Judo: Deutsche Hochschulmeisterschaften
Über Glasgow geht es für die „Monsters“ des HSP nach Hannover

Münster -

Beim Mixed-Wettkampf in Glasgow mussten sich die „Münster Monsters“ des Hochschulsports erst im Finale beugen. Jetzt geht es für sie schon weiter. Denn eine Woche später stehen die Deutschen Hochschulmeisterschaften in Hannover auf dem Programm.

Donnerstag, 28.11.2019, 17:14 Uhr
Mit Platz zwei in Glasgow nach einem starken Turnier konnten die „Münster Monsters“ wunderbar leben.
Mit Platz zwei in Glasgow nach einem starken Turnier konnten die „Münster Monsters“ wunderbar leben. Foto: privat

Das Kondenswasser bildete sich an den alten, mitunter mangelhaften Fenstern in dem kleinen Gymnastikraum in der Halle am Horstmarer Landweg. Der Sauerstoffgehalt sank stetig, der Mangel an Frischluft tat ein Übriges. Echte Schweißarbeit. „Da musstest du einfach mal alles aufreißen“, erinnert sich Ingo Scholz . Er tat es – und seine Judoka atmeten tief ein.

Über Jahre versprühte dieser Ort einen gewissen Charme. Hier gingen sie den „sanften Weg“, wie dieser Sport wörtlich übersetzt heißt, mit Ehrgeiz, mit viel Leidenschaft. Im Rahmen des Hochschulsports (HSP), der an der Uni Münster bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Judo gehört seit vielen Jahrzehnten zu den Gassenhauern. Auch dank des inzwischen verstorbenen Ronald Kobayashi, der das Wettkampftraining im Sinne von Kanō Jigorō, dem Begründer des Judos in Japan, am Institut mit aufgebaut hatte. Scholz, gefühlt seit einer Ewigkeit Übungsleiter, stieg Anfang der 90er ein. Und blieb. Bis heute. Aus Liebe.

Ja, der Judosport hat eine bewegte Vergangenheit im HSP. Und ist über Kooperationen mit der JG und jetzt der TG Münster gewachsen. Stetig. Der Besuch internationaler Turniere ist seit langer Zeit ein lieb gewonnenes Ritual. Seit der Jahrtausendwende zieht es die „Münster Monsters“ beispielsweise nach Sheffield zu einem Mixed-Wettkampf (zwei Frauen, vier Männer). „Ich weiß gar nicht, wie oft wir dort gewonnen haben“, lacht Ingo Scholz. In diesen Worten schwingt ein Stück weit Stolz mit.

In der vergangenen Woche machte sich eine Abordnung zu einem Kräftemessen nach Glasgow auf. Zum vierten Mal. Dreimal hatte Münster Rang drei belegt. Und nun? Finale. Am Ende blieb nach einem 1:5 im Finale gegen das Team „Garioch and Tayside“ Rang zwei – aber die Erkenntnis, das hohe Niveau mitgehen zu können. Viola Haupt (bis 63 Kilogramm), Annalena Stapper, Carolin Kohlgrüber (beide plus 63 Kilo), der aktuelle Westdeutsche Meister Bastian Peters (bis 73 Kilo), Christof Duhme, Jan-Niklas Heming (beide bis 81 Kilo) sowie die Brüder Malte (bis 90 Kilo) und Erik Jansen (plus 90 Kilo) gehörten zum Team, das vor dem eigentlichen Akt abtanzte. Auf dem Parkett zu schottischen Nationalklängen. Eine Riesengaudi. „Hat Spaß gemacht – anstrengender als der Wettkampf selbst“, sagt Scholz und zupft an der Kapuze seines Hoodies mit der Aufschrift „Münster Monsters“.

Am Wochenende geht es gleich weiter. Zu den deutschen Hochschulmeisterschaften nach Hannover. Niedersachsens Hauptstadt rüstet sich für ein Großereignis. Und wird die Fenster auf dem Sport-Campus der Hochschule ab und an mal aufreißen. Dringend nötig, wenn Judoka mal so richtig in Fahrt kommen und der Schweiß nur so in Strömen fließt.

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