K+K-Cup: Championat von Münster
Packendes Stechduell geht an Premierengast Vereecke

Münster -

Andres Verbeecke und Jan Wernke waren die beiden Protagonisten im Championat von Münster. Im Stechen distanzierten sie die Konkurrenz um über drei Sekunden und lieferten sich ein hoch spannendes Fernduell, in dem der deutsche Vizemeister dem Belgier nur um einen Hauch unterlegen war. Es war für Wernke die zweite knappe Niederlage binnen 18 Stunden.

Samstag, 11.01.2020, 21:46 Uhr aktualisiert: 12.01.2020, 20:55 Uhr
Der Belgier Andres Vereecke freut sich im Sattel von Igor über seinen Sieg im Championat von Münster.
Der Belgier Andres Vereecke freut sich im Sattel von Igor über seinen Sieg im Championat von Münster. Foto: Jürgen Peperhowe

Am Freitagabend in der ersten Qualifikation zum Großen Preis hatte Jan Wernke tatenlos zusehen müssen, wie Philipp Schulze Topphoff (RV Roxel) als letzter Starter im Stechen seine mit Queen Mary aufgestellte Bestzeit um sechs Hundertstel unterbot und ihm den Sieg noch entriss. 18 Stunden später im Championat von Münster hatte Wernke es dann mit seiner Stute selber in der Hand, Andres Vereecke mit Igor vom Spitzenrang zu verdrängen – und scheiterte nach einer „wahnsinnig schnellen Runde“ knapp. Zwei Zehntel waren es, die fehlten.

Nach dem letzten Sprung und dem Blick auf die Uhr ballte der deutsche Vizemeister enttäuscht die Faust. „Klar habe ich mich im ersten Moment geärgert. Aber am Freitag war es schlimmer, als ich vorgelegt hatte und dann der letzte Reiter schneller war. Doch was Queen Mary hier an beiden Tagen geleistet hat, ist unglaublich, ich bin super zufrieden“, sagte Wernke.

Um in die Nähe von Vereeckes Zeit zu kommen, musste der 30-Jährige einen Top-Ritt bieten. Und den erwischte er, die Wendungen zur und nach der zweifachen Kombination sowie in die Schlusslinie hinein gelangen auf den Punkt. Einzig Millimeter fehlten. „Das Stechen war so schnell, ich musste aufpassen, dass ich nicht übertreibe“, erklärte der Reiter aus Holdorf, der zuvor Vereeckes Runde nicht ganz gesehen hatte. „Ich habe nicht gewusst, dass er nach dem vorletzten Sprung nicht den engen Weg gewählt hatte. Ich habe gedacht, dies sei meine einzige Chance.“

War sie auch, doch die Uhr stoppte eben erst nach 36,74 Sekunden – und damit 20 Hundertstel nach der Zeit des Belgiers, der gleich bei seinem ersten Turnierstart in Deutschland einen großen Erfolg eintütete. Der 22-Jährige war mit seinem Wallach Igor der erste Reiter im Stechen, der trotz des erhöhten Risikos – die bis dahin beste Zeit (40,17 Sekunden) von Mario Stevens mit Ajolie war mit vier Strafpunkten belastet – fehlerfrei und ungemein fix durchkam. „Igor hat alles, was ein Pferd braucht. Wenn er einmal das Vertrauen in dich hat, tut er alles für dich. Für mich ist er ein Superstar“, sagte der aktuelle belgischen Hallenmeister, der bei seiner Premiere in der Halle Münsterland vom K+K-Cup begeistert ist. „Es ist ein richtig nettes Turnier mit einer sehr angenehmen Atmosphäre. Wir in Belgien reiten nicht so oft vor so großen Kulissen, das macht einfach Spaß.“

Den hatte auch der drittplatzierte Victor Bettendorf, ebenfalls ein Münster-Debütant. Mit der kontrollierten Offensive als taktisches Mittel ging der Luxemburger im Sattel von Chactus das Stechen an, wählte die zügige statt der rasanten Variante (40,32 Sekunden). „Es hatte bis dahin ja noch keine Nuller gegeben. Daher wollte ich nicht alles riskieren und hatte auf eine gute Platzierung gehofft. Dass es Optionen für schnellere Runden gab, wusste ich“, sagte der 29-Jährige, der am Freitag schon ein Springen der Youngster-Tour gewonnen hatte.

Für die Reiter aus Münster dagegen lief es im Championat nicht nach Wunsch. Gerrit Nieberg (RV St. Hubertus Wolbeck) wurde mit Chilly 22., Zoe Osterhoff (RV Albachten) mit Ferrari 35., Marie Schulze Topphoff (RV Roxel) reihte sich mit Le Point acht Plätze dahinter ein.

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