Immer öfter rücken die Co-Trainer in die Hallen-Verantwortung
Trainer-Vertreter machen einen guten Job

Münster -

Von wegen Ersatzmänner: Hinter der Bande tummelten sich die Trainer-Vertreter und machten durch die Bank einen guten Job, wie ein Blick in die Besetzung des Finaltags verrät.

Montag, 30.12.2019, 21:10 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 08:55 Uhr
Aushilfstrainer Fabian Stiller lieferte ganze Arbeit ab – dennoch scheiterten seine Nullachter knapp.
Aushilfstrainer Fabian Stiller lieferte ganze Arbeit ab – dennoch scheiterten seine Nullachter knapp. Foto: Peter Leßmann

Von 16 Teams, die in der Zwischenrunde standen, spielten sieben unter der Leitung der eigentlichen Co-Trainer. Und sechs sprangen in die Endrunde: Die Preußen, der TuS Hiltrup , der VfL Wolbeck , der BSV Roxel, Nullacht und der UFC Münster. Die mithin erfolgreichen Männer aus der zweiten Reihe sind längst nicht mehr zweitrangig.

Florian Quabeck, der beim VfL Wolbeck Alois Fetsch vertrat, kann sich eine Rolle als Chefcoach künftig gut vorstellen: „Ich trage gerne Verantwortung, Lois gibt mir oft die Chance, mich einzubringen. Darauf habe ich Bock, auch wenn die Halle noch was anderes ist als draußen.“ Seine Beziehung zur Stadtmeisterschaft ist sowieso eine besondere. „Weil ich in der Jugend bei Preußen gespielt habe, wurde mir das Turnier quasi in die Wiege gelegt.“

Das spezielle münsterische Einfühlungsvermögen zählt auch viel bei anderen Teams. TuS Hiltrups Co-Trainer Kay Göttsch (33) kennt als Gievenbecker Juniorencoach die Atmosphäre. Besser als Chef Christian Hebbeler. „Der ist im Urlaub, das ist auch richtig so. Der steht so oft im Brennpunkt“, sagt der Hittorf-Lehrer Göttsch. „Wer diese Stimmung hier einmal erlebt hat, der kann eine Mannschaft darauf einstellen. Ich weiß um die Bedeutung des Turniers.“ Und er schaffte es mühelos, auch die Zugereisten wie Marcel Leeneman zu begeistern.

Preußens Oberliga-Assistent Daniel Feldkamp erlebte im Vorjahr seine Feuertaufe sogar als Gewinner. „Ich genieße das alles hier, ich war schon als Spieler ein Hallen-Fan“, sagt er offen. Und überlässt seinem Chef Sören Weinfurtner die Zuschauerrolle. „Wir sprechen auch draußen sehr vieles ab und sehen uns als Teamworker.“ Als Indoor-Experte kann Feldkamp den Kick mit den wenigen Kontakten bestens steuern. Und die Emotionen auch. „Zwischen Motivation und Übermotivation liegen oft nur wenige Augenblicke. Wir wollen immer zusehen, Nebensächlichkeiten auszublenden“, sagt er.

Für Fabian Stiller war es Ehrensache, seinem WG-Kumpel Julian Wiedenhöft den Wunsch nach Freizeit zu erfüllen. Die beiden Nullachter ziehen ansonsten derzeit ihre Kreise in der A-Liga und haben beste Aufstiegschancen. Unter Trainer Wiedenhöft, mit Spieler Stiller. Der war 2012 und 2014 dabei, als die Kanalkicker triumphierten in Berg Fidel. Der 29-Jährige geht so oder so als Experte durch. „Mir macht das Spaß hier, ich kann wegen meiner Knieprobleme in der Halle nicht mehr an den Ball“, sagt der Aushelfer, der den Kader „ganz aktiv einbindet und mitgestalten lässt. Die Jungs bringen sich wirklich gut ein. Da ist es wohl von Vorteil, dass ich mit ihnen auf Augenhöhe bin.“ Alexander Otte, der eigentliche Wiedenhöft-Assistent, hat einen triftigen Grund, zu fehlen. Er ist gerade Papa geworden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7162798?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F
Hanife Güneri und ihr Weg zur Überwindung von Hass und Rassismus
Hanife Güneri: „Wenn heute noch Menschen durch Rassismus sterben, haben wir nichts dazu gelernt. Dann weint mein Herz.“
Nachrichten-Ticker