Sport in Münster: Aasee erwacht – Hallen dicht
Blässhuhn nutzt Corona-Ruhe zum Nestbau

Münster -

Des einen Freud, des anderen Leid. Kaum hatten die Segler vom SC Münster ihr erstes Boot seefein gemacht, da brach der Corona-Stopp übers Land – und natürlich den Aasee. Ein Blässhuhnpärchen nutzte die ungewohnte Ruhe zum ungestörten Nestbau. Jetzt nimmt am Aasee der Segelbetrieb wieder Fahrt auf. Mit Ausnahme eines Boots. Hier ist man froher Erwartung ...

Dienstag, 12.05.2020, 16:42 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 19:20 Uhr
Das Blässhuhn CORONA war schneller als die Segler. Ein hübsches Blässhuhn-Nest stoppt den Saisonstart für das erste SCM Boot. Die Aquarius wird nun fürs erste am Steg bleiben.    
Das Blässhuhn CORONA war schneller als die Segler. Ein hübsches Blässhuhn-Nest stoppt den Saisonstart für das erste SCM Boot. Die Aquarius wird nun fürs erste am Steg bleiben.     Foto: SC Münster

Die „Aquarius“ ist längst flottgemacht. Schon kurz vor dem Corona-Shutdown lag das aufgetakelte Segelboot abfahrbereit am Steg des Segelclubs Münster. Und da lag es gut, befand das Blässhuhn, das die folgenden ungestörten Tage an Bord nutzte, um sichunter dem Großschotpodest ein heimeliges Nest einzurichten. Die SCM-Mitglieder haben ihr jüngstes Clubmitglied kurzerhand und liebevoll „Corona“ getauft und erwarten voller Vorfreude die Ankunft zweier Nachwuchs-Skipper, die derzeit in den beiden gesprenkelten Eiern heran­reifen.

Wieder Betrieb auf dem Aasee

Doch des Blässhuhns Freud war ein wenig auch der Segler Leid: Denn die schönsten Tage zum Ansegeln sind mittlerweile ungenutzt ins Land gezogen. Doch seit dem Wochenende kehrt das Leben nun auf den Aasee zurück. Peter Overschmidt bringt wieder Segelnovizen in Fahrt, beide Segelclubs lassen nach und nach ihre Flotten zu Wasser. „Schritt für Schritt“, so beschreibt Matthias Pape , Pressesprecher des SCM, das behutsame Vorgehen des Vereins. „In Zweierteams bringen wir die Boote ins Wasser, auf denen man zu zweit und mit den vorgeschriebenen Mindestabständen segeln kann.“ Bis zum Wochenende werden wohl auch die Optimisten für die jungen Einzelkämpfer folgen. Die Clubgebäude bleiben noch geschlossen, ebenso die Mensa, die eine Mischung aus Lokal und Vereinsgebäude ist. „Die werden wir auch nicht öffnen, ehe auch andere Vereine ihre Clubhäuser wieder öffnen dürfen“, so Pape.

Nur die Piraten bleiben an Land

Am gegenüberliegenden Ufer ist das Restaurant des Segelclubs Hansa seit Montag wieder geöffnet – gemäß allen für die Gastronomie geltenden Maßgaben. Auch die Hansa-Segler wollen schon an diesem Mittwoch wieder unter Segel stehen. Einzig die Piraten bleiben im Bootshaus – sie sind zu klein für den angeordneten Corona-Betrieb. Vom Business as usual ist man bei beiden Clubs aber noch weit entfernt.

Grundsätzlich hat der vermeintliche Befreiungsschlag von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet vor Wochenfrist Münsters Sport noch nicht so recht von der Leine gelassen. Zwar haben die Fitness-Studios ihre Tore wieder öffnen dürfen, die kurze Zuversicht der Vereine zerschellte jedoch sehr schnell wieder an dem kurzen Satz auf der Homepage des Sportamtes: „Die städtischen Sporthallen und Bäder werden zunächst weiterhin gesperrt bleiben“, heißt es da.

Fitness-Studios geöffnet – Hallen dicht

Zum Leidwesen auch von Stadtsportbund-Chef Michael Schmitz, der sich mehr Klarheit und auch Geschwindigkeit gewünscht hätte: „Spätestens, wenn die Fitness-Studios wieder öffnen, können wir den Vereinen nicht mehr vermitteln, warum die Hallen dicht bleiben“, hatte Schmitz vor den Verlautbarungen am vergangenen Mittwoch noch befürchtet – jetzt ist es so weit. Schmitz hat Verständnis für die Stadt Münster, die die Lockerungen mit Bedacht und umsichtig umsetzen muss – dennoch wünschte er sich für die Sportvereine in Münster mehr Tempo und Transparenz. Daran werde unter Hochdruck gearbeitet, heißt es aus dem Sportamt, das in Absprache mit der Bezirksregierung zeitnah weitere Informationen verspricht.

USC darf – SCP muss trainieren

Immerhin hat über den Speckbrett- und Tennisnetzen der Stadt der rege Flugverkehr schon wieder eingesetzt. Die Bundesliga-Volleyballerinnen des USC und die Drittliga-Basketballer der WWU Baskets dürfen wieder, wenn auch mit deutlichen Einschränkungen, in der Halle trainieren, die Preußen sind gezwungenermaßen zurück auf dem Trainingsplatz. Ansonsten nimmt die Vereinsarbeit eher langsam wieder Fahrt auf, wie auch die Segelboote auf dem Aasee – alle bis auf die „Aquarius“, hier fiebert man der Geburt der kleinen Blässhühner entgegen . . .

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