Handball: Massenaufstieg
Münster freut sich auf Derbys am Fließband

Münster -

Münsters Handball-Freunde dürfen sich freuen – und zwar auf Derbys en masse. Vier Frauen-Mannschaften sowie die Männer von Sparta Münster, die den Kollegen von Westfalia Kinderhaus und vom SC Münster 08 Gesellschaft leisten, sind hoch gerückt in die Landesligen. Bedeutet: 18 Stadtduelle in der Saison 2020/21. Vielmehr geht nicht.

Dienstag, 19.05.2020, 18:52 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 22:20 Uhr
Das Derby zwischen den Herren von Kinderhaus und Nullacht war 2019/20 das einzige überkreisliche. In der Saison 2020/21 wird es in den Landesligen satte neun pro Halbserie geben.
Das Derby zwischen den Herren von Kinderhaus und Nullacht war 2019/20 das einzige überkreisliche. In der Saison 2020/21 wird es in den Landesligen satte neun pro Halbserie geben. Foto: Jörg Riemenschneider

Aus zwei mach sieben – plötzlich ist die Landesliga im Handball wieder eine Spielklasse mit starkem Münster-Einschlag. Corona, der Saison-Abbruch und die Wildcard-Regelung des Verbandes machen es möglich. Keine Absteiger, dafür aber die Aufstiegschance für alle, die theoretisch noch die Möglichkeit hierzu hatten – so werden die Ligen größer, oder es werden sogar zusätzliche Staffeln gebildet.

So schaffen es allein aus der Frauen-Bezirksliga Münsterland fünf Mannschaften eine Etage höher. Sparta Münster konnte als souveräner Tabellenführer ohnehin damit planen, auch der BSV Roxel als Zweiter kehrt nach nur einem Jahr zurück. Dahinter aber erhielten der TSV Ladbergen, der SC Münster 08 und Westfalia Kinderhaus II, die alle nur sehr knapp hinter den Kleeblättern lagen, über besagte Sonderregel die Landesliga-Option – und zogen sie jetzt auch.

Nullacht-Coach Thomas Paus erläutert, was dafürsprach. „Wir hatten vorher ja gesagt: Wenn es passiert, passiert es eben. Es war auch mein Bestreben, hochzugehen und damit auf mehr gleichwertige Mannschaften zu treffen. Klar, die Landesliga wird so schwächer. Aber Duelle auf Augenhöhe machen auch unseren Mädels am meisten Spaß.“ Fünf, sechs Spielerinnen hören zwar berufsbedingt auf, aber der Kader war ohnehin groß, und ein paar Neuzugänge stehen schon vor der Tür. Auch wenn nicht klar sein kann, wann wieder gespielt wird und wie die exakte Zusammensetzung aussieht.

Vaegs gibt Westfalias Zweite ab

Westfalias Reserve, als Tabellenfünfter kurz vor dem Ende der Spielzeit eigentlich mit den schlechtesten Aussichten, nahm den Joker auch gern an. Trainer Daniel Vaegs wird das Abenteuer aber nicht mit angehen. Die Mannschaft wünschte sich frischen Wind. Wer Nachfolger wird, ist noch offen.

Vier Aufsteiger aus einer Stadt also – Münster macht mobil. Das gilt fast genauso für die Männer-Landesliga, in der Westfalia Kinderhaus und der SC Münster 08, der nach der Trennung von An­dreas Helftewes noch einen neuen Übungsleiter sucht, sich auf weitere Derbys freuen können. Denn auch hier feiert Sparta ein Comeback. Zwar war das Team beim Abbruch nur Fünfter und lag sechs Zähler hinter Aufstiegsrang zwei, doch die Chance ergab sich trotzdem.

Die Vielzahl an Neu-Landesligisten zeigt aber auch, dass der Verband nun einige Dinge neu organisieren muss. Im September wäre offizieller Beginn der Serie. Reichlich Zeit also noch. Zumal offen bleibt, inwiefern der Termin zu halten ist.

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