Fußball: Tribünengespräch
Hektische Momente beim TuS Hiltrup – Ärger bei BW Aasee

Münster -

Die Ergebnisse waren alles andere als aufregend. Schließlich fiel die Bilanz der münsterischen Teams eher übersichtlich aus, die drei Tabellenführer schafften sogar keinen Sieg. Doch für viel mehr Aufregung sorgten zwei Szenen. Beteiligt waren der TuS Hiltrup und BW Aasee.

Montag, 17.02.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 12:24 Uhr
Dieses Duell blieb ohne Folgen. Für Aufregung sorgte in Hiltrup vielmehr die Szene in der Schlussminute.
Dieses Duell blieb ohne Folgen. Für Aufregung sorgte in Hiltrup vielmehr die Szene in der Schlussminute. Foto: Jürgen Peperhowe

Das war ein Start mit stotternden Motoren. Bisweilen hatte die Rückmeldung der überkreislich aktiven Mannschaften sogar Aussetzer. Insbesondere bei den Top-Teams. Von denen unterlag Landesliga-Tabellenführer Westfalia Kinderhaus bei Viktoria Heiden (1:2) ebenso wie der Bezirksliga-Primus Borussia Münster daheim gegen gegen den SC Hörstel (0:2). Der dritte, Westfalenligist TuS Hiltrup , gewann ebenfalls nicht. Auch bei den Bezirksligisten VfL Wolbeck (2:3 bei der SG Telgte) und BW Aasee (1:2 bei Vorwärts Wettringen) lief es noch nicht rund.

Auf Betriebstemperatur war immerhin der 1. FC Gievenbeck beim 1:0 über SuS Neuenkirchen sowie der BSV Roxel beim 3:2 in der Landesliga über Eintracht Ahaus. Einigermaßen auf Touren kamen zudem der SC Preußen Münster II (1:1 gegen den SV Schermbeck) und der TuS beim 2:2 gegen Victoria Clarholz.

Dabei kam Hiltrup so gerade noch mit einem blauen Auge davon, erzielte mit der letzten Aktion durch Frederik Schulte (90.+4) den Ausgleich, verhinderte den dritten Stolperer eines münsterischen Tabellenersten. Es war nicht nur wegen des Zeitpunktes ein Aufreger. Vielmehr sorgte die Entstehung für Diskussionen. Denn als die Clarholzer Jannes Kohlmeyer und Julian Linnemann mit einem TuS-Akteur zusammenprallten und im Fünfmeterraum liegen blieben, hätten sich die Gäste eine Unterbrechung gewünscht. Vielleicht auch durch einen ins Aus beförderten Ball. Sie erfolgte nicht. Der vermeintlich geklärte Ball wurde stattdessen postwendend wieder vor das Tor getreten und verwandelt – während die beiden Gästeakteure am Boden lagen. Kohlmeyer musste anschließend mit Gehirnerschütterung und Nasenbeinbruch und über Nacht das Krankenhaus aufsuchen.

Leider ist das Spielen des Balls ins Aus ja nicht mehr zwingend.

Christopher Hankemeier, Trainer Victoria Clarholz

„Leider ist das Spielen des Balls ins Aus ja nicht mehr zwingend“, sagte Christopher Hankemeier am Tag danach. Der Gäste-Trainer machte dem Gastgeber keinen Vorwurf. Der Argumentation des Unparteiischen konnte er allerdings auch nicht folgen. „Er hat mir gesagt, dass er das Spiel unterbrochen hätte, wenn je ein Clarholzer und ein Hiltruper Spieler am Boden gelegen hätten“, wunderte sich Hankemeier. Zwei Spieler seiner Elf empfand er schon als Nachteil. Auch ohne vorausgegangenem Foul. „Das war schon ärgerlich. Zumal es sich bei den beiden um unseren linken Verteidiger und linken Innenverteidiger handelte.“ Von „ihrer Seite“ kam die erneute Flanke. „Ich hätte mir gewünscht, dass er unterbricht. Auch weil die Gesundheit der Spieler vorgeht.“

Rolf Neuhaus hatte für alle Seiten Verständnis. Für den Clarholzer Frust, die Hiltruper Fortsetzung und auch die Schiedsrichter-Entscheidung. „Das ging so schnell, dauerte nur zwei Sekunden. Zudem waren da 20 Mann inklusive unserem Torhüter im Strafraum. Es war unübersichtlich.“ Der TuS-Fußballchef erinnerte sich an einen Zusammenprall von nur zwei gegnerischen Akteuren.

Unterschiedliche Wahrnehmung in Wettringen

Eine andere Entscheidung, als die auf Tor, hätte sich auch BW Aasee gewünscht. Denn beim Treffer (81.) zum 1:2-Endstand wähnte Andre Kuhlmann den Schützen Lyon Meyering im Abseits. „Das war nicht knapp. Das war klares Abseits“, kommentierte der BWA-Trainer die entscheidende Szene. Wohl auch emotional beeinflusst, besiegelte diese doch die Niederlage. Seine Wahrnehmung vermochte sein Gegenüber nicht zu teilen. „Nee, das war kein Abseits. Es passierte auf unserer Seite, ich stand auf Ballhöhe“, erinnerte sich Patrick Wensing, ehe der Wettringer Trainer ergänzte: „Da hing noch ein Spieler der Abwehrkette hinten drin.“ Immerhin ließ sich der Ex-Preuße ein Türchen offen, wollte am Montagabend die Videoaufzeichnung studieren, erneuerte aber seine Einschätzung: „Fünf Meter waren das auf keinen Fall, eher kein Abseits.“

Auch wenn die Motoren noch nicht ihre Höchstleistung erreichten, sorgten zwei Aufreger für erhöhte Temperaturen.

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