Handball: Landesliga
Münster 08 überrascht eingespielt und ehrgeizig mit Rang drei

Münster -

Als es um die Favoriten für die neue Saison ging, war der Name SC Münster 08 wie immer außen vor. In den vergangenen Jahren musste der Kanalclub den Blick immer eher nach unten richten. Doch diesmal ist alles anders. Unter dem neuen Trainer Andreas Helftewes ist das Team Dritter – und jetzt kommt es zum Derby gegen Westfalia Kinderhaus.

Donnerstag, 07.11.2019, 15:02 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 17:20 Uhr
Jonas Bittern (M.) ist ein Schlüsselspieler für Nullacht. Im Derby trifft er am Sonntag auch auf die beiden Kinderhauser Matthias Leenings (l.) und Manuel Honerkamp.
Jonas Bittern (M.) ist ein Schlüsselspieler für Nullacht. Im Derby trifft er am Sonntag auch auf die beiden Kinderhauser Matthias Leenings (l.) und Manuel Honerkamp. Foto: Wilfried Hiegemann

Im Spätsommer, kurz vor dem ersten Punktspiel, äußerte Andreas Helftewes noch große Bedenken. Gerade erst war er vom Co-Trainer zum Chefcoach des SC Münster 08 aufgerückt und hatte Björn Hartwig beerbt, und schon musste der 54-Jährige nicht nur einen kleinen Umbruch moderieren, sondern rund um die Semesterferien einen stark ausgedünnten Kader auf die Saison vorbereiten.

„Es stimmt. Wir stehen besser da, als ich es Anfang September gedacht hätte“, so der Ur-Nullachter. Der Blick auf die Tabelle gibt ihm recht. Sein Team, das in der vergangenen Serie erst spät sicher gerettet war, ist aktuell Dritter und hat nicht nur Siege gegen Konkurrenten aus dem Keller wie Hamm III und zuletzt Gronau verbucht, sondern auch hoch gehandelte Gegner wie Werther und Telgte geschlagen. Die einzigen Niederlagen gab es gegen Spitzenreiter Verl und den Zweiten Ladbergen, wobei gegen den Verfolger noch mehr drin war. „Wären wir vollständig gewesen, hätten wir diese Partie gewinnen können“, so Helftewes, für den der derzeitige Erfolgsschlüssel „Eingespieltheit und Ehrgeiz“ lautet. „Die, die bei uns im Moment auf der Platte stehen, sind seit drei, vier Jahren dabei“, sagt er. „Der andere Punkt ist, dass wir uns nie geschlagen geben, auch nicht bei höheren Rückständen. Das ist schön zu sehen.“

Von den Neuen ist Jan-Philipp Meyer wegen seines Doppelspielrechts für Verbandsligist Hüllhorst nicht immer dabei, aber ein echter Gewinn in der Abwehr und am Kreis. In der Defensive wurde Hermann Fintrop zu einer Alternative, während es Simon Rabe im Rückraum angesichts der anderen Anwärter noch schwer hat. Clemens Moor, die Nummer drei auf Linksaußen, hat sich in dieser Woche aus persönlichen Gründen von den Kollegen verabschiedet. „Ohne Groll“, wie Helftewes, der für jeden Fall eine Option in der Hinterhand hat, sagt.

Doch das Gerüst der spielstarken Truppe bilden zweifellos die Etablierten um die „eindeutigen Leader“ Jonas Bittern und Niels Sibbersen. „Die sind am längsten dabei und mein verlängerter Arm“, so der Coach. „Aber jeder einzelne von den ersten sieben, acht Spielern hat seinen Wert, bringt sich ein, macht den Mund auf, präsentiert Lösungsmöglichkeiten.“

Für Helftewes selbst hat die Umstellung vom Assistenten zum Boss zudem reibungslos funktioniert. „Als Co-Trainer hatte ich nicht die Verantwortung, musste mir nicht detailliert Gedanken machen und keine Ansprache führen. Und ich war im Spiel ruhiger.“ Das klingt durchaus selbstkritisch, denn während der 60 Minuten kann er schon „sehr impulsiv“ sein. „Gut ist das nicht immer, auch für die Gesundheit, das weiß ich. Aber die Jungs müssen ja gecoacht werden.“

Bisher geht dieser Plan auf. Und demnach kommt das Derby gegen Westfalia Kinderhaus am Sonntag (16 Uhr, Halle Ost) zur rechten Zeit. Schließlich sind auch einige Rechnungen zu begleichen. „Es steckt schon noch in den Köpfen, dass wir in den letzten Jahren meist nicht so gut ausgesehen haben. Favorit sind wir daher nicht“, so Helftewes. „Wir hatten zwar schon fast alle von oben und haben uns gut aus der Affäre gezogen, aber daraus würde ich jetzt noch nichts ableiten.“

Klar ist aber auch: Wo in den vergangenen Jahren der Blick oft automatisch nach unten ging, könnte es diesmal mit einer sorgenfreien Saison klappen. Auch wenn der Klassenerhalt das offizielle Ziel bleibt.

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