Lacrosse: Mohawks wieder im Training
Chris Webborn brennt für seinen Sport

Münster -

Aus Wales kam er im vergangenen September nach Münster – und fühlt sich seitdem in Westfalen richtig wohl. Auch weil er hier als hauptamtlicher Trainer der Mohawks seiner großen Leidenschaft nachgehen kann. Lacrosse, dieses Mannschaftsspiel aus Nordamerika hat es Chris Webborn angetan.

Montag, 25.05.2020, 19:22 Uhr aktualisiert: 26.05.2020, 15:28 Uhr
Kalt: Im Februar vor der Coronakrise empfing Chris Webborn seine Bundesliga-Frauen noch in dicken Jacken in Hiltrup zum Training – jetzt wird in Kinderhaus geschwitzt.
Kalt: Im Februar vor der Coronakrise empfing Chris Webborn seine Bundesliga-Frauen noch in dicken Jacken in Hiltrup zum Training – jetzt wird in Kinderhaus geschwitzt. Foto: Jürgen Peperhowe

„I love it.“ Für Chris Webborn ist alles gesagt. Ein kurzer Satz, sieben simple Buchstaben – er brennt wie Feuer für seine große Liebe: Lacrosse. Kein Drama für Lebensgefährtin Abbi, die ihren Chris trotzdem gern hat, in allem unterstützt. Den Weg im September 2019 aus Wales mitgeht. Nach Münster. Die Domstadt hat gerufen – und Webborn erliegt der westfälischen Verlockung, heuert als hauptamtlicher Trainer und Uni-Mitarbeiter bei den Mohawks an. Gut 950 Kilometer von seiner Heimatstadt Swansea entfernt. „Wir haben diesen Schritt nicht bereut“, sagt er.

Es ist der scheidende Adam Grey , der den Kontakt herstellt. Wohl wissend, dass sein Nachfolger nicht nur die Begeisterung für diesen Teamsport mit-, sondern auch ein spezifisches Fachwissen einbringen muss. Er weiß: „Der Chris passt zu euch.“ Und so geht der „Deal“ schnell über die Bühne. „Suchen 75 bis 100 Quadratmeter große Wohnung für mich, meine Freundin und unseren Hund“, startet Webborn umgehend einen Aufruf in den sozialen Netzwerken. Die Würfel sind schnell gefallen. „Münster, wir kommen!“

Bundesliga-Teams im Training

Das ist viele Wochen her. „Wir fühlen uns gut, sind glücklich“, berichtet Webborn. Nach der Zwangspause durch die Corona-Pandemie hat er das Training mit den Bundesliga-Frauen und -Männern wieder aufgenommen. „Höchste Zeit“, wie Medienbeauftragte Susanna Becker verrät. Beinahe drei Monate war an ein „normales“ Training nicht zu denken. Die Einheiten fanden mitunter vor dem Computer per Videochat statt. Vornehmlich im Ausdauerbereich wurde gearbeitet – und hin und wieder der Gummiball mit dem Schläger gegen die Hauswand gedonnert.

Auf Platzsuche

Entgegen kommt den Mohawks in diesen Tagen, dass Lacrosse ohnehin ein kontaktloser Sport ist – da fällt es nicht so schwer, die Abstandsregel einzuhalten. Darauf achtet Webborn penibel. Der ehemalige Nationalspieler möchte kein Risiko eingehen, hat im Vorfeld bei einer Besprechung alle Beteiligten aufgeklärt.

Trainiert wird aktuell in Kinderhaus am Wangeroogeweg. Auf einem Platz, der gemäht, aber nicht bewässert und in den kommenden Jahren bebaut wird. Für den Sommer suchen die Mohawks daher zwingend eine Alternative. „Das Sportamt ist informiert“, erklärt Hendrik Ohlmeier, Sportwart der Herren. Die Anlage in Hiltrup-Süd ist lediglich im Winter für die Lacrosser nutzbar – es wird höchste Zeit, dass sich was tut. Der Verein wächst – und Chris Webborn möchte Münster noch lange nicht den Rücken kehren.

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