Handball: Frauen-Verbandsliga
Beckmann trifft in letzter Sekunde für Westfalias Handballfrauen

Münster -

Sepp Herberger hätte beim Handball rein zahlenmäßig etwas danebengelegen, inhaltlich hatten die Spielerinnen von Westfalia Kinderhaus seine Fußball-Weiheit aber verinnerlicht: Das Spiel dauerte zwar nur 60 Minuten, aber die Westfalie kämpfte bis zur letzten Sekunde und dem Happy end.

Sonntag, 06.10.2019, 15:50 Uhr aktualisiert: 06.10.2019, 17:26 Uhr
Wie eingefühlter Sieg. Die Kinderhauser Handballerinnen feiern den Last-Minute-Ausgleich gegen Coesfeld, den Alexa Bleckmann (Nr. 18) erzielt hatte.
Wie ein gefühlter Sieg: Die Kinderhauser Handballerinnen feiern den Last-Minute-Ausgleich gegen Coesfeld, den Alexa Bleckmann (Nr. 18) erzielt hatte. Foto: Jörg Riemenschneider

Ohne Abwehrarbeit geht im Handball nicht viel. Eine Binsenweisheit. Nun war es nicht so, dass den Frauen von Westfalia Kinderhaus von Trainerseite eine gewisse Zurückhaltung mit auf den Weg gegeben worden war. Aber der Zuschauer hatte schon den Eindruck, dass sich die Gastgeberinnen im Duell mit Eintracht Coesfeld in der Defensive auf ein Minimum an Aktivitäten beschränken wollten. Da wurde nicht richtig zugepackt, da wurde selten ausgeholfen, da wurde allenfalls mal der Versuch gestartet, einen Wurf zu blocken. Die Folge: Nach fünf Minuten lag man 1:5 hinten, bis zur Pause (13:19) wurde dieser Rückstand nicht mehr aufgeholt. Bezeichnend für das Geschehen vor der Pause war der Moment 30 Sekunden vor Schluss. Kinderhaus lag 13:18 zurück, nahm eine Auszeit, sollte die Uhr herunterspielen und Sekunden vor dem Pausenpfiff abschließen. Das ging völlig nach hinten los; Coesfeld hätte mit dem Pausenpfiff fast noch das 20:13 erzielt.

Ziemlich deprimiert und reichlich ratlos ging es in die Pause, in der Trainer Florian Ostendorf offensichtlich die richtigen Worte fand. Mit einer offensiven 3-2-1-Deckung düpierte die Westfalia nun den Gast, der reichlich überrascht wirkte und nach zehn Minuten seine klare Führung nahezu komplett eingebüßt hatte. Kinderhaus war dran, aber mehr auch nicht.

Zwischen einem Treffer und drei Toren variierte in der Folge die Coesfelder Führung, die die Eintracht bis in die letzten 90 Sekunden retten konnte. Dann schaltete Kinderhaus hinten auf totale Offensivdeckung um, kam mehrmals in Ballbesitz und konnte durch Alexa Beckmann in letzter Sekunde zum 29:29-Unentschieden ausgleichen. Der Kampf wurde belohnt.

„Vor dem Spiel hätte ich ein Unentschieden unterschrieben, nachher sowieso“, freute sich Ostendorf über „einen glücklichen Punkt“ für seine Truppe, die mit dreifachem Ersatz aus der Reserve aufgelaufen war. Tore: Klapdor (8/3), Schwarz (4), Enders (3), Engelhardt, Ruschhaupt, Bolze, Ludusan, Beckmann, Plett (je 2), Haldeweg, Lumme (je 1).

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