Volleyball: Frauen-Bundesliga
Distanzierte Wiedersehensfreude beim USC Münster

Münster -

Die lange Zeit ohne Volleyball ist für den USC Münster seit Dienstagmorgen vorbei. Erstmals seit dem Beginn der Corona-Krise durfte der Bundesligist wieder zurück in die Halle Berg Fidel und mit dem Ball arbeiten. Unter strengen Auflagen und bei gewöhnungsbedürftigen Bedingungen. Der Spaß aber war den Unabhängigen dennoch anzumerken.

Dienstag, 05.05.2020, 13:50 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 17:48 Uhr
Eine große und leere Halle bietet viel Platz: Der USC, hier mit seiner ersten Gruppe mit Co-Trainerin Lisa Thomsen (h.r.), Linda Bock (h.l.), Sarah van Aalen (v.l.) und Liza Kastrup, trainiert wieder.
Eine große und leere Halle bietet viel Platz: Der USC, hier mit seiner ersten Gruppe mit Co-Trainerin Lisa Thomsen (h.r.), Linda Bock (h.l.), Sarah van Aalen (v.l.) und Liza Kastrup, trainiert wieder. Foto: USC Münster

Fast acht Wochen lag das letzte Treffen zurück. Damals, am 12. März und damit mitten in der Vorbereitung auf das abschließende Hauptrunden-Spiel gegen den SC Potsdam und die folgenden Playoffs, setzte die Corona-Pandemie alles auf null. Kein Training mehr, kein Wettbewerb – Saisonabbruch, aus und vorbei. Umso größer war am Dienstag bei den Volleyballerinnen des USC Münster die Wiedersehensfreude. Und doch fiel sie distanziert aus.

Um 9 Uhr startete der erste von zwei Blöcken des Bundesligisten ins Training, das mit einer normalen Einheit nur wenig bis gar nichts gemein hatte. Strenge Abstands- und Hygieneregeln diktieren nun das Geschehen, nur in Kleingruppen (je zu zweit im Kraft- sowie maximal zu viert im Balltraining) können Trainer Teun Buijs und seine Assistentin Lisa Thomsen mit ihren Schützlingen arbeiten. Jede Gruppe erhält ihre eigenen Bälle, die vor und nach der Session (dreimal wöchentlich je zwei Stunden) desinfiziert werden. Umziehen und Duschen findet in den heimischen vier Wänden statt. Zudem müssen alle Beteiligten den „Leitplanken“ des Deutschen Olympischen Sport, des Deutschen Volleyball-Verbands, des Vereins sowie der Stadt Münster folgen, zu denen auch ein verantwortungsvolles Self-Monitoring gehört.

Bock, van Aalen, Kastrup starten

Das Risiko soll so gut wie möglich minimiert werden. Nichts ist, wie es vor der Corona-Krise einmal war. „Und dennoch hat es echt Spaß gemacht. Alle waren happy und froh, dass wir wieder mit dem Ball arbeiten konnten“, sagte Thomsen, die mit Sarah van Aalen, Linda Bock und Liza Kastrup den Neuanfang am frühen Morgen gewagt hatte. „Man hat gemerkt, dass sich alle über das Wiedersehen gefreut haben.“

Gemeinsam mit Buijs, der Kapitänin Barbara Wezorke, Demi Korevaar, Juliane Langgemach und Luisa Keller betreut, hatte die frühere Nationalspielerin seit Mitte April ein Konzept erarbeitet, um den neuen Bedingungen und Auflagen im Training gerecht zu werden. „Flexibel und kreativ“ (Thomsen) müssen die Coaches sein, auf sich ändernde Parameter „schnell reagieren“ können. „Wir sind in den Möglichkeiten aktuell limitiert. Wir müssen die Übungen so konzipieren, dass wir die Abstände einhalten. Momentan fühlen sich die Abläufe natürlich noch ungewohnt an, die Situation ist komplettes Neuland für alle. Es wird sich aber alles einspielen, es war ein guter Einstieg“, so Thomsen. „Auch wenn sich der Ball nach dieser langen Pause erst einmal etwas komisch angefühlt hat.“

Ungewissheit gewiss

Allein die Tatsache, die Teamkolleginnen nach fast zwei Monaten, die gefühlt eine Ewigkeit dauerten, wiederzusehen und – wenn auch distanziert – mit ihnen zu arbeiten, gibt viel Halt. In einer Zeit, in der auch für Profi-Sportler nur die Ungewissheit gewiss ist.

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