Leichtathletik: Münster-Marathon
Gedanken über Streckenänderungen und Nachhaltigkeit

Münster -

An der Streckenlänge wird nicht gerührt: Auch künftig werden die Marathonis in Münster 42,195 Kilometer zurücklegen. Ansonsten ist den Veranstaltern des Münster Marathons keine Idee zu verwegen, keine Neuerung zu gewagt. In einer Klausurtagung soll beraten werden, wie die ohnehin gelungene Traditionsveranstaltung noch verbessert werden kann.

Dienstag, 21.01.2020, 14:48 Uhr aktualisiert: 22.01.2020, 17:12 Uhr
Tausende gehen alljährlich auf die Strecke
Tausende gehen alljährlich auf die Strecke Foto: Matthias Ahlke

Fast zwei Jahrzehnte wurden auf bislang zwei verschiedenen Wegen Spuren hinterlassen. Beim Volksbank-Münster-Marathon sind es inzwischen mitunter ausgetretene Pfade, die seit der ersten Auflage 2002 immer im September gelaufen werden. Zeit, etwas zu ändern? Schon einmal, 2007 beim 6. Marathon wurde eine neue Strecke ausbaldowert – erstmals wurde Nienberge in die 42,195 Kilometer eingebunden. Mecklenbeck blieb nach sechs Veranstaltungen außen vor. Im Jahr 2006 wurde zudem der Staffel-Marathon eingeführt und schreibt seitdem eine Erfolgsgeschichte nach der anderen, die sich außer durch das immer wiederkehrende Attribut „komplett ausgebucht“ insbesondere in der Kürze der Anmeldezeit widerspiegelt. Nach wenigen Minuten sind die rund 1500 Startplätze vergeben.

Michael Brinkmann , gerade wieder in den Vorstand der Interessensgemeinschaft der Lauf-Veranstalter in Deutschland, German Road Races, wiedergewählt, hält es mit einer unternehmerischen Devise, nach der Stillstand Rückschritt sei. Und folglich überdenkt man beim Münster Marathon e.V. mit Blick auf das 20. Lauf-Jubiläum 2021 einige Änderungen. Am Montagabend wurde die Klausurtagung vorbereitet, während der „ein Relaunch“ des Marathons diskutiert werden soll. Unter anderem stehen erste Überlegungen im Raum, eben die ausgetretenen Pfade zu verlassen und besagte neue Wege zu gehen. „Wir stehen in Gesprächen mit der Polizei und der Stadtverwaltung, ob und wo wir die bisherige Streckenführung eventuell ändern können“, sagte Brinkmann ganz vorsichtig. Spruchreif, geschweige denn entschieden sei da noch nichts. Ideen, den Marathon in den Osten Münsters zu verlagern oder den Kurs eventuell in Gänze stadtnah zu etablieren, seien erst noch zu diskutieren. Bislang ist Münsters Osten ohnehin vom Münsterland-Giro im Oktober „belegt“, die (verkehrstechnische) Beanspruchung des Gebietes also zurzeit schon ausgereizt.

Ebenfalls diskutiert werden soll während der Klausurtagung das Ziel der Nachhaltigkeit. „Wir müssen unseren Beitrag leisten, ganz klar“, betonte Brinkmann. Die Plastikflut an den Verpflegungsständen ist so ein Thema, das Veränderungen erfordert. Die Frage ist nur wie? Pfand- oder vollständig recyclebare Trinkbecher seien entweder unpraktisch oder von den Herstellern kaum lieferbar. Auf anderen Zielkorridoren werde man sich ebenfalls bewegen. Beim übernächsten, dem Jubiläumsmarathon, „sind wir ein Stück weiter, bestimmt“, versprach Brinkmann.

Abgeschlossen hingegen sind die Verhandlungen über eine Marathon-Kooperation mit der deutsch-niederländischen Euregio. „Es war uns wichtig, die Zusammenarbeit mit Enschede wieder aufleben zu lassen“, betonte Brinkmann den „europäischen Gedanken“. Euregio-Geschäftsführer Christoph Almering war bereits im Dezember beim Münster-Marathon zu Gast. Es gibt in diesem Jahr eine Sonderwertung beider Marathons in Enschede (19. April) und Münster (20. September): Das Preisgeld für die jeweils drei Besten der grenzüberschreitenden Klassifikation beträgt 500, 300 und 200 Euro (jeweils Männer und Frauen). Zudem werben beide Läufe mit einem deutlich reduzierten Startgeld.

 

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