Fußball: 3. Liga
Preußen Münsters Hoffnung schwindet nach 0:0 gegen Würzburg

Münster -

Bundesliga-Gründungsmitglied Preußen Münster droht im Kampf gegen den Abstieg aus der 3. Fußball-Liga weiter an Boden zu verlieren. Am Freitagabend spielte das Team von Trainer Sascha Hildmann nur 0:0 gegen die Würzburger Kickers. „Der Punkt hilft uns nicht richtig weiter“, klagte Torhüter Maximilian Schulze Niehues. Münster bleibt mit 21 Punkten aus 24 Spielen auf einem Abstiegsplatz.

Freitag, 14.02.2020, 21:48 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 22:24 Uhr
Torschütze in Kaiserslautern, am Freitag ohne Fortune: Münsters Luca Schnellbacher (rechts), hier im Duell gegen Sebastian Schuppan, ging leer aus.
Torschütze in Kaiserslautern, am Freitag ohne Fortune: Münsters Luca Schnellbacher (rechts), hier im Duell gegen Sebastian Schuppan, ging leer aus. Foto: Jürgen Peperhowe

Zu wenig. Schon wieder. Bereits das 1:1 in Kaiserslautern hatte Preußen Münster im Abstiegskampf keinen Deut vorangebracht. Für das 0:0 gegen die Würzburger Kickers am Freitagabend zu Hause galt das noch viel mehr. Der Abstand aufs rettende Ufer kann jetzt noch mal anwachsen, irgendwann  schwindet der Glaube an den Klassenerhalt auf diese Weise. Auch wenn die Ursache hierfür nicht unter der Regie von Coach Sascha Hildmann zu finden ist. Die Abwägung zwischen Sicherheit und Risiko ist in Partien wie diesen ein Vabanquespiel.

Unentschieden helfen im Keller nicht. „Diese Nacht werde ich keine Sekunde schlafen“, sagte der Trainer. „Das kann nicht wahr sein. Mehr reinwerfen kannst du nicht. Die Mannschaft lebt, die Zuschauer waren überragend.“ Dribbler Seref Özcan sagte: „Wir wollten nicht so defensiv spielen wie in Lautern. Und Würzburg war auch nicht besser als wir. Sehr schade.“

Rassistischer Vorfall

Der Abstiegskampf gegen Windmühlen war die eine Sache an diesem Abend. Ein rassistischer Vorfall wenige Minuten vor dem Abpfiff überlagerte aber zumindest für eine Weile das Resultat. Ein Tribünenbesucher hatte Gäste-Akteur Leroy Kwadwo Affenlaute entgegengeworfen. Unfassbar. „Sowas gehört nicht ins Stadion. Ich habe nicht gedacht, dass mir so etwas mal passieren würde“, sagte der 23-Jährige in ruhigem Ton. „Ich danke aber Münster für die Reaktion.“ Die Zuschauer hatten sofort mit „Nazis-raus“-Rufen geantwortet. Der Täter wurde umgehend verhaftet.

Zum Spiel: Die Hausherren fuhren im Rückwärtsgang, was überwiegend der Status der Anfangsphase war, erneut ein 5-4-1 auf. Fast logisch, dass die ersten Annäherungen dem Gast gehörten. Doch einzig Patrick Sontheimer kam zum Schuss – vorbei (7.). Die tiefe Anordnung hatte dann aber doch nicht so lange Bestand, der SCP boxte sich Stück für Stück Richtung Strafraum. Von einer Torchance waren die Hausherren aber weit entfernt, da der Gegner keine Räume ließ und eine gute Ordnung fand, während das eigene Nachrückverhalten zu wünschen übrig ließ.

Kaum nennenswerte Szenen

Eine halbe Stunde verging, ohne dass es weitere nennenswerte Szenen in den Strafräumen gab, am wie üblich schlechten Zustand des Rasens lag das aber nicht allein. In diesem einen Moment, als Seref Özcan an der Mittellinie blockte, den Konter sofort einleitete und Alexander Rossipal optimal bediente, mag der Untergrund eine Rolle gespielt haben, vielleicht aber auch das Nervenkostüm. Jedenfalls trat der Linksverteidiger frei vor dem Kasten ein Luftloch (37.) und erzeugte ungläubiges Staunen und Raunen auf den Rängen. Fast im Gegenzug musste sich Keeper Max Schulze Niehues ganz lang machen bei einem Schlenzer von Simon Rhein (39.). Hartes Brot für die Zuschauer war diese Flutlichtnummer trotz der beiden Hallo-wach-Momente vor der Pause dennoch. Fast wie befürchtet.

SC Preußen Münster – Würzburger Kickers

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  • Luca Schnellbacher im Duell mit Sebastian Schuppan.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fridolin Wagner behauptet sich gegen Robert Herrmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schnellbacher macht beim Einlauf einem Balljungen die Schnürsenkel zu.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schiedsrichterin Katrin Rafalski aus Baunatal, halber Weg zwischen Münster und Würzburg, pfeift die Partie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fridolin Wagner kämpft mit Luca Pfeiffer um den Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Seref Özcan versucht, an Torwart Müller vorbeizukommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rossipal und Özcan gegen Fabio Kaufmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Fotos der Partie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe

Durchsetzungskraft fehlt

Direkt nach Wiederanpfiff fiel Özcan der Ball vor die Füße, aber auch dieser Abschluss ging in die Hose (46.). Zumindest attackierte der SCP nun früher und signalisierte so Bereitschaft, auch mal Risiko für den dringend benötigten Sieg einzugehen. Mit der ersten Ecke dann sogar ein weiterer Versuch: Jan Löhmannsröben zielte nur etwas zu ungenau (52.).

Hinten minimierte sich zusehends die Anzahl der Fehler, nach vorne fehlten aber gerade im Umschaltspiel Präzision und erst recht die nötige Durchsetzungskraft. Nach Standards ging wieder was: Oliver Steurer kam zum Kopfball, diesmal musste Robert Herrmann auf der Linie klären (62.). Im Gegenzug rutschte den Gastgebern zweimal fast das Herz in die Hose. Schulze Niehues lenkte erst einen Schuss von Fabio Kaufmann um den Pfosten (63.) und sah kurz darauf einen Versuch von Sebastian Schuppan minimal über die Latte streichen (64.).

Zeit lief davon

Die Zeit lief den Münsteranern mal wieder davon. „Woher soll das Selbstvertrauen in den letzten zehn Minuten auch kommen“, fragte Hildmann. „Leidenschaft und Wille waren da, wir haben unheimlich viel investiert. Aber es fehlte der Lucky Punch. Wir müssen weitermachen, bis der Ball einschlägt.“ So etwas wie Dauerdruck entfachten die Münsteraner bei aller Willensstärke nicht, und hinten lauerte immer die Gefahr, weil Würzburg dort einfach echte Qualität besitzt. Kevin Rodrigues Pires durfte es noch aus 17 Metern probieren (81.). Dann stand für einige Zeit erst mal der Fußball im Hintergrund. „Fans und Stadionsprecher haben super auf die Vorkommnisse reagiert“, sagte Özcan.

Mit dem Abpfiff herrschte totale Stille im Stadion. Aus mehreren guten Gründen.


SCP: Schulze Niehues – Erdogan, Löhmannsröben, Steurer – Schauerte, Wagner, Rodrigues Pires (84. Mörschel), Rossipal – Cueto (73. Königs), Schnellbacher, Özcan (60. P. Hoffmann). -Kickers: Müller – Hemmerich, David, Schuppan, Kwadwo – Kaufmann, Sontheimer (85. N. Hoffmann), Rhein, Herrmann (63. Vrenezi) – Baumann, Pfeiffer (69. Sané).

SchiedsrichterinKatrin Rafalski (Baunatal).

Tore: Fehlanzeige.

Zuschauer: 5457.

Gelb: Rossipal, Özcan, Erdogan, Rodrigues Pires, Löhmannsröben, Hildmann (Trainer), Wagner / Kwadwo, David

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