Absage für das Turnier der Sieger
Reit-Spektakel vor dem Schloss fällt aus

Münster -

Was sich seit dem Beginn der Corona-Krise angebahnt hatte, ist nun traurige Gewissheit. Das Turnier der Sieger findet in diesem Jahr nicht statt, die Organisatoren um Hendrik Snoek mussten schweren Herzens diesen Beschluss treffen. Dafür aber steht der Termin für 2021 wohl schon fest.

Freitag, 17.04.2020, 17:10 Uhr aktualisiert: 19.04.2020, 13:36 Uhr
Die stimmungsvolle Flutlicht-Kür wird es 2020 vor dem Schloss ebenso wenig geben wie den Großen Preis. Das Organisatorenteam um Hendrik Snoek sagte das Turnier der Sieger nun ab.
Die stimmungsvolle Flutlicht-Kür wird es 2020 vor dem Schloss ebenso wenig geben wie den Großen Preis. Das Organisatorenteam um Hendrik Snoek sagte das Turnier der Sieger nun ab. Foto: Jürgen Peperhowe

Als am Mittwoch die Bundesregierung gemeinsam mit den Ministerpräsidenten das Aus von Großveranstaltungen bis zum 31. August beschlossen und anschließend verkündet hatte, stand für Hendrik Snoek fest: Das Turnier der Sieger (TdS) kann 2020 nicht stattfinden. „Wir haben uns dann mit dem Vorstand noch einmal beraten und haben einstimmig, mit großer Selbstverständlichkeit, aber auch großer Traurigkeit die Absage beschlossen“, sagt der Präsident des Westfälischen Reitervereins, der Gastgeber des traditionsreichen Turniers ist.

Vom 27. bis zum 31. August sollte sich die Elite der Spring- und Dressurreiter auf dem Schlossplatz zum sportlichen Wettstreit treffen, eine Verlegung auf einen späteren Termin im Herbst kommt für Snoek und sein Team nicht in Betracht. Nicht nur, weil es in dem bislang noch nicht feststehenden Not-Kalender nur schwer wäre, neben möglichen Veranstaltungen wie dem CHIO in Aachen, dem Deutschen Derby in Hamburg und der DM in Balve – von internationalen Turnieren mal abgesehen – einen Platz zu finden. Auch die Ungewissheit, unter welchen Umständen und Auflagen das TdS hätte stattfinden dürfen, bestärkte die Organisatoren nur. „Wir wollen das Turnier nur so machen, wie wir es uns vorstellen. Es lebt von der Atmosphäre, der Kommunikation, den Zuschauern und Reitern“, so Snoek, der einen möglichen wirtschaftlichen Schaden als „gering“ beziffert. Bislang seien die Vorbereitungen problemlos verlaufen und nur wenig Kosten entstanden. „Und bevor es nun in die entscheidende Phase der Vorbereitung geht, kam ja unser Entschluss.“ Bereits im Vorverkauf erworbene Karten werden erstattet, ein Schreiben wird auf den Weg gebracht – wie auch Briefe an offizielle Stellen, Partner und Unterstützer.

Auch Riders Tour fällt aus

Der Schlossplatz wird sich also in diesem Jahr nicht in einen Parcours oder ein Viereck verwandeln – kein Münsterländer Pferdestärken-Cup, keine stimmungsvolle Kür unter Flutlicht und kein Großer Preis, der wieder Teil der Bemer-Riders-Tour gewesen wäre.

Auch die internationale Springserie, zu der Münster seit Jahren gehört, steht vor dem kompletten Aus. Zuvor waren schon die Veranstaltungen in Hagen am Teutoburger Wald, beim Pferdefestival in Redefin und Hamburger Derby der Corona-Krise zum Opfer gefallen. Nach dem TdS hätten noch die Etappe in Paderborn (9. bis 13. September) sowie das Finale in Neumünster im Februar angestanden.

Aufgehoben ist nicht aufgeschoben – das gilt für die Riders Tour sowie für das Turnier der Sieger, das 2021 und dann wohl erneut am letzten August-Wochenende einen neuen Anlauf starten wird. Dann hoffentlich wieder unbeschwert und mit hochklassigem Reitsport, für den das TdS steht.

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