Schwimmen: Bäder geöffnet
Kader-Schwimmer der SGS wieder in ihrem Element

Münster -

Endlich ist es soweit, die wasserlose Zeit hat ein Ende. Am Mittwoch dürfen sich die Schwimmer der SGS Münster wieder in ihrem geliebten Element austoben – wenn auch unter besonderen Bedingungen. Egal, nach der unfreiwilligen Pause an Land gilt es nun, im Becken Kilometer zu fressen. Selten war die Vorfreude auf diese Schinderei größer.

Dienstag, 19.05.2020, 18:52 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 22:20 Uhr
Endlich wieder ins Wasser dürfen die Schwimmer der SGS, die nun in der Coburg trainieren können.
Endlich wieder ins Wasser dürfen die Schwimmer der SGS, die nun in der Coburg trainieren können. Foto: Peter Lessmann

Vorbei die Zeit der Trockenübungen, des Allein-Trainings und der einsam machenden Athletik-„Schinderei“, der höchstens viral unterhaltsamen Videokonferenzen und eines zwischenzeitlich höchst zweifelhaften Vergnügens: Die Schwimmer der SGS Münster sind mit Öffnung der münsterischen Freibäder ab diesem Mittwoch – den Anfang macht die Coburg an der Grevener Straße – wieder zurück auf der Bildfläche. Zumindest in ihrem Element, denn untätig waren die A-, B- und C-Kader in Zeiten des coronabedingten Lockouts natürlich nicht. „Athletiktrainer Baris Türkel hat einen sehr guten Job gemacht, sehr viel gearbeitet, hat allen Kader-Schwimmern Trainingsanleitungen geschickt. Das war schon ein strammes Programm“, sagte der Sportliche Leiter Hans-Martin Botz , anerkennend und mit einem Schmunzeln. Denn Cheftrainer Jens Okunneck legte zwischenzeitlich zu den „Trockenübungen“ noch einen drauf und versprach im März demjenigen ein Eis, der als Erster im Dortmund-Ems-Kanal seine Trainingsmeter absolviert. „Das war bei 17 Grad Wassertemperatur schon sehr ambitioniert“, so Botz. Das Eis wurde aber trotzdem bezahlt . . .

DM als mögliches Ziel

Im Gegensatz zu einigen anderen Sportarten können sich die münsterischen Schwimmer nun sehr wohl auf einige Saisonhöhepunkte freuen, weshalb die Aufnahme des Trainings auch „mit Begeisterung“ (Botz) aufgenommen werde. Die Deutschen Meisterschaften beispielsweise wurden vom Deutschen Schwimmverband (DSV) in den Dezember verlegt. Fraglich bleibt, ob sie tatsächlich stattfinden werden. „Eigentlich hatten wir auf die DM im Sommer hintrainiert, nun sind es ja noch sechs Monate. Die Öffnung des Freibades ist ein Freudentag. Es ist machbar zu trainieren“, sagt Botz zum Konzept, das die SGS mit der Erfahrung früherer Großveranstaltungen wie den Bezirksmeisterschaften miterarbeitet habe. Vormittags ist das Bad öffentlich, nachmittags den Vereinen vorbehalten. „Auch unter den besonderen Umständen ist es möglich, vernünftig zu trainieren“, sagte Botz. „Zumal wir kein Staffel- und exzessives Wendetraining durchführen.“ Jetzt gelte es erst einmal, „Kilometer zu machen“. Die entscheidende Frage sei, „wie viel Wasserfläche wir bekommen.“ Dass die SGS sich solidarisch beispielsweise mit den Wasserspringern der SV 91 verhalte, sei ausgemachte Sache.

Produktive Video-Konferenzen

Die Öffnung und die daraus resultierende Trainingsmöglichkeit sei mit Blick auf die anstehende Neu-Vergabe beziehungsweise Verlängerung des Status als Landesleistungsstützpunkt zu sehen, betonte der Sportliche Leiter. Die Bewerbungsfrist laufe bis September. Genug Zeit, auf die zum Teil neuen Anforderungen des NRW-Verbandes zu reagieren. Wobei sich die SGS gelassen der Aufgaben widmen kann: „95 Prozent haben wir bereits bearbeitet.“ Und das trotz der Einschränkungen. „Wir haben Vorstands- und Trainersitzungen per Video-Konferenz abgehalten. Sehr produktiv“, sagte Botz.

Noch nicht entschieden sei, wer die Nachfolge vom (beratenden) Trainer Jens Okunneck als Stützpunktleiter beziehungsweise -trainer antreten wird. Bewerbungen liegen bereits vor. Susanne Rellensmann und Kristin Peters sind als Coaches gefordert. „Zur Not stelle ich mich selbst an den Beckenrand“, fügte Hans-Martin Botz, ehemaliger DM-Teilnehmer, lachend an.

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