Basketball: 2. Bundesliga Pro B
Trotz des starken Cooper-Comebacks hakt es noch in der Offense der WWU Baskets

Münster -

Jojo hier, Cooper da. Der Rückkehrer war der gefragteste Mann des Abends – nicht nur während der 40 Minuten Spielzeit, in der er als Taktgeber glänzte. Seine starke Leistung aber kaschierte ein wenig die Probleme, die die WWU Baskets bislang noch in der Offensive zeigen.

Montag, 14.10.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 15.10.2019, 11:38 Uhr
27 Punkte waren der Topwert. Aber Aufbauspieler Jojo Cooper (l.), hier gegen Wedels Nikola Sredojevic, war nicht nur als Scorer immens wichtig für die WWU Baskets.
27 Punkte waren der Topwert. Aber Aufbauspieler Jojo Cooper (l.) war nicht nur als Scorer immens wichtig für die WWU Baskets. Foto: fotoideen.com

Jojo Cooper war der gefragteste Mann des Abends. Ohne Wenn und Aber. Auf dem Feld suchten ihn seine Mitspieler, 37:22 Minuten riss der Amerikaner auf der Aufbauposition ab und löste seine Aufgabe mit Bravour. 27 Punkte waren der Topwert, zu sechs Rebounds kamen vier Assists und drei Steals. Ein Comeback der ersten Klasse.

Sein Arbeitstag aber war mit der Schlusssirene und dem dramatischen Last-Minute-Sieg gegen den SC Rist Wedel (69:68) längst noch nicht beendet.

Geduldiger Publikumsliebling

Autogramm um Autogramm musste der Rückkehrer der WWU Baskets Münster schreiben, geduldig stellte er sich jeder Handy-Kamera und führte Smalltalk mit den Fans. Gefühlt jeder wollte dem Publikumsliebling Hallo sagen. Cooper hier, Cooper da – kein Wunder, dass er am späten Samstagabend am Hintereingang der Halle Berg Fidel bei der Verabschiedung seinem Trainer Philipp Kappenstein leise zuflüsterte: „Ich bin müde.“

Er hat es natürlich überragend gemacht, aber es war anders geplant.

Baskets-Trainer Philipp Kappenstein

Der verdiente Schlaf wartete auf den 24-Jährigen, der erst am Montag der vergangenen Woche in Münster angekommen war und vor dem Sieg ganze drei Trainingseinheiten mit seinen alten und neuen Teamkollegen absolviert hatte. Umso erstaunlicher war seine Präsenz, von Sekunde eins an übernahm Cooper Verantwortung und wurde von seinen Mitspielern gesucht – mehr als Kappenstein lieb war. „Wir haben Jojo viel zu viel Last auf die Schultern gelegt. Er hat es natürlich überragend gemacht, aber es war anders geplant. Einige haben sich ein wenig hinter ihm versteckt“, sagte der 40-Jährige.

Cooper kaschiert Offensivschwäche des Teams

Coopers Leistung, zu der auch vier Turnovers gehörten, kaschierte die offensive Schwäche, die die Baskets gegen Wedel offenbarten. Lange ging nichts bis gar nichts unter Wedels Korb. Versuch um Versuch verfehlte das Ziel, dazu stockte das Passspiel gehörig. „Ja, offensiv haben wir noch Luft nach oben“, gestand Kapitän Jan König und fügte eine Erklärung hinzu: „Wir haben in den ersten Spielen auf der Aufbauposition viele Probleme gehabt und müssen erst noch unseren Rhythmus finden. Da passt die Abstimmung noch nicht.“ In der Tat gab es in den ersten vier Spielen ständig Wechsel im Spielaufbau, vor der Wedel-Partie fehlte zweimal der nun verletzt ausfallende Marck Coffin, Nico Funk war noch gar nicht dabei.

Umso wichtiger, dass der Vizemeister mit nun drei Erfolgen ergebnistechnisch und allen Widrigkeiten zum Trotz gut in die Saison gestartet ist und sich mit den drei knappen, hart umkämpften Siegen Selbstvertrauen erarbeitet hat. „Wir werden von nun an nur besser, werden uns auf mehr automatische Abläufe verlassen und so mehr als Team agieren können“, sagte Kappenstein.

Coopers Comeback war der Anfang seiner zweiten Münster-Zeit, die für den Amerikaner nicht besser hätte beginnen können. Da störte ihn auch nicht die unerwartete Wasser-Attacke seines Mitspielers Malcolm Delpeche, der Cooper nach dem obligatorischem Siegerinterview den Inhalt seiner Wasserflasche über den Kopf goss. Cooper ist zurück – und alle scheinen damit sehr glücklich zu sein. Sich dabei nur auf ihn zu verlassen, wäre aber nicht richtig.

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