Handball: Oberliga
Westfalia Kinderhaus lieber durch- als überdacht

Münster -

Die „Normalität“ ist das Sehnsuchtsziel vieler Sporttreibender, natürlich auch in der Handballabteilung von Westfalia Kinderhaus. Doch beim heimischen Branchenprimus geht Sicherheit vor Geschwindigkeit, durchdachte Konzepte sind in Kinderhaus wichtiger als überdachte Einheiten.

Donnerstag, 14.05.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 16:12 Uhr
Florian Ostendorf im Wettkampfmodus – der zumindest ist in den kommenden Wochen noch nicht gefragt.
Florian Ostendorf im Wettkampfmodus – der zumindest ist in den kommenden Wochen noch nicht gefragt. Foto: Jörg Riemenscheider

Die alte Spielzeit ist im Corona-Rausch verpufft, die neue aus dem selben Anlass noch nicht in Sicht. Münsters Handballer und Handballerinnen bewegen sich derzeit mehr oder weniger im luftleeren Raum – wobei von Bewegen im Wortsinne noch nicht einmal die Rede sein kann. Vor zwölf Tagen veröffentlichte der deutsche Handballbund seinen Achtstufenplan mit dem hoffnungsschwangeren Arbeitstitel „Return to play“, wenige Tage später befeuerte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Hoffnungen mit seiner forschen Ankündigung, neben den Freiluftsportflächen auch die Hallen schnell wieder zu öffnen – Ende Mai sollte nach diesen Plänen auch das Unwort „Kontaktsport“ schon wieder salonfähig sein.

Zwei Wochen zur Sicherheit

Dem Vorstand der Handballabteilung von Westfalia Kinderhaus geht all das ein wenig zu schnell – nicht mangels eigener Bereitschaft, sondern vielmehr aus rationalen Gründen, wie Abteilungsvorstand Daniel Vaegs betont: „Wir finden, dass es wenig Sinn macht, dass Schüler aktuell nur unregelmäßig zur Schule gehen, abends aber im direkten Kontaktsport aufeinander treffen.“ Die gleiche Regelung gelte auch für den Seniorenbereich. „Wir nehmen uns einfach zwei Wochen länger Zeit und warten die Entwicklung ab“, erklärt ­Vaegs, der noch keine Hallenzeiten am Schulzentrum in Kinderhaus oder auch an der Regenbogenschule für seine Teams gebucht hat. Am 16. Juni also schlägt die Stunde null für die Rückkehr der Kinderhauser Handballer in die Halle, „wenn die Situation das dann auch zulässt.“

Termin für Saisonstart noch nicht terminiert

Keine Eile, sagt auch Florian Ostendorf , Meistertrainer der künftigen Oberliga-Handballerinnen und damit Speerspitze von Westfalias Handball-Abteilung. „Ich stehe zu tausend Prozent hinter dem Beschluss“, so Ostendorf, der ohnehin nicht vor Ende Juni in die Halle zurückgekehrt wäre. „Alles andere macht wenig Sinn, zumal auch noch nicht feststeht, wann die neue Saison losgehen wird.“

Die Marschroute „Return to play“ sei demnach auch nur ein ganz grober Anhaltspunkt, „dem ich auch nur punktuell folge“. Trainingssteuerung ohne präzise Zielvorgaben sei ein ganz gewagtes Geschäft. „Sollte die Saison dann erst Mitte Oktober losgehen, dann wäre man Anfang September mit einer startbereiten Truppe fehl am Platze. Die Spannung verpufft.“

Training in Zweiergruppen

Drum geht es für die Aufsteigerinnen Anfang Juni zunächst in Kleinstgruppen ans Werk. Zweierpärchen schickt der Trainer mit individuellen Trainingsplänen an die frische Luft, Hallenzeit ist frühestens vier Wochen später geplant. Natürlich gebe es Kontakte und lose Absprachen mit anderen Trainern, unverbindliche Verabredungen zu Tests sowie angedachte Trainingslager – aus gegebenem Anlass alles komplett ohne Gewähr.

Fünf Neuzugänge

Fest steht allerdings, dass sich neue Kleinstgruppen bilden werden, weil der Neu-Oberligist gleich fünf neue Spielerinnen begrüßen darf: Torfrau Deborah Peters, einst Spartanerin und zuletzt ein Jahr im Ausland, wird zwischen den Pfosten stehen, Rechtsaußen Hannah Davids kommt als großes Talent ebenfalls vom Lokalrivalen Sparta Münster, Verena Löffler bringt schon Oberligaerfahrung aus Witten mit, aus Hamburg kommt Rückraumspielerin und Linksaußen Lara Lehmann nach etlichen sinnstiftenden Trainingsbesuchen in der Vorsaison jetzt fest nach Kinderhaus und – last but not least – wagt Allrounderin Lea Hardeweg den Sprung aus der Reserve in die Erstvertretung. Beim „social distancing“ sind dafür Jutta Müller-Deile und Kira Enders ein wenig übers Ziel hinausgeschossen. In Kiel (Müller-Deile) und Mainz (Enders) werden beide neue Herausforderungen suchen.

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