Volleyball: Bundesliga
USC Münster ist wieder in der Spur

Münster -

Wer hätte das gedacht! Vor einer Woche unterlagen die Damen des USC Münster daheim gegen den Tabellenvorletzten Erfurt. Am Mittwochabend in Vilsbiburg zeigten sie ihr anderes Gesicht und gingen als 3:1-Sieger vom Feld. Sehr zur Freude ihres Trainers.

Mittwoch, 05.02.2020, 21:54 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 22:06 Uhr
Ivana Vanjak feuert den Ball am zarten Raben-Block vorbei auf den Bo
Ivana Vanjak feuert den Ball am zarten Raben-Block vorbei auf den Bo Foto: Georg Gerleigner

Na bitte, geht doch. Eine Woche nach der frustrierenden 1:3-Heimpleite gegen den Tabellenvorletzten SW Erfurt ist der USC wieder in der Spur. Bei den Roten Raben Vilsbiburg gewann Münster am Mittwochabend 3:1 (25:18, 25:17, 16:25, 25:22) und krallte sich damit im fünften Spiel der Rückrunde die Saisonpunkte 18, 19, 20. Das Hinspiel im November 2019 hatte der USC vor eigenem Publikum noch 2:3 verloren. Diesmal schwächelte der Bundesligist nur im dritten Satz. „Wir haben die richtige Antwort auf die Niederlage gegen Erfurt gegeben. Heute war das top“, sagte Trainer Teun Buijs .

In Vilsbiburg begannen beide Teams nervös und mit auffällig vielen Fehlaufschlägen. Der USC hatte ein paar Probleme in der Annahme und lag zunächst durchgängig hinten. Mit einem Ass brachte Ivana Vanjak die Gäste beim 13:13 erstmals auf gleiche Höhe und im nächsten Ballwechsel auch direkt in Front. Bis zum 16:16 ging es noch hin und her, danach übernahm Münster das Zepter. Lina Alsmeier schlug mutig und druckvoll auf und sorgte für Stress in der Raben-Annahme. Mit einem 7:0-Lauf setzte sich der USC ab. Das, was noch fehlte zum Satzgewinn, war kaum mehr als Formsache. Mit einem ganz feinen Lob beendete Liza Kastrup den ersten Satz.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts durfte Alsmeier direkt wieder an die Aufschlaglinie. Und erneut flatterte der Riegel der Raben. Über 4:0 setzte sich der USC bis zur ersten technischen Auszeit auf 8:2 ab. Die Mannschaft wirkte enorm selbstbewusst und destabilisierte den Kontrahenten mit großer Konsequenz. Ein zartes Aufbäumen der Niederbayerinnen zum 7:9 kann auf das Ausmaß einer Momentaufnahme reduziert werden. Münster blieb klar tonangebend im Rabennest und nutzte seine Chancen beherzt. Vanjak kam am Ende auf 17 Punkte, Alsmeier auf 16. Ein grandioser Abwehr-Reflex der überragenden Libera Linda Bock und ein fabelhafter Block von Kapitän Barbara Wezorke (überzeugend, 14 Punkte) führten zur 14:8-Führung. Da brannte gar nichts mehr an, gestützt auf hohe Qualität in der Defensive brachten die Gäste auch den zweiten Durchgang souverän und lässig ins Ziel.

Ein glattes 3:0 im ICE-Tempo? Nein, Vilsbiburg haderte zwar, aber war willens zu kämpfen. Der Schweizer Coach Timo Lippuner, der im Sommer in seine Heimat zurückkehrt, forderte seine Schützlinge nachhaltig auf, endlich aggressiver zu spielen. Jetzt kamen die Worte an und schon legten die Gastgeberinnen zu. Beim 5:8 waren die Unabhängigen noch dran, beim 8:16 dann nicht mehr. Vilsbiburg spielte nun richtig gut, stand in der Annahme stabil und hatte im Angriff eine Quote von 68 Prozent – dem war der USC, jetzt mit Sarah van Aalen im Zuspiel und Luisa Keller auf der Diagonalposition, nicht gewachsen.

Münster hatte einen Punkt sicher und noch immer die Chance auf die maximale Ausbeute. Ein bisschen war der vierte Satz die Kopie des ersten. Vilsbiburg startete besser und lag ein, zwei Zähler vorn. Nach der ersten Auszeit wendete sich das Blatt. Erst langsam, dann vorentscheidend. Beim USC war die Energie zurück, mit starkem Service legte er die Raben lahm, van Aalen und Keller sorgten für Schwung. Punkt um Punkt kam Münster voran, beim 18:12 war das Polster komfortabel. Vilsbiburg gab nicht auf und kam zweimal bis auf zwei Zähler heran. Mehr ließen die Gäste an diesem Abend nicht zu. Alsmeier war es schließlich vorbehalten, die Partie zu beenden. „Ich bin sehr zufrieden. Die gesamte Mannschaft hat das sehr gut gemacht“, sagte Buijs.

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