Volleyball: Bundesliga Frauen
USC schiebt sich aus dem Tal rauf auf den Gipfel

Münster -

Die Erleichterung war den Spielerinnen des USC Münster nach dem Krimi gegen die Ladies in Black Aachen anzusehen. Erstmals gewannen die Unabhängigen zwei Spiele am Stück in dieser Saison. Zur Belohnung gab es nach dem 3:2 einen freien Tag.

Montag, 20.01.2020, 08:45 Uhr aktualisiert: 20.01.2020, 14:52 Uhr
Lina Alsmeier, hier im Netzduell mit Aachens Lynn Blecnkers, verwandelte im Tiebreak den Matchball.
Lina Alsmeier, hier im Netzduell mit Aachens Lynn Blecnkers, verwandelte im Tiebreak den Matchball. Foto: Jürgen Peperhowe

Das hatte es schon lange nicht mehr bei einem Heimspiel des USC Münster gegeben. Wenige Augenblicke vor dem ersten Ballwechsel bat Hallensprecher Kristian Klement die Zuschauer, auf den Tribünen noch etwas enger zusammenzurücken. 2126 Besucher waren an den Berg Fidel gekommen, um das NRW-Duell gegen die Ladies in Black Aachen zu verfolgen. Und sie sahen, wie der USC aus einem tiefen Tal kletterte, sich in bester Manier eines emsigen Bergsteigers Schritt für Schritt dem Gipfel näherte – und diesen letztlich noch erklomm.

Ganz unten begann Münster, den Wind aus dem Stuttgart-Sieg nahmen die Ladies in Black dem USC direkt einmal aus den Segeln. 1:11 hieß es nach wenigen Minuten, „Aachen hat uns überrumpelt“, konstatierte Lina Alsmeier, die wie ihre Teamkolleginnen lange brauchte, um in die Partie zu finden. Bis zur Mitte des zweiten Satzes dauerte diese Findungsphase, Trainer Teun Buijs hatte bis dahin vergeblich versucht, „die Mädels in die Halle zu bringen“. Doch dann steigerten sich die Unabhängigen, sendeten auf ihrer Klettertour erstmals bis zum 19:20 in Abschnitt zwei ein Lebenszeichen. „Und das war auch wichtig, um Aachen zu zeigen, dass wir noch da sind. Schade, dass wir den zweiten Satz nicht geholt haben. Da haben wieder Kleinigkeiten gefehlt“, erklärte Vanjak.

Das änderte sich im Laufe des Liga-Klassikers, in dem Münster immer mehr Höhenluft atmete. Der gute Start in den dritten Durchgang gab Vertrauen in das eigene Können, auf der anderen Seite hielt der Gast das hohe Niveau nicht konstant. „Ich habe den Mädels gesagt, dass wir am Ball bleiben müssen. Mir war bewusst, dass Aachen so nicht weitermachen würde und dass wir da sein müssen, wenn wir eine Chance bekommen“, meinte Kapitänin Barbara Wezorke hinterher.

Diese Chance kam nach dem Satzausgleich durch ein zweites Comeback im Tiebreak, in dem die Gelb-Schwarzen aus der Kaiserstadt bereits 12:9 führten. „Ich bin extrem stolz, wie wir das gedreht haben“, sagte Wezorke, die mit ihren Teamkolleginnen nach zehn Sätzen und zwei Erfolgen binnen vier Tagen nun erst mal am Montag durchpusten darf – trainingsfrei nach dem Gipfelsturm. „Und über die Intensität am Dienstag muss ich noch nachdenken, die Spiele waren sehr anstrengend“, sagte Buijs. Aber auch erfolgreich – und das war nach der mäßigen Hinrunde wichtig für den USC, der erstmals in der Saison zweimal am Stück siegte.

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