Futsal
Bundesliga? Schwer stemmbar für den UFC Münster

Münster -

Der UFC Münster ist der älteste Futsal-Verein Deutschlands – und wäre schon allein aus der Tradition gerne auch ein Gründungsmitglied der Bundesliga, die zur Saison 2021/22 eingeführt wird. Doch nicht nur die sportlichen Hürden sind hoch, auch finanziell wird das Unterfangen ein äußerst schwieriges.

Donnerstag, 17.10.2019, 16:06 Uhr
Die Futsal-Bundesliga, die zur Saison 2021/22 eingeführt wird, ist für den UFC um seinen Spielertrainer Maik Solisch ein Traum – der aber wohl sportlich und finanziell nur schwer stemmbar ist.
Die Futsal-Bundesliga, die zur Saison 2021/22 eingeführt wird, ist für den UFC um seinen Spielertrainer Maik Solisch ein Traum – der aber wohl sportlich und finanziell nur schwer stemmbar ist. Foto: Georg von Coelln

Seine Begeisterung für den Futsal wurde im Frühjahr 2002 bei einem Turnierstart mit einer Mannschaft der Uni Münster in Portugal geweckt. Die offizielle Hallenfußball-Variante der Fifa hatte es Georg von Coelln und seinen Mitstreitern angetan. Zurück in der Heimat gründeten sie mit dem UFC Münster den ersten Futsal-Verein Deutschlands. Als Pionier dieser Sportart machte sich von Coelln einen Namen, rührte in vielen Töpfen und hat seine Anteile am Fortschritt, den Futsal in Deutschland in den vergangenen Jahren – mal schneller, mal langsamer – macht. Dass der Deutsche Fußball-Bund auf seinem Bundestag die Einführung der Futsal-Bundesliga zur Saison 2021/22 mit zehn Teams beschlossen hat, heftet sich von Coelln nicht ans Revers, gänzlich unbeteiligt aber war er in der Vergangenheit nicht.

Vor zehn Jahren habe der in Münster lebende UFC-Präsident „dem DFB mal ein Konzeptpapier für eine Bundesliga“ vorgelegt. „Doch zuletzt hatte ich damit nichts mehr zu tun. Da hat der Bundestrainer Marcel Loosveld einen riesigen Anteil dran“, erklärt von Coelln, der sich dennoch natürlich mit der Materie beschäftigt hat. „Schließlich wäre es cool, wenn nach den Preußen die Stadt Münster erneut ein Bundesliga-Gründungsmitglied mit dem UFC hätte.“

Doch aktuell gestaltet sich die Teilnahme an der höchsten Spielklasse zum Start im Sommer 2021 schwierig. Zwar präsentiert sich die sich im Umbruch befindliche UFC-Mannschaft derzeit in der Regionalliga gut und kann mit den Top-Teams mithalten, wie der Erfolg gegen den West-Champion und späteren Playoff-Viertelfinalisten MCH Sennestadt zeigte. Sich dann aber in der nächsten Spielzeit als Meister oder Vize oder als Dritter über den Umweg einer Relegation zu qualifizieren, wird ein schweres Unterfangen. „Sportlich wird es, auch wenn nicht so viel zu den Top-Teams fehlt, nicht leicht. Aber wir würden sicher ein gutes Bild abgeben“, sagt von Coelln, der aber einen zweiten wichtigen Faktor anführt: „Finanziell können wir es Stand jetzt nicht stemmen. Damit sind wir nicht alleine, das geht anderen Clubs auch so.“ Mit einem Etat von 125 000 Euro (von Coelln: „Das ist das Minimum.“) müssen Bundesligisten für Reise- und Schiedsrichterkosten sowie für Aufwandsentschädigungen und Versicherungen für Spieler planen. „Eine Summe, die wir nicht haben. Noch haben wir ja etwas Zeit, Gespräche mit Sponsoren werden wir sicher aufnehmen. Aber wir brauchen auch Glück. Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Dass die Bundesliga dem deutschen Futsal gut tun wird, ist für von Coelln unbestritten. „Wir haben in Deutschland viel Qualität und gute Spieler, die sich dann auf hohem Niveau weiterentwickeln können. Und Futsal wird attraktiver, nicht nur wegen der geplanten Live-Übertragungen im TV“, sagt der Münsteraner, der langfristig die großen Clubs in der Bundesliga erwartet. Vereine wie Fortuna Düsseldorf, der Hamburger SV, Jahn Regensburg oder Hannover 96 haben schon Futsal-Abteilungen.

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