SSB-Vorsitzender Michael Schmitz genießt Hallen-Öffnung
Bei Borussia Münster wird wieder Tischtennis gespielt

Münster -

16 Akteure in der ersten Schicht an acht Tischen: Bei der DJK Borussia wird wieder Corona-konform Tischtennis gespielt. Michael Schmitz, seines Zeichens Vorsitzender des Stadtsportbundes Münster, kontrollierte das Geschehen.

Mittwoch, 20.05.2020, 22:20 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 15:20 Uhr
SSB-Vorsitzender und Alt-Borusse Michael Schmitz (l.) notiert die Daten der
SSB-Vorsitzender und Alt-Borusse Michael Schmitz (l.) notiert die Daten der Foto: Sebastian Sokolowski

Eigentlich wollte Michael Schmitz einfach nur spielen. Jetzt, da die münsterischen Sporthallen seit Montag und im fortwährenden Gefährdungszeitraum der Corona-Pandemie wieder geöffnet sind, packte der Vorsitzende des Stadtsportbundes ( SSB ) den Tischtennisschläger in die Tasche und fuhr zur Sporthalle der DJK Borussia. Schmitz wäre aber nicht Schmitz, wenn er nicht doppelt vorsorglich und verantwortungsbewusst handeln würde. Und so saß der SSB-Chef zunächst mit Mundschutz vor der Hallentür und notierte die Namen all derjenigen, sie sich drinnen wieder sportlich vergnügen durften. Aus gutem Grund: „Wir wollen doch eine mögliche Infektionskette nachvollziehbar machen“, sagte Schmitz. In den wegen der Pandemie neuen Nutzungsbedingungen der Stadt steht davon nichts, Schmitz handelte sozusagen eigenverantwortlich. Auch, wenn ihm das lange vermisste Vergnügen an den Tischen selbst verwehrt zu bleiben drohte. „Ich mache die Schicht bis 21 Uhr, es sei denn, ich werde vorher noch abgelöst, dann packe ich den Schläger aus,“ sagt er.

„Wir waren etwas ungeduldig“, sinniert der SSB-Vorsitzende, „aber das ist ja auch irgendwie unsere Aufgabe“. Im Interview mit dieser Zeitung hatte er vehement die Wiedereröffnung der Sporthallen in Zeiten der Lockerungsübungen bei anhaltendem Lockdown gefordert. „Die Erwartungshaltung war schon sehr groß, als das Land schon Anfang vergangener Woche die Sporthallenöffnung angekündigt hatte. Aber wir mussten das ja erst mit dem kommunalen Recht in Einklang bringen“.

Nun also: Drinnen wird auf die städtischen Nutzungsbedingungen geachtet. Die drei Trakte der Halle sind getrennt. In jedem stehen vier Tische, also gehen maximal acht Spieler zu Werke. Kontaktfreiheit und Mindestabstand sind beim Tischtennis so gewährleistet. Auf Doppelspiele wird natürlich verzichtet, auf Seitenwechsel auch. Läuft bei Borussia.

Die Hallenöffnungen in der Stadt sind für Schmitz das Resultat einer „mustergültigen Abspracheregelung mit dem Sportamt und mit dessen Leiterin Kerstin Dewaldt“. So seien Abmachungen getroffen worden, die Teilnehmerzahlen einer Übungseinheit auf ein „vernünftiges Maß“ zu begrenzen. „Sonst rudern wir demnächst vielleicht wieder zum Anfang zurück“, sagt Schmitz. Er weiß, dass die Sporthallennutzung für manch einen Verein elementare Bedeutung hat. „Dass nun beispielsweise das Kursgeschehen mit Augenmaß wieder hochgefahren werden kann: Das ist zur Finanzierung der Vereine eben wichtig.“

Davon abgesehen: „Die soziale Komponente spielt ja auch eine Rolle: Man trifft sich wieder mit den Sportkameraden, kann miteinander Spaß haben, sich austauschen“, betont Schmitz, worauf viele so lange gewartet haben. „Und ganz nebenbei gesagt: Es gibt ja zwischen den Saisons auch so etwas wie ein Transfergeschehen in den Vereinen.“ Probetraining, Spielerwechsel, Neuverpflichtungen. Auch die gehören zum jetzt wieder nähergekommenen Sportalltag dazu.

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