Fußball: Tribünengespräch
Schlüsselfaktor Emotion – Borussia wieder im Rausch

Münster -

Es gab zuletzt auch schwächere Phasen von Borussia Münster. Doch der 7:2-Triumph gegen die SV Ibbenbüren war mal wieder ein Fußballfest des Neulings. Allerdings gab es auch einige strittige Aktionen, unter anderem ging es um Wasserspritzer und angebliche Spuckattacken. Hinterher glätteten sich die Wogen.

Montag, 04.11.2019, 16:51 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 17:17 Uhr
Auf dem Erfolgsweg mit der Borussia: Trainer Yannick Bauer (r.)
Auf dem Erfolgsweg mit der Borussia: Trainer Yannick Bauer (r.) Foto: Dirk Böckmann

Ein Schlüsselfaktor für Leistung: die Emotionen. Ohne sie würde der Sport im Allgemeinen und der Fußball im Besonderen seine Anziehungskraft verlieren. Das gilt für die Profis genau wie für die breite Masse. Auf der Sportanlage an der Grevingstraße brachte das Spitzenspiel in der Bezirksliga zwischen Borussia Münster und der Ibbenbürener Spielvereinigung (7:2) am Sonntag die Gefühle in Wallung. Die des heimischen Trainers zum Beispiel. Nach dem Treffer von Pascal Koopmann zum vorentscheidenden 5:2 genoss Trainer Yannick Bauer seinen eigenen Film, drückte geistesabwesendan der Trinkflasche in seiner Hand – und traf mit einem Spritzer Wasser einen Gäste-Spieler unabsichtlich. „Ich habe mich sofort entschuldigt“, so Bauer. Keine große Nummer.

Mehr Feuer war im Spiel, als Torschütze Koopmann nach einem Zweikampf angeblich einen Gäste-Akteur angespuckt haben soll. Das zumindest behaupteten die Ibbenbürener und beschwerten sich lauthals beim Unparteiischen. Viel Sabber um nichts – wie der Flemmer später in einem Gespräch mit seinem Coach aufklärte. Er hatte schlicht den Boden anvisiert – und getroffen. „Pascal ist ein impulsiver Spieler, der polarisiert. Aber sowas – niemals“, sagt Bauer – und ergänzte: „Dieser Vorwurf hat uns so ein wenig die Freude am Erfolg genommen.“ Koopmann selbst hatte in der eigentlich fairen, aber von Härte geprägten Partie ganz schön auf die Socken bekommen. Ein kaputter Schuh, ein blutiger Fuß zeugten von einer intensiven Partie.

Aufreger hin oder her: ­Aufsteiger Borussia hat mit dem 7:2-Erfolg selbigen geliefert. „Wir haben uns in einen Rausch gespielt“, bilanzierte Bauer, dessen Jungs in dieser Spielzeit bereits Spitze waren. Durchmarsch? „Das wäre vermessen“, sagt der Coach. „Wir sind einfach happy, in der ­Liga angekommen zu sein.“

Beim Siegerbierchen gab es im Anschluss der Partie noch einen regen Austausch mit den Ibbenbürenern. Da war die Welt dann auch wieder in Ordnung. Wenngleich der Gast an der Niederlage ordentlich zu knacken hatte. Sieben Gegentore im Spitzenspiel – das tut weh. Übrigens: Borussia war unlängst in Wettringen in der gleichen Situation. Es geht immer weiter.

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