FLVW
Tabellenführer und Herbstmeister sollen aufsteigen

Münsterland -

Am Mittwochmittag ließ der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen die Katze aus dem Sack. Die Empfehlung des Verbands-Fußball-Ausschuss und des Präsidiums lauten, die Herbstmeister und die aktuellen Tabellenführer aufsteigen zu lassen. Entscheiden muss der außerordentliche Verbandstag im Juni.

Mittwoch, 06.05.2020, 12:56 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 18:41 Uhr
FLVW: Tabellenführer und Herbstmeister sollen aufsteigen
Die Würfel im FLVW sind gefallen. Foto: dpa

Der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) hat dem Präsidium seine endgültige Empfehlung zur Wertung der Saison 2019/20 vorgelegt. Diese sieht einen Abbruch der aktuellen Spielzeit mit Aufsteigern und ohne Absteiger in den Amateurspielklassen von der Kreisliga D bis zur Oberliga Westfalen vor. Zur Berechnung hat der VFA ein Modell entwickelt, wonach sowohl der aktuelle Tabellenführer als auch der Hinrundenerste aufsteigen. Bei einer unterschiedlichen Anzahl absolvierter Spiele greift eine Quotientenregelung. Das FLVW-Präsidium folgte der Empfehlung einstimmig. Jetzt muss nach der Zustimmung der Ständigen Konferenz ein außerordentlicher Verbandstag entscheiden. Von einem positiven Votum ist nach den Besprechungen der letzten Wochen auszugehen.

„Der VFA hat nach Auffassung des Präsidiums die bestmögliche und fairste Lösun gefasst. Die Empfehlung schöpft all unsere Möglichkeiten aus, um den Gegebenheiten in all unseren Staffeln gerecht zu werden. Es war keine leichte Aufgabe, schließlich reden wir hier von 6641 Männer- und Frauen-Mannschaften in 233 Staffeln“, sagt Präsident Gundolf Walaschewski und dankte dem Gremium für den riesigen Arbeitsaufwand.

"Ausdrücklicher Wunsch"

Manfred Schnieders , Vizepräsident Amateurfußball, hat den Prozess aktiv und Hand in Hand mit dem Verbands-Fußball-Ausschuss über die vergangenen Wochen mitgestaltet. „Der Saisonabbruch ist der ausdrückliche Wunsch der Vereine – genau wie eine Wertung, um die bisher sportlich erbrachte Leistung zu würdigen. Wir haben es uns alles andere als leicht gemacht und uns die Ligen sehr genau angeschaut. Jetzt hoffen wir auf das Verständnis der Vereine – vor allem bei denjenigen, die in der nächsten Spielzeit einen neuen Anlauf in Sachen Aufstieg nehmen müssen“, so Schnieders.

Denn klar ist auch, dass wegen des Abbruchs aufgrund der Corona-Pandemie kein Königsweg für eine Saisonwertung existiert. Prominente Härtefälle gäbe es vor allem in der Oberliga Westfalen (die ersten drei Teams trennen je nur 0,05 Quotientpunkte) und in der Westfalenliga-Staffel 1, in der Victoria Clarholz nur aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber dem quotientengleichen Borussia Emsdetten aufsteigen würde.

Nachrücker möglich

Bei Verzicht oder Nichtzulassung eines Aufsteigers nimmt die nächstbeste, aufstiegsbereite und zugelassene Mannschaft (Oberliga bis Tabellenplatz 4, Westfalen- bis Bezirksliga bis Tabellenplatz 3) der jeweiligen Staffeln (bei Frauen bis Tabellenplatz 4) deren Platz ein.

Zudem empfiehlt der Verbands-Fußball-Ausschuss, dass die spielleitenden Stellen der 29 Kreise analog verfahren. Weitere Aufsteiger zur Bezirksliga könnte es im Einzelfall geben. Am 11. Mai beraten die Kreisvorsitzenden dann gemeinsam mit dem Präsidium in der Ständigen Konferenz über die VFA-Empfehlung. Anschließend wird ein außerordentlicher Verbandstag im Juni über den endgültigen Saisonabbruch mit der vorgeschlagenen Wertung abstimmen.

Durch den vermehrten Aufstieg würde sich vor allem die Zahl der Landesligisten (zwölf mehr) und der Bezirksligisten (30 mehr) erhöhen, so dass eine beziehungsweise zwei Staffeln zusätzlich geschaffen werden. Die Oberliga soll mit 20, eine Westfalenliga zudem mit 17 und die andere mit 16 Team spielen.

Jugend folgt

Auch die Jugend im FLVW wird diesen Weg gehen. „Wir streben eine möglichst identische Umsetzung für einen Gleichschritt im FLVW an“, sagt der Vizepräsident Jugend Holger Bellinghoff. Ein außerordentlicher Jugendtag folgt, dort wird die Umsetzung entschieden.

Was bedeutet das für die Ligen mit Münsterland-Beteiligung?

Oberliga: Gleich ein komplexer Fall. Der SC Wiedenbrück geht als Erster hoch, dahinter folgt RW Ahlen, das in beiden Wertungen den minimal besseren Quotienten als der RSV Meinerzhagen hat. Etwa 36 Punkte aus 18 Spielen (Meinerzhagen 39 aus 20).

Westfalenliga 1: Die komplizierteste Nummer, weil unfassbar eng. Aktuell liegt der Tabellendritte Victoria Clarholz nur wegen des sechs Treffer besseren Torverhältnisses vor Borussia Emsdetten und steigt damit auf. Nach der Hinrunde aber war die SpVgg Vreden Erster und rückt ebenfalls hoch. In die Röhre schaut unter anderem der TuS Hiltrup.

Landesliga 4: Keine Zweifel gibt es am Aufstieg von Westfalia Kinderhaus. Die Münsteraner liegen in beiden Kategorien knapp vorn.

Bezirksliga 7: Jubel auch beim SV Drensteinfurt, der aktuell Erster ist. Da die SG Bockum-Hövel zur Halbzeit oben war, begleitet sie die Stewwerter.

Bezirksliga 11: Der TuS Haltern hat jeweils die Nase vorn. Der SuS Stadtlohn und der FC Nordkirchen bleiben in der Liga.

Bezirksliga 12: Borussia Münster darf erneut feiern. Als Herbstmeister steigt der Neuling noch mal auf. Ebenfalls Neu-Landesligist ist Vorwärts Wettringen, das einen leicht besseren Quotienten als der SC Greven 09 (sicher ein Härtefall) aufweist.

Westfalenliga Frauen: Vorne sind unumstritten die SF Siegen, Germania Hauenhorst bleibt dahinter.

Landesliga 3 Frauen: Borussia Emsdetten ist zwar derzeit Zweiter, aber mit einem Spiel weniger. Da der Club auch Herbstmeister war, steigt er allein auf. Bitter für Arminia Ibbenbüren II. Auch GW Amelsbüren muss bleiben.

Bezirksliga 5 Frauen: Der SuS Legden als Halbzeitmeister und die SpVgg Vreden als derzeitiger Erste steigen gemeinsam auf.

Bezirksliga 6 Frauen: Wacker Mecklenbeck II ist in beiden Wertungen unangefochten.

Aus dem Kreis Münster steigen in die Bezirksliga auf: GW Gelmer (durch Verzicht SC Münster 08 II), SV Bösensell.

In die Kreisliga A: 1. FC Gievenbeck III, 1. FC Mecklenbeck, Warendorfer SU II, BSV Ostbevern, TuS Hiltrup II, TuS Saxonia Münster, BW Ottmarsbocholt

In die Kreisliga B: SC Türkiyem Münster, Eintracht Münster V, Teutonia Coerde, SV Mauritz III, SC Müssingen, Eintracht Münster III, VfL Senden III, FC Polonia Münster 

In die Frauen-Bezirksliga: Borussia Münster, TSV Ostenfelde

In die Frauen-Kreisliga A: SG Selm/Südkirchen, TuS Ascheberg

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