Tennis: Saison-Fortsetzung
Handorf und Hohes Ufer ziehen komplett zurück

Münster -

58:42 ist ein verhältnismäßig deutliches Ergebnis – zumindest im Basketball: Beim Tennis sieht das anders aus und zeigt die Verwerfung innerhalb des Verbandes: 58 Prozent der Teams im WTV-Bereich sprachen sich für eine Fortsetzung der Saison aus, 42 Prozent votierten dagegen. Deutlich sieht anders aus, das klingt eher nach Match-Tiebreak ..

Donnerstag, 28.05.2020, 14:36 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 14:51 Uhr
Aufschlagen oder nicht? An der Frage, ob die Übergangssaison sinnvoll ist, scheiden sich die Geister. Zumindest 58 Prozent der Mannschaften wollen ab Mitte Juni spielen.
Aufschlagen oder nicht? An der Frage, ob die Übergangssaison sinnvoll ist, scheiden sich die Geister. Zumindest 58 Prozent der Mannschaften wollen ab Mitte Juni spielen. Foto: imago-images

Die Entscheidung des Westfälischen Tennis-Verbands (WTV), während der Corona-Pandemie eine Übergangssaison mit Auf- und ohne Absteiger anzubieten, spaltet die Tennisszene in zwei Lager. 58 Prozent der Teams entschieden sich, ab dem 10. Juni die Spielzeit zu absolvieren. Heißt im Umkehrschluss, dass immerhin 42 Prozent Nein sagten. Eine stattliche Zahl, die zeigt, wie groß die Skepsis gegenüber dem auf Freiwilligkeit basierten WTV-Angebot ist. „Wir glauben, dass wir mit der Übergangssaison eine größtenteils faire und spielbare Lösung für die Teams geschaffen haben. Alle unter einen Hut zu bekommen, war nicht möglich. Der WTV hat für jedes zurückgezogene Team absolutes Verständnis“, erklärt Lutz Rethfeld , Vizepräsident Sport im WTV.

Mehrheit im Münsterland gegen Fortsetzung

Im Bezirk Münsterland überwog dagegen die Ablehnung: 53,9 Prozent der Mannschaften zogen fristgerecht zurück, in Münster etwa verzichten der TC Handorf und die TA Hohes-Ufer komplett. Zu groß sind die Sorgen um die Gesundheit und die Fragezeichen bezüglich der Rahmenbedingungen, ob Doppel gespielt, nach den Partien geduscht und gemeinsam gegessen werden darf oder wie die Anreise in Fahrgemeinschaften zu Auswärtsspielen möglich ist. „Ich kann die Bedenken gut verstehen, es ist momentan alles einfach zu unsicher. Ich habe zudem auf die Verantwortlichkeit der Vereine hingewiesen, denn der muss ja die rechtlichen Vorgaben einhalten“, sagt Ludger Niehoff , Bezirkssportwart und Mitglied beim TC Handorf. Zugleich sieht er den sportlichen Wert in zum Teil stark ausgedünnten Gruppen oder Ligen für nicht gegeben.

Überlegungen zu den Neu-Einteilungen

Nachdem die Rückmeldungen der Mannschaften, ob sie an der Übergangssaison teilnehmen wollen, beim WTV eingegangen sind, planen Verband und Bezirke nun endgültig mögliche neue Einteilungen, die Ansetzungen sowie eventuell einen in einigen Gruppen veränderten Modus. Ändert sich in den Westfalen- und Verbandsligen der Damen und Herren (41 von 46 Teams sind dabei) nicht viel, ist in den Altersklassen die Zahl der Mannschaften stark gesunken. Dabei soll es definitiv Aufsteiger geben, egal wie groß die jeweilige Gruppe – in den Westfalenligen der Damen 40, 50, 55 und 60 etwa ist jeweils nur noch ein Team dabei – ist. „Wir werden mit diesen Mannschaft sprechen“, sagt WTV-Vizepräsident Lutz Rethfeld.

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Mit seiner Meinung steht Niehoff nicht alleine. Auch Thomas Heilborn, Trainer beim TC Union Münster, hatte schon vor Wochen die Durchführung einer Saison für „Unsinn“ erklärt. „Meine Meinung hat sich nicht geändert. Ich würde es nicht machen, es ist sportlich wenig sinnvoll. Und das ist nicht der erste Grund“, sagt Unions Trainer Thomas Heilborn, der die „demokratische Entscheidung“ beim TCU aber mitträgt. So schickt Union nach der Absage der 2. Bundesliga seine zweite Damen-Mannschaft in der Westfalenliga ins Rennen. Der Club hatte seinen Truppen die Entscheidung überlassen, fast ausnahmslos fiel diese zugunsten einer Teilnahme aus.

Auch TC Hiltrup für Fortsetzung

Auch die Westfalenliga-Herren des 1. TC Hiltrup beschlossen, vor sowie nach den Sommerferien anzutreten und die Matches zu spielen. „Mal sehen, was es wird. Vorhersagen kann man eh nichts“, meint Teamsprecher Carlo Bückmann. Ebenfalls ihre Schläger auspacken werden die Herren 30 des THC und des TC Union in der Regionalliga.

Ob die gelben Filzkugeln ab Mitte Juni aber tatsächlich wettkampfmäßig über die Netze fliegen, ist noch offen – und hängt von möglichen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen seitens der NRW-Landesregierung ab. Auf die hofft der Verband wie die willigen Tennisspieler, damit sich zumindest die Probleme der Rahmenbedingungen lösen und die Spieltage einfacher werden. Momentan wäre ein Spielbetrieb noch nicht möglich. Und so stellt Rethfeld klar: Sollten die Fragezeichen nicht vor dem Start gelöst sein, „werden wir vom WTV aus tätig und sagen die Saison ab“.

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