinter Jan König (18) zweitbester Scorer und sammelte dazu beim 70:67-Erfolg in Stahnsdorf noch 14 Rebounds. Foto: Peter Leßmann

Dass die WWU Baskets Münster Drama können, haben sie in der vergangenen Saison reichlich und hinlänglich bewiesen. Diese Qualität, in der Crunchtime da zu sein und widrigen Umständen zu trotzen, haben sie offensichtlich in der Sommerpause nicht eingebüßt. Mit 70:67 (37:42) gewann der Pro-B-Ligist in Stahnsdorf beim Aufsteiger TKS 49ers eine Partie, in die er ohne seine beiden Aufbauspieler Marck Coffin und Nico Funk gegangen war und die er ohne Jan und Andrej König sowie ohne Max Fouhy beendete.

Am Freitagabend hatte die schlechte Nachricht Trainer Philipp Kappenstein erreicht. Die Spielberechtigung für Playmaker Coffin lag nicht vor, ein formelles Versäumnis kostete den Neuzugang seine Premiere im Baskets-Trikot. Besonders bitter: Da auch Funk (Schienbeinprobleme) fehlte, musste der erst 17 Jahre alte Leo Lüsebrink die Last des Ballvortrages schultern. Und dies gegen eine aggressiv verteidigende Heimmannschaft, die den Baskets direkt Feuer machte. Das 0:5 aus Münsters Sicht war gleich mal ein Fehlstart, der Rückstand erhöhte sich bis zur Viertelpause bei einem zwischenzeitlichen 12:13 (6.) auf acht Zähler (18:26). Der Pro-B-Rückkehrer aus dem Großraum Berlin um seinen Top-Scorer Mubarak Salami (17 Punkte) blieb auch in den zweiten zehn Minuten zunächst am Drücker, nach einem Korberfolg von Jo­shua Bothe war der Gastgeber auf 34:23 enteilt.

Hektik oder gar Resignation aber kam bei den Baskets nie auf, kämpferisch mit der Note eins versehen, malochte sich der Vizemeister Schritt für Schritt zurück. „Die Jungs haben alles herausgehauen, der Einsatz und die Bereitschaft waren sensationell. Wir haben es dann defensiv wirklich gut gemacht und die Bretter dominiert“, sprach Kappenstein einen Grund an, warum Münster zur Pause dran und dann durch einen Fouhy-Sprungwurf erstmals beim 45:44 (23.) auch vorbei am Gegner war. 55 Rebounds schnappte sich Münster, nur 41 der Gastgeber. Ein echter Faktor, zu dem Malcolm Delpeche mit 14 Ballgewinnen eine Menge beitrug.

Es blieb eng in der BBIS-Halle, 500 Zuschauer sahen spannendste Sonntagnachmittag-Unterhaltung. Ein Dreier von Jan König, der wenig später mit seinem fünften Foul ebenso vom Feld musste wie zuvor Andrej König und dann auch Fouhy, brachte die Baskets mit 60:59 in Führung. Und diese hielt, auch weil Delpeche und Fouhy direkt nachlegten. Stahnsdorf war genervt von Münsters konsequenter Defensivarbeit und suchte – auch gezwungen durch die Baskets – sein Glück aus der Distanz.

Doch die Würfe fielen nicht, auch nicht der letzte Versuch des ehemaligen Bundesliga-Akteurs Sebastian Fülle mit der Schlusssirene. „Das war ein Sieg der Moral und des Willens. Und einer für Marck“, sagte Kappenstein, der nach der bestandenen Feuertaufe Lüsenbrink hervorhob. „Er hat das echt gut gemacht.“ Punkte: J. König (18/2 Dreier), Delpeche (11), Fouhy (9), Weß (8/2), Goolsby (7/1), Lüsebrink (4/1), A. König (3/1), Hänig, Padberg (je 3), del Hoyo, Baues (je 2)

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