Volleyball: Bundesliga Frauen
Einseitiges und kurzes Vergnügen – USC chancenlos gegen Schwerin

Münster -

Es war zu befürchten, dass der USC Münster im Heimspiel gegen den SSC Palmberg Schwerin chancenlos sein würde. Genau diese Prognose bestätigte sich beim 0:3. Der Spitzenreiter spielt einfach in einer anderen Liga als die Grün-Weißen.

Sonntag, 09.02.2020, 20:48 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 21:36 Uhr
Alleine gegen drei: Demi Korevaar versucht sich hier gegen (v.l.) Mckenzie Adams, Lauren Barfield und Britt Bongaerts – vergeblich, der USC unterlag dem SSC Palmberg Schwerin mit 0:3.
Alleine gegen drei: Demi Korevaar versucht sich hier gegen (v.l.) Mckenzie Adams, Lauren Barfield und Britt Bongaerts – vergeblich, der USC unterlag dem SSC Palmberg Schwerin mit 0:3. Foto: Jürgen Peperhowe

Da war nichts zu holen. Nur 76 Minuten dauerte das Kräftemessen des USC Münster mit dem SSC Palmberg Schwerin, der sich keine Blöße bei seinem Gastspiel in Westfalen gab. Vier Tage nach dem 3:1-Sieg bei den Roten Raben Vilsbiburg unterlagen die Unabhängigen mit 0:3 (15:25, 17:25, 19:25) und waren dabei chancenlos. „Zu schnell, zu hoch und zu stabil.“ Das war das trockene Fazit von Trainer Teun Buijs, der die Überlegenheit des SSC anerkannte. „Schwerin war zu gut. Für uns war es ein Kompliment, dass sie mit der Stammsechs gespielt und uns ernst genommen haben.“

Zunächst ließ es sich für Münster gut an vor 1746 Zuschauern in der Halle Berg Fidel. Ivana Vanjak und Liza Kastrup eröffneten die Partie für den USC optimal, nach Rückstand (4:6, 8:10) waren die Grün-Weißen nach einem Fehler von Schwerins Nationalspielerin Kimberly Drewniok beim 11:10 wieder vorne. Es war die letzte Führung für lange Zeit, in der Folge leisteten sich die Unabhängigen einen Leistungsabfall. Vanjak hatte in der Annahme ihre liebe Mühe mit dem Service des SSC. Sie war viel beschäftigt und agierte zudem im Angriff unglücklich – gleiches galt für Lina Alsmeier und Kastrup. Und da der USC-Aufschlag dem Gast aus Mecklenburg-Vorpommern nur wenig zusetzte, hatte Schwerin um die ehemalige USC-Zuspielerin Britt Bongaerts keine Mühe ein schnelles, variables Spiel aufzuziehen. Nutznießer waren wechselweise die auffällige Mckenzie Adams, Greta Szakmary oder Drewniok, die den Vizemeister uneinholbar enteilen ließen. Ein Aufschlagpunkt von Szakmary gegen Vanjak war das bezeichnende Ende des dann doch einseitigen Eröffnungsabschnitts.

Das Erscheinungsbild änderte sich auch im zweiten Durchgang nicht sonderlich. Zu souverän trat das Team von Coach Felix Koslowski auf und war in allen Belangen überlegen. Die Annahme um Libera Justine Wong-Orantes war nicht zu erschüttern, der Angriffsmotor schnurrte geschmeidig und auch mit dem Aufschlag sorgte der SSC für ordentlich Trubel auf USC-Seiten. Adams servierte zwei ihrer drei Asse zum 11:5, wenig später vermochte Luisa Keller beim 8:14 die Angaben von Szakmary zweimal nicht zu verarbeiten. Erneut war die Vorentscheidung früh gefallen, erst ab dem 12:20 leistete sich Schwerin einen kurzen Moment der Unkonzentriertheit. Wohl dem, der per Doppelwechsel beim 23:16 mit Rückkehrerin Louisa Lippmann und Denise Hanke zwei gestandene Nationalspielerinnen mal eben so von der Bank bringen kann. Das war schon ziemlich lässig und unaufgeregt, wie Schwerin hier seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Den Grün-Weißen, die nach dem zweiten und letzten Seitenwechsel mit Juliane Langgemach für Demi Korevaar im Mittelblock spielten, war das Bemühen nicht abzusprechen – allein die Klasse, den Meisterschaftskandidaten aus dem Nordosten richtig zu fordern, fehlte am Sonntag. Einmal führte der USC noch (8:6), ehe Schwerin wieder an- und damit davonzog. Vanjak beendete unfreiwillig das einseitige Geschehen mit einem Angriff ins Netz. Münster, das in Alsmeier (zwölf Punkte) seine beste Scorerin hatte, war geschlagen. Und das verdient.

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