Rugby: Münster-Quartett im NRW-Kader
Junge Tourists auf Deutschlandreise

Münster -

In Australien ist Rugby der Volkssport Nummer eins, in Westfalen eher eine Nischenerscheinung. Folgerichtig haben sich die Rugby-Spieler in Münster Tourists genannt – vor knapp 30 Jahren. Mittlerweile hat der Club den Touristenstatus jedoch längst abgelegt, spielt in der zweiten Bundesliga – und stellt vier junge Spieler für die NRW-Landesauswahl.

Mittwoch, 15.01.2020, 17:24 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 22:47 Uhr
Karl Kerkmeier, Jakob Dahmke, Jannis Knack, Bosse Thiel (v.l.)
Karl Kerkmeier, Jakob Dahmke, Jannis Knack, Bosse Thiel (v.l.) Foto: Ansgar Griebel

„Das hatte schon einen Hauch von Eleganz“. Dirk Frase, Trainer des Rugby-Landesverbandes NRW, nahm seine jungen Schützlinge beim U-18-Kadertraining ganz genau ins Visier – und der nicht ganz ernst gemeinte Hinweis auf die künstlerische Note beim Ballvortrag dokumentierte das entspannte Betriebsklima bei der kleinen Arbeitsgruppe auf dem Naturrasenplatz am Pleistermühlenweg. Hier haben sich die Rugby-Tourists vor neun Jahren als Dauergast bei den Fußballern von Eintracht Münster bestens eingelebt – und hier trafen sich am Wochenende 15 junge Rugbyspieler aus ganz NRW, um sich langfristig auf die Deutschen Meisterschaften der Landesverbände im Juni und schnellstmöglich auf das Länderturnier am 15. Februar in Portugal vorzubereiten.

Anfahrtswege gerecht aufteilen

„Wir versuchen, das möglichst gerecht aufzuteilen“, sagt Frase, „wir haben viele Spieler aus Westfalen und viele vom Niederrhein, dazwischen wird es deutlich dünner.“ Entsprechend werden die Lehrgänge so vergeben, dass sich die teils langen Anfahrtswege gerecht auf die Spieler verteilen.

Am Samstag hatten die vier Aktiven der Rugby Tourists den Heimvorteil und die kürzeste Anreise. Jakob Dahmke und Bosse Thiel kennen einige ihrer Mitspieler bestens von gemeinsamen Einsätzen unter der Flagge des RC Aachen in der Junioren-Bundesliga, Karl Kerkmeier und Jannis Knack konnten sich mit dem Nachwuchsteam der Tourists in der Landesliga schon mit den meisten Kader-Kollegen auseinandersetzen. Nun soll es also Seite an Seite für die NRW-Auswahl auf den Platz gehen.

Siebener-Turnier in Portugal

Am Samstag klopfte das Quartett schon einmal die Terminkalender auf die Verfügbarkeit an den Turnierwochenenden ab, die finale Nominierung wird in den nächsten Tagen erwartet. Gute Chancen rechnen sich vor allem die beiden Bundesliga-Spieler Thiel und Dahmke aus, die als wendige Kreativspieler für die in Portugal eingeplante Siebener-Rugby-Variante gefragter sein dürften, als die beiden Defensivspezialisten Knack und Kerkmeier. Sie sind im Spiel eher für die rustikale Rückendeckung zuständig, während Jakob Dahmke als Verbinder die Fäden zieht und Bosse Thiel als Center oder auf dem Flügel Tempo ins Spiel bringt.

Schulen geben grünes Licht

Die Ratsgymnasiasten Dahmke und Kerkmeier signalisieren für beide Turniere ebenso grünes Licht wie Thiel vom Mauritz-Gym­nasium – einzig Knack müsste im Juni passen, der Waldorfschüler ist auf Klassenfahrt, wenn die deutschen Landesmeister ermittelt werden. Die werden im großen Stil im 15er-Rugby ausgetragen – dann sind auf dem Feld wieder alle Qualitäten gleichermaßen ge­fordert: Kraft, Geschwindigkeit – und natürlich ein Hauch von Eleganz.

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