Rudern: Langstreckentest der Nationalmannschaft
Brummel beweist in Dortmund langen Atem

Münster -

Ein Test ohne Wertung, aber kein Muster ohne Wert: Bei der ersten Formüberprüfung in der Saisonvorbereitung der deutschen Ruder-Elite hat Felix Brummel vom RV Münster eine eindrucksvolle Empfehlung eingereicht. Im Zweier ließ er sogar die Weltmeister aus dem Deutschland-Achter hinter sich.

Montag, 02.12.2019, 14:48 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 18:19 Uhr
Kurzer Prozess auf der langen Strecke: Nico Merget (l.) und Felix Brummel auf dem Weg zur Bestzeit.
Kurzer Prozess auf der langen Strecke: Nico Merget (l.) und Felix Brummel auf dem Weg zur Bestzeit. Foto: Detlev Seyb

Wenn schon, denn schon, lautete die Devise von Deutschlands besten Riemenruderern am ersten Adventswochenende. Wenn es schon aufs eiskalte Wasser ging, dann auch so, dass es sich lohnt, die warme Winterkollektion anzulegen: Sechs lange Kilometer hatten die Bundestrainer ihren Schützlingen am Stützpunkt Dortmund auf den Trainingsplan geschrieben. Ausgewiesen als erste Standortbestimmung der olympischen Saison kurz nach dem ersten Trainingslager im portugiesischen Avis – nicht mehr und nicht weniger. Grundsätzlich sollten die Kandidaten also den nötigen Druck auf die Riemen bringen, ohne den ultimativen Leistungsdruck zu verspüren. Felix Brummel vom RV Münster fand gemeinsam mit Zweierpartner Nico Merget die perfekte Mischung. Das Duo fuhr der gesamten Konkurrenz auf und davon und siegte mit sechs Sekunden Vorsprung – unter anderem auch vor den amtierenden Weltmeistern aus dem Deutschland-Achter. Ein starkes Signal an die Bundestrainer, die Mitte Januar die Bootsbesatzungen bekanntgeben wollen, die sich im Achter auf Tokio vorbereiten beziehungsweise im Zweier oder Vierer in Luzern noch ein Nachrückerticket für die Spiele errudern sollen.

„Da kann man für sich vielleicht ein wenig Selbstbewusstsein tanken, aber die Trainer haben ganz klar kommuniziert, dass das keinen Selektionscharakter hat. Wir waren ja erst kurz vorher aus dem Trainingslager gekommen, da war der eine etwas mehr regeneriert, der andere weniger“, so Brummel zurückhaltend.

Keinen bleibenden Eindruck konnte Ida Kruse hinterlassen, sie musste beim als Einertest ausgewiesenen Einsatz des Frauen-Riemenkaders wegen einer Rippenverletzung passen. In Top-Form präsentierte sich dagegen U-23-Europameisterin Julia Tertünte, die beim Ergometervergleich eine neue Bestzeit präsentierte, sich dann allerdings auf dem Wasser mit muskulären Problemen unter Wert verkaufte. John Heithoff wählte den anderen Weg: Auf dem Ergo mit Schwächen, auf dem Wasser mit Partner Richard Aurich (Dresden) in Galaform. Das Duo ruderte die elftbeste Zeit – und damit die zweitbeste aller U-23-Teams. Mit acht Sekunden Rückstand und als U-23-Achte kam Vereinskamerad Sönke Kruse mit Henry Hoffmann (Dortmund) ins Ziel. Im Einer belegte Joscha Feder Platz zehn.

Im U-19-Bereich reichte Leonard Bührke und Ivan Maidachevsky Rang sieben im ungesteuerten Zweier zu einer Einladung zum Sichtungslehrgang des Bundestrainer. Eine ganze Reihe von Top-Platzierungen erruderte der U-17-Kader des RV Münster – mit 14 Aktiven die nicht nur qualitativ die stärkste Abordnung in Dortmund. Allen voran Kieran Holthues, der vom ARC zum RV Münster gewechselt ist, mit Platz eins im U-17-Einer, sowie Paula Bühlmeyer und Tjorven Schneider als Zweite im Juniorinnen-Doppelzweier.

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