Bundesverdienstkreuz am Bande
DBB-Präsident Ingo Weiss aus Münster hat noch lange nicht fertig

Münster -

Das Bundesverdienstkreuz am Bande wurde Ingo Rolf Weiss am Dienstag überreicht. Eine besondere Auszeichnung für den Münsteraner, der nicht nur Präsident des Deutschen Basketball-Bundes ist, sondern auch viele weitere Funktionärsaufgaben ausübt.

Dienstag, 14.01.2020, 17:48 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 17:24 Uhr
Regierungspräsidenten Dorothee Feller (rechts) überreichte Ingo Rolf Weiss die Erinnerungsurkunde und das Bundesverdienstkreuz am Bande, für Ehefrau Bettina blieben die Blumen.
Regierungspräsidenten Dorothee Feller (rechts) überreichte Ingo Rolf Weiss die Erinnerungsurkunde und das Bundesverdienstkreuz am Bande, für Ehefrau Bettina blieben die Blumen. Foto: Alexander Heflik

Nach Hongkong, vor Tokio, Genf und Windhoek nun ein vierwöchiger Zwischenstopp in Münster. Im Lambertisaal der Bezirksregierung wurde Ingo Rolf Weiss eine der höchsten Ehren Deutschlands ans Revers geheftet. Der 56 Jahre alte Sport-Funktionär aus Münster wurde von Regierungspräsidentin Dorothee Feller mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. „Es ist schon bewegend, weil es nicht nur eine Auszeichnung für mich, sondern auch für den Sport ist“, sagte Weiss. Er, der Präsident des Deutschen Basketball-Bundes, der beim DBB fast genauso lange im Amt ist wie Angela Merkel Bundeskanzlerin, nahm die Ehrung auch als Aufruf zum Weitermachen an. Sein großes Ziel: dass Deutschland 2032 die Sommerspiele in die Rhein-Ruhr-Region holt.

Längst ist aus dem Münsteraner ein Handlungsreisender des Sports geworden. Natürlich ragen seine Tätigkeiten für den DBB und als Vorsitzender der Deutschen Sportjugend heraus. Aber Weiss ist mehr, mindestens eine „graue Eminenz“ in der Riege der deutschen Sport-Entscheider, der zwischen „seinem“ Verband, dem Deutschen Olympischen Sportbund , IOC und internationalen Verbänden „menglowiert“ – wie man in bester Münsteraner Masematte zu sagen pflegt. Er kannte die großen Sport-Funktionäre, Willi Daume, Willi Weyer, Manfred von Richthofen oder Thomas Bach – von ihnen hat er gelernt.

Die Liste seiner Ämter ist ellenlang, die Anzahl der Geschichten und Anekdoten auch. Wie er zum Beispiel Mitglied der „Koalition gegen Schönheitswahn“ wurde oder als Mitglied im Programmausschuss von RTL 2 mitwirkte. Damals verhinderte er zwar nicht das Sendeformat, aber zumindest, dass es bei „Big Brother“ eine Geburt im Container gab. „Der Sport und die Kirche haben das mit ihrem Einspruch geschafft“, blickt er zurück.

Zur Person

Name: Ingo Rolf Weiss geboren: 12. Oktober 1963 Familienstand: verheiratet mit Bettina Beruf: Abteilungsleiter Hochschulsport der WWU Münster Stammverein: UBC Münster Funktionen beim UBC: Spieler, Schiedsrichter, Trainer der 1. Mannschaft, 2. Vorsitzender, Pressewart Laufbahn als Sportfunktionär 1998: OK-Chef für Spielort Münster bei der Frauen-WM 2002 bis 2016: Vorsitzender der Deutschen Sportjugend seit 2006: 7. Präsident des Deutschen Basketball-Bundes seit 1949 2010 bis 2014: Vizepräsident des Weltverbandes Fiba Europe seit 2014: Schatzmeister der Fiba 2006 bis 2016: Präsidiumsmitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) 2016: Ehrenmitglied des DOSB seit 2018: Sprecher der Konferenz der Spitzenverbände 2020: Bundesverdienstkreuz am Bande

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Weiss ist ein mit allen Wassern gewaschener Vertreter des Sports, der nicht nur Erfolge vorweisen kann und Ämter ausgeübt, er hat auch Niederlagen kassiert. „Die drei gescheiterten Olympia-Bewerbungen – sowas will ich nicht noch einmal erleben.“ Aber auch das stellt er fest, dass die Arbeit gegen „sexualisierte Gewalt im Sport“ nicht spurlos an ihm vorbeiging. „Auf der einen Seite war es eine beeindruckende und wichtige Arbeit. Auf der anderen Seite ist man erschrocken, wenn man so nah an diese Themen heranrückt.“

Und nun, mit Mitte 50, hat Ingo Rolf Weiss noch lange nicht genug. Ab jetzt gilt der Fokus den Sommerspielen in Japan, außerdem muss er ein Auge auf den skandalträchtigen japanischen Basketball werfen, Destination Tokio. Der Schatzmeister des Weltverbandes Fiba ist im Land der aufgehenden Sonne gefordert, der Vertreter des deutschen Sports auch. Die Aufgaben werden nicht weniger, nicht überschaubarer. Und von Vater Horst, der lange die Karnevalsgesellschaft „Witte Müse“ anführte, hat er gelernt: Was man anfängt, macht man nicht nur, sondern bringt es zu einem Ende. Weiss ist noch lange nicht fertig.

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